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Eishockey News: Deutscher NHL-Pick John Peterka im Sky Interview

NHL-Pick Peterka im Interview: "Vorher mit jedem Team gesprochen"

Sky Sport

09.10.2020 | 21:49 Uhr

John-Jason Peterka ist derzeit von Red Bull München nach Salzburg verliehen - könnte aber schon bald in der NHL zu sehen sein.
Image: John Peterka ist derzeit von Red Bull München nach Salzburg verliehen - könnte aber schon bald in der NHL zu sehen sein. © DPA pa

John Peterka, derzeit von Red Bull München nach Salzburg verliehen, wurde beim diesjährigen NHL-Draft an 34. Stelle von den Buffalo Sabres gepicked. Sky Sport hat mit dem 18-jährigen Eishockey-Youngster über den Draft, seine Zukunft und die Fortsetzung der DEL gesprochen.

Sky Sport: Herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen NHL-Draft. Wie haben Sie Ihren Pick wahrgenommen und erlebt?

John Peterka: Ich habe die ganze Zeit vor dem Fernseher mitgefiebert. Als dann mein Name gesagt wurde, war das ein überwältigendes Gefühl. Mir ist einfach ein Stein vom Herzen gefallen und ich habe mich super gefreut.

Sky Sport: Also hat die Freude überwogen? Viele haben prognostiziert, dass Sie eher gewählt werden. Waren Sie nicht ein wenig enttäuscht?

Peterka: Als ich dann gewählt wurde - nicht wirklich. Ich habe mich einfach riesig darüber gefreut, wirklich gedraftet worden zu sein.

John "J.J." Peterka

  • NHL-Draft 2020: 2. Runde, 34. Position - Buffalo Sabres
  • bis 2016 - EC Bad Tölz
  • 2016 bis 2019 - RB Hockey Academy
  • seit 2019 - EHC Red Bull München
  • seit 2020 - EC Red Bull Salzburg (Leihe)

Sky Sport: Haben Sie im Vorfeld damit gerechnet, dass es die Buffalo Sabres werden? Immerhin haben diese sich ordentlich ins Zeug gelegt und sogar nach oben getraded (Pick 38 und 34 mit den San Jose Sharks getauscht, plus Pick Nummer 100 abgegeben).

Peterka: Direkt damit gerechnet habe ich eigentlich nicht. Wir hatten zwar gute Gespräche vorher, aber ich wusste am Ende gar nicht mehr, wer es werden könnte. Aber ich freue mich super auf die neuen Aufgaben im Verein.

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Sky Sport: Obwohl Sie nicht mit Buffalo gerechnet haben, gab es im Vorfeld gute Gespräche. Mit wem haben Sie noch gesprochen, bevor der Draft losging?

Peterka: Ich habe in diesem Jahr mit allen Vereinen gesprochen. Das läuft dann über Zoom ab, dass man mit jedem Team mal eine halbe bis dreiviertel Stunde spricht und sich vorstellt. Zusammen mit den Managern und Scouts. Einfach, um sich kennen zu lernen. Mit manchen Klubs habe ich danach auch öfter gesprochen.

Er hat mir gratuliert und mich schon im Team willkommen geheißen. Ich glaube, er freut sich auch sehr.
John Peterka über Dominik Kahun

Sky Sport: Bei den Sabres treffen Sie eventuell auf Dominik Kahun, der noch über einen neuen Vertrag mit Buffalo verhandelt. Ein weiterer Deutscher und Ex-Münchner. Hatten Sie bereits Kontakt?

Peterka: Ja, wir haben gesprochen. Er hat mir gratuliert und mich schon im Team willkommen geheißen. Ich glaube, er freut sich auch sehr. Es kann ein Vorteil für mich sein, dass ich da schon jemanden aus München kenne, mit dem ich trainiert habe. Wir haben ein gutes Verhältnis zueinander und es ist schön, dass jemand mich an die Mannschaft heranführen kann.

Sky Sport: Sie waren beim Draft nicht das einzige deutsche Talent. Mit Tim Stützle und Lukas Reichel sind zwei weitere DEL-Youngster gedraftet worden. Haben Sie im Vorfeld auch mit den beiden anderen gesprochen und gab es vielleicht kleine Sticheleien oder Wetten, wer zuerst gedraftet wird?

Peterka: Klar hatten wir Kontakt! Ich habe den beiden gratuliert, als sie gedraftet wurden und die beiden mir, als ich dann gewählt wurde. Wir freuen uns alle, dass ein Teil unseres Traums jetzt in Erfüllung gegangen ist. Wetten gab es keine. Wir haben die Rankings natürlich auch alle gesehen, aber wir wollten einfach gedraftet werden, haben auf uns selbst geschaut und sind jetzt froh, dass wir alle einen Platz bekommen haben.

Sky Sport: Obwohl Sie derzeit an Salzburg ausgeliehen sind und der Spielbetrieb in Österreich jetzt läuft, gab es eine sehr lange Pause. Wie haben Sie sich unter diesen Umständen fit gehalten und auf den Draft vorbereitet?

Peterka: Jetzt haben wir die Saison gestartet und versuchen schnell in einen Rhythmus zu kommen. Über den Sommer hab ich auch schon in Salzburg trainiert und konnte hier jeden Tag aufs Eis gehen. Deshalb glaube ich, dass die Vorbereitung trotz allem sehr gut bei mir war.

Einen genauen Plan gibt es noch nicht, da ist noch nichts entschieden.
John Peterka über die nächsten Schritte

Sky Sport: Gut in Form sind Sie also. Gibt es trotzdem noch Schwächen, an denen Sie jetzt besonders arbeiten müssen und wo liegen wiederum Ihre Stärken?

Peterka: Meine Schwächen liegen wohl ein wenig im Defensivspiel. Daran und an meiner Physis in direkten Battles auf dem Eis kann ich noch arbeiten. Ich denke meine Stärken sind meine Schnelligkeit und das Stickhandling, der Umgang mit dem Puck. Ich würde mich auch schon ein wenig als Knipser beschreiben, der Tore erzielen kann. Aber auch vorbereiten. Ich schieße und passe einfach viel.

Sky Sport: Wie sieht nach dem Draft Ihr Plan aus? Geht es direkt in die USA, bleiben Sie in Salzburg oder gibt es Pläne mit München - was erwartet Sie jetzt konkret?

Peterka: Einen genauen Plan gibt es noch nicht, da ist noch nichts entschieden. In den nächsten Tagen werde ich intensiv mit dem Team (Buffalo Sabres; Anm. d. Red.) reden und mir anhören, was Sie mit mir vorhaben. Solange nichts entschieden ist, bleibe ich in Salzburg und genieße die Zeit hier. Ich lasse das jetzt ein wenig auf mich zukommen.

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Sky Sport: Bei einer Rückkehr nach München hätten Sie aktuell keine Spielgarantie. Der Start der DEL wurde erneut verschoben und wird frühstens Mitte Dezember erwartet. Wie sehen Sie die aktuelle Lage der Liga?

Peterka: Das ist sehr schade für das deutsche Eishockey, das eigentlich eine gute Entwicklung macht. Ich bin jetzt erstmal super glücklich in Österreich zu sein und dass der Spielbetrieb hier weitergeht. Ich kriege von der Situation deshalb auch nicht so viel mit, weil ich hier lebe und wir dieses Problem hier zum Glück nicht haben. Aber für die DEL hoffe ich, dass es schnell losgehen kann.

Das Interview führte Lars Pricken.

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