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Bob: Rekord-Titel in der Heimat: Friedrich erneut Zweier-Weltmeister

Rekord-Titel in der Heimat: Friedrich erneut Zweier-Weltmeister

Sport-Informations-Dienst (SID)

23.02.2020 | 18:07 Uhr

Francesco Friedrich (r.) kürt sich in Altenberg erneut zum Weltmeister im Zweierbob.
Image: Francesco Friedrich (r.) kürt sich in Altenberg erneut zum Weltmeister im Zweierbob. © Getty

Auf der Heimbahn in die Geschichtsbücher: Francesco Friedrich hat sich vor der eigenen Haustür in Altenberg erneut zum Weltmeister im Zweierbob gekrönt und damit Historisches vollbracht.

Mit seinem sechsten Titel in Serie riss der Sachse einen 60 Jahre alten Rekord an sich - und er führte nebenbei einen deutschen Doppelsieg an.

"Es ist eine kleine Erlösung, es ist Wahnsinn, dass wir es geschafft haben. Es ist einfach genial", sagte Friedrich unmittelbar nach der Zieldurchfahrt am ARD-Mikrofon. Seine Partypläne kannte er da noch nicht: "Wir werden schon irgendwo enden", sagte er lachend.

WM-Titelserie, die es noch nie gab

Friedrich gewann am Sonntag nach vier Läufen höchst souverän. Johannes Lochner (Stuttgart) fuhr auf den zweiten Rang, Friedrichs Oberbärenburger Klubkollege Nico Walther fiel im vierten Lauf noch hinter Europameister Oskars Kibermanis aus Lettland auf Rang vier zurück. Junioren-Weltmeister Richard Oelsner (Oberbärenburg) trug als Fünfter zum sehr starken deutschen Ergebnis auf der Heimbahn bei.

Dort drehte sich aber beinahe alles um den Local Hero. Olympiasieger Friedrich hat nun eine WM-Titelserie hingelegt, die es im Bobsport noch nicht gab. Die bisherige Bestmarke hatte der Italiener Eugenio Monti in den Fünfziger- und Sechzigerjahren aufgestellt.

Das Zweier-Rennen war nur der Auftakt von Friedrichs Rekordjagd im Osterzgebirge. Gewinnt er am kommenden Sonntag auch den Vierer-Titel, ist er dreimal in Folge Doppel-Weltmeister im großen und kleinen Schlitten, auch das gab es noch nie. Drei Vierer-Triumphe in Serie hat bislang nur Deutschlands Bob-Ikone Andre Lange (2003 bis 2005) eingefahren. Mit dann insgesamt neunmal WM-Gold (Zweier und Vierer) wäre Friedrich zudem gemeinsam mit Monti Rekordweltmeister.

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Friedrich schon nach ersten beiden Läufen klar in Führung

Der Erfolg nun in Altenberg ist kein Zufall. Zweieinhalb Jahre lang hatte er sich mit intensiven Materialtests auf die WM in der Heimat vorbereitet, und seine Akribie zahlte sich aus - echte Spannung herrschte nur im Kampf um Silber und Bronze.

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Schon nach den ersten beiden Läufen am Samstag führte Friedrich mit knapp einer Sekunde Abstand, nach vier Läufen baute er den Vorsprung auf Rang zwei auf 1,65 Sekunden aus. Mit einem so großen Abstand hatte er noch nie ein WM-Zweierrennen gewonnen. Der 29-Jährige ließ sich dabei auch vom Dauerregen am Sonntag nicht aus der Ruhe bringen.

Von einem "krassen Wetterumschwung" sprach er vor den beiden entscheidenden Läufen, "da weiß niemand, was genau das für das Material bedeutet" - Friedrich wusste es aber offenbar am besten.

Wegen des anhaltenden Niederschlags musste die Kühlung der Bahn runtergefahren werden, um Reifbildung und damit minütlich veränderte Bedingungen zu verhindern. Das Eis war dadurch weicher, die Kufen gruben sich tiefer ein, die Lenkbedingungen waren völlig andere. Das Wasser spritzte unter den Bobs, und das gesamte Feld fuhr etwa zwei Sekunden langsamer als noch am Samstag - Friedrich war dennoch auch in den Läufen drei und vier deutlich schneller als jeder Konkurrent.

Sport-Informations-Dienst (SID)

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