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Schwere Stürze beim Zeitfahren - Spitzenreiter Alaphilippe siegt

Tour de France für Schachmann beendet

Sport-Informations-Dienst (SID)

19.07.2019 | 18:49 Uhr

Maximilian Schachmann stürzt beim Zeitfahren.
Image: Maximilian Schachmann stürzt beim Zeitfahren. © Getty

Der Franzose Julian Alaphilippe hat das Einzelzeitfahren der 106. Tour de France gewonnen und damit seine Gesamtführung ausgebaut. Schwere Stürzen überschatten die Etappe. Für Maximilian Schachmann ist die Tour beendet.

Maximilian Schachmann quälte sich beim Einzelzeitfahr-Drama von Pau mit schmerzverzerrtem Gesicht, blutigem rechten Knie und lädierter Hand fast in Zeitlupe ins Ziel. Ausgerechnet am 100. Geburtstag des Gelben Trikots nahm das bislang so starke Debüt des Berliners bei der Tour de France eine tragische Wendung, seine weitere Tour-Teilnahme ist aufgrund eines Mittelhandbruchs beendet.

Selbst die verblüffende Julian-Alaphilippe-Show im Kampf um das Maillot jaune rückte da auf der 13. Etappe über 27,2 Kilometer aus deutscher Sicht ebenso in den Hintergrund wie der tolle Auftritt von Rundfahrthoffnung Emanuel Buchmann, der sich als 15. (+1:19 Minuten) im Spitzenfeld der 106. Tour de France behauptete. Der Ravensburger ist nun Sechster der Gesamtwertung.

Auch Martins Teamkollege stürzt

Den entfesselten Alaphilippe konnte sogar der starke britische Titelverteidiger Geraint Thomas nicht in die Schranken weisen. Der Franzose gewann in 35:00,24 Minuten und baute seinen Vorsprung auf Thomas sogar noch um 14 Sekunden aus. Thomas wurde Tageszweiter und liegt vor dem Spektakel am Tourmalet im Klassement nun 1:26 Minuten hinter Alaphilippe.

Vor Schachmann war auch Tony Martins Teamkollege Wout van Aert fürchterlich zu Fall gekommen war - in der gleichen Kurve wie später der deutsche Radprofi. "Ich bin zu schnell reingefahren und habe sie falsch eingeschätzt, die war tückisch. Mir ist die Straße ausgegangen, dann bin ich ins Außengitter eingetaucht", sagte Schachmann, der völlig bedient im Zielbereich auf seine Diagnose wartete.

Der Berliner aus der Mannschaft Bora-hansgrohe lag ausgezeichnet im Rennen und war auf dem Weg zu einer Top-Platzierung, doch von einer Sekunde auf die andere war alles vorbei. Auch der Siegkandidat van Aert erlebte auf bittere Weise, wie schnell Träume platzen können. In jener fatalen Kurve blieb er innen am Sicherheitsgitter hängen und wurde regelrecht vom Rad gerissen. Der Gewinner des zehnten Tour-Abschnitts erlitt eine tiefe Wunde am rechten Oberschenkel.

Alaphilippe fährt wie im Rausch

Alaphilippe setzte von Anfang an auch die besten Zwischenzeiten und fuhr wie berauscht von der Begeisterung seiner Landsleute. Buchmann war allerdings ebenfalls glücklich, ist er doch keine ausgewiesener Spezialist im Kampf gegen die Uhr. "Das war ein sehr gutes Zeitfahren, ich habe mich sehr gut gefühlt. Ich musste Vollgas geben, diese Sekunden holt man nicht mehr auf", sagte er.

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Das Zeitfahren stand ganz im Zeichen des Maillot jaune, das am 19. Juli 1919 zum ersten Mal vergeben worden war. Damals erhielt es Eugene Christophe, dessen Name daher in die Geschichtsbücher einging. Eine Reihe der Träger der Vergangenheit waren zugegen, wie etwa Eddy Merckx, Bernard Hinault oder Erik Zabel. Alaphilippe hatte die Ehre, es an diesem besonderen Tag präsentieren zu können, und es verlieh offenbar Flügel.

Martin mit Problemen

Der viermalige Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin hatte aufgrund der zunehmenden Erschöpfung seine Spezialdisziplin nicht mit voller Kraft absolviert. "Ich merke, dass der Akku zu Ende geht. Ich wäre heute definitiv nicht um den Sieg mitgefahren, und dann habe ich es bevorzugt, ein bisschen ruhiger zu fahren", sagte der 34-Jährige.

Martin berichtete, er habe am Donnerstagabend nach der Streckenbesichtigung mit dem Auto entschieden, lieber Kräfte zu sparen. Gerüchte um mögliche gesundheitliche Probleme verneinte Martin jedoch. Auf die entsprechende Frage antwortete er: "Alles gut, alles bestens. Die Strecke hat es nicht hergegeben, und ich habe mich in den zwei Wochen bei der Tour schon sehr verausgabt", sagte Martin im ARD-Hörfunk.

Sport-Informations-Dienst (SID)

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