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Aus für den Ex-Weltmeister schon zur Halbzeit

Freund erlebt bittere "Zwei-Schanzen-Tournee"

05.01.2019 | 16:54 Uhr

Für Severin Freund ist schon nach zwei Springen bei der Vierschanzentournee Schluss.
Image: Für Severin Freund ist schon nach zwei Springen bei der Vierschanzentournee Schluss. © Getty

Für Severin Freund war die Vierschanzentournee schon zur Halbzeit beendet. Der formschwache Ex-Weltmeister muss nun auch um die erhoffte WM-Teilnahme bangen.

Als Severin Freund mit gesenktem Kopf die Skisprung-Arena in Garmisch-Partenkirchen verließ, war sein nächstes Ziel völlig unklar. "Ich weiß selbst nicht, wie es jetzt weitergeht. Ich werde den Frust im Kraftraum abbauen, dann Markus Eisenbichler vor dem Fernseher die Daumen drücken - und dann schauen wir weiter", sagte der Weltmeister von 2015 nach einer verkorksten Vierschanzentournee, die für ihn zu einer "Zwei-Schanzen-Tournee" wurde.

Weil Bundestrainer Werner Schuster das deutsche Team vor der Weiterreise nach Österreich von 13 auf sieben Sportler verkleinern musste, war für Freund schon in Garmisch Endstation. "Für Severin tut es mir leid. Aber es geht eben nach Leistung", sagte der Österreicher.

Und die stimmt derzeit nicht: Freund war in der Tournee-Wertung als 40. nur neuntbester Deutscher. Beim Auftakt in Oberstdorf hatte der ehemalige Gesamtweltcupsieger auf Rang 36 den zweiten Durchgang verpasst, auch in Garmisch-Partenkirchen belegte er nur den 41. Platz.

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Markus Eisenbichler ist auch beim Neujahrsspringen der 67. Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen auf das Podium geflogen und hat mit seinem nächsten zweiten Platz die Chance auf den Gesamtsieg gewahrt.

"Es war einfach eine schlechte Leistung von mir"

"Es war einfach eine schlechte Leistung von mir. Die Entscheidung ist mehr als fair", sagte Freund, der zu Saisonbeginn sein Comeback nach fast zweijähriger Verletzungspause gegeben hatte und seither vergeblich den Anschluss an die Weltspitze sucht: "Ich bin nicht in der Form, in der ich gerne springen würde. Jetzt geht es darum, einen Plan zu finden. Ich werde auf keinen Fall aufstecken, will mich anbieten und weiter Wettkämpfe springen."

Das wird er nach der Tournee wohl im zweitklassigen Continental Cup (COC). "Ich bin mir für nichts zu schade. Der COC wäre für mich nicht die schlechteste Idee. Das wird sicher kein Zuckerschlecken. Das wäre die bessere Variante, damit ich in Form komme", sagte der 30-Jährige.

Dabei wären für Freund vor allem die Sprünge in Innsbruck am Donnerstag (Qualifikation) und Freitag (Entscheidung/jeweils 14.00 Uhr) von großer Bedeutung gewesen. Am Bergisel finden Ende Februar auch die Großschanzen-Entscheidungen der WM in Seefeld statt. "Die WM ist mein großes Ziel, da will ich in Topform sein", sagte der Titelträger von 2015.

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Skispringer Markus Eisenbichler ist als starker Zweiter mit dem besten Ergebnis seiner Karriere in die Vierschanzentournee gestartet.

WM ohne Freund?

Der Weg bis dahin wird nun allerdings noch steiniger, von der internen WM-Norm ist Freund weit entfernt. Gefordert sind zwei Top-Sechs-Plätze, bislang aber ist sein bestes Saisonergebnis der 22. Rang in Nischni Tagil. "Severin hängt ein bisschen hinterher, die Kollegen sind deutlich stärker als er. Zwei Verletzungen sind eben zwei Verletzungen", sagte Schuster schon vor der Tournee.

Bis zu sechs Athleten darf Schuster mit zur WM nehmen. "Wir werden Severin weiter unterstützen, aber es ist nicht so einfach. Er hat sicher gedacht, dass es schneller geht", sagte der Coach, der dennoch keine andere Wahl hatte: "Das ist Leistungssport, und das gilt auch für Severin." Und falls es mit der WM nicht klappt, weiß auch Freund: "Davon würde die Welt nicht untergehen." (sid)

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