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Tour de France: Ewan siegt auf 16. Etappe - Aus für Fuglsang

Alaphilippe verteidigt Gelb

Sport-Informations-Dienst (SID)

31.07.2019 | 19:02 Uhr

Caleb Ewan setzt sich im Massensprint der 16. Etappe durch
Image: Caleb Ewan setzt sich im Massensprint der 16. Etappe durch © Getty

Der australische Radprofi Caleb Ewan hat die 16. Etappe der Tour de France gewonnen.

Bei bis zu 39 Grad behielt Ewan an einem der heißesten Tour-Tage der Geschichte im wohl letzten "Sprint royal" vor dem Finale am Sonntag in Paris einen kühlen Kopf und siegte vor seinen Dauerrivalen Elia Viviani (Italien/Deceuninck-Quick Step) und Dylan Groenewegen (Niederlande/Jumbo-Visma), die damit beide ihren zweiten Etappensieg verpassten.

Sprint-Routinier Andre Greipel war erneut völlig chancenlos. Der 37 Jahre alte Rostocker vom Team Arkea-Samsic landete als bester Deutscher auf Platz 15 und ist damit weiterhin ohne Top-10-Platzierung. Greipel muss nun auf Paris hoffen - doch auch dort sind die Chancen gering.

Sturz von Thomas - Aus für Fuglsang

Das Gelbe Trikot des Gesamtführenden verteidigte der Franzose Julian Alaphilippe ohne große Mühe. Der Quick-Step-Kapitän führt vor den letzten fünf Etappen mit 1:35 Minuten vor Titelverteidiger Geraint Thomas (Großbritannien/Ineos), der am Dienstag einen Sturz unverletzt überstand. Sechster bleibt Emanuel Buchmann (Ravensburg/Bora-hansgrohe). Der deutsche Podiumskandidat nahm die hohen Temperaturen gelassen, schon am vorangegangenen Ruhetag hatte er geäußert: "Mit der Hitze habe ich kein Problem. Lieber so ein Wetter als kalt."

Ein weiterer Konkurrent Buchmanns musste am Dienstag aufgeben: Der Däne Jakob Fuglsang, drei Minuten hinter dem Deutschen auf Gesamtplatz neun, verletzte sich bei einem Sturz rund 30 km vor dem Ziel. Fuglsang, der den Tour-Härtetest Criterium du Dauphine, den Buchmann auf Rang neun beendete, gewonnen hatte, war vor der Etappe noch als Mahner aufgetreten. "Die Hitze sollte man wirklich ernst nehmen. Ein kleiner Fehler kann dich einen hohen Preis zahlen lassen", warnte er.

Ausreißer kurz vor dem Ziel gestellt

Beim Start am antiken Amphitheater von Nimes brannte die Sonne am frühen Dienstagnachmittag erbarmungslos, herrschten Temperaturen von 35 Grad. Zudem heizte sich der Asphalt auf der Strecke auf bis zu 80 Grad auf - die Anforderungen an Fahrer und Technik waren immens. Die Fahrer behalfen sich mit allerlei Tricks, einige schoben sich Eiswürfel in die Löcher ihrer Helme oder fuhren mit Kühlwesten.

Folgerichtig war das Peloton lange kraftsparend unterwegs. Die härteste Arbeit verrichteten in ihren Teams die Wasserträger, die am Dienstag im wahrsten Wortsinn ihrer Aufgabe nachgingen. Über das römische Aquädukt Pont du Gard nach rund 20 km, wo das Feld in malerischer Kulisse ein spektakuläres Bild abgab, fuhr eine fünfköpfige Ausreißergruppe mit dem Dänen Lars Ytting Bak (Dimension Data), mit 39 Jahren ältester Tourstarter, vorneweg.

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Das Feld unter der Führung von Jumbo-Visma-Edelhelfer Tony Martin, der über fast die komplette Distanz in der Spitze fuhr, und Kluge hielt den Abstand aber bei maximal 90 Sekunden und stellte die Fluchtgruppe pünktlich 2500 m vor dem Ziel.

Hitzeschlacht geht weiter

Der Kampf mit der südfranzösischen Gluthitze wird auch am Mittwoch ein Thema werden. Meteorologen halten für möglich, dass der Hitzerekord Frankreichs - ganz in der Nähe des Etappenstarts am Pont du Gard wurden Ende Juni 45,9 Grad gemessen - gebrochen wird.

Schon vor den heißen Tour-Tagen in der kühleren Höhenluft der Alpen ab Donnerstag müssen die Favoriten auf dem 200 km langen Weg nach Gap daher auf der Hut sein.

Sport-Informations-Dienst (SID)

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