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Tour de France Favoriten: Pogacar und Herausforderer

Tour-Favoriten: Pogacar und seine Herausforderer

Alle Augen auf Tadej Pogacar: Der Sieger von 2020 und 2021 ist auch der große Favorit für die am Freitag in Kopenhagen beginnende Tour 2022. Ein Landsmann und ein Däne wollen dem Slowenen das Leben schwer machen. Der Titelverteidiger und seine Herausforderer im Überblick.

TADEJ POGACAR (23/Slowenien/UAE Team Emirates)

Tour-Teilnahmen: 2 - Beste Platzierung: Sieger (2020, 2021)

Pogacar ist der zweitjüngste Tour-Sieger der Geschichte, der jüngste mit zwei Titeln - und bei der Frankreich-Rundfahrt noch unbezwungen. Das slowenische Ausnahmetalent ist bereits ein kompletter Radfahrer ohne wirkliche Schwäche, dafür mit herausragender Stärke am Berg. Ab Ende April zog sich Pogacar für zwei Monate ins Training zurück und kehrte in Glanzform zur Slowenien-Rundfahrt zurück. Kurzum: Stürzt "Pogi" nicht und bleibt gesund, wird er auch der jüngste Dreifach-Sieger der Tour-Geschichte. Und das noch vor seinem 24. Geburtstag (alle Infos zur TV-Übertragung und Etappenplan der 109. Tour de France).

JONAS VINGEGAARD (25/Dänemark/Jumbo-Visma)

Tour-Teilnahmen: 1 - Beste Platzierung: 2.

Die Tour de France 2021 gewann Tadej Pogacar (l.) vor Jonas Vingegaard.
Image: Die Tour de France 2021 gewann Tadej Pogacar (l.) vor Jonas Vingegaard.  © Imago

Primoz Roglic muss nicht nur um den Tour-Thron, sondern auch um die Kapitänsrolle im eigenen Team kämpfen. Nach dem Ausstieg des Slowenen im Vorjahr vertrat ihn Youngster Vingegaard vorzüglich und fuhr als erster Däne seit Sieger Bjarne Riis (1996) auf das Gesamtpodium. Zuletzt zeigte sich der brutal starke Kletterer bei der Dauphine schon im Topform. Zusätzlicher Motivationsschub ist der Start in Dänemark: Wohl zum einzigen Mal in seiner Karriere wird Vingegaard ein Tour-Heimspiel erleben.

PRIMOZ ROGLIC (32/Slowenien/Jumbo-Visma)

Tour-Teilnahmen: 4 - Beste Platzierung: 2. (2020)

Der dreimalige Vuelta-Sieger hat am ehesten die Fähigkeiten, auch einen Pogacar in Bestform zu knacken - in den flachen Zeitfahren ist Roglic sogar einen Tick besser. Weil der frühere Junioren-Weltmeister im Skispringen erst spät zum Radsport kam, fehlt ihm manchmal die letzte Sicherheit auf dem Bike. Ein Sturz wie ihm Vorjahr, als er die Tour aufgeben musste, ist bei Roglic stets ein realistisches Szenario. Und: Roglic, der den Tour-Sieg 2020 am vorletzten Tag an Pogacar verlor, läuft langsam die Zeit davon. Nur zwei Gesamtsieger der vergangenen vier Jahrzehnte - Cadel Evans (Australien/34) 2011 und Carlos Sastre (Spanien/33) 2008 - waren älter als Roglic heute.

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GERAINT THOMAS (36/Großbritannien/Ineos Grenadiers)

Tour-Teilnahmen: 11 - Beste Platzierung: 1. (2018)

Der Waliser galt im Ineos-Talentepool schon als Auslaufmodell - und fährt nun wohl doch wieder als Kapitän zur Frankreich-Rundfahrt. Die Form stimmt bei Thomas, zwei Wochen vor Tourstart gewann er die Tour de Suisse. Thomas zieht jedoch das Sturzpech an, das Kopfsteinpflaster der fünften Etappe wird ein Knackpunkt. Kommt er heil durch die Tour, kann der Brite um das Podest mitfahren. Vielleicht ein gutes Omen: Der älteste Tour-Sieger war im Belgier Firmin Lambot auch ein 36-Jähriger - vor genau 100 Jahren.

ALEXANDER WLASSOW (26/Bora-hansgrohe)

Tour-Teilnahmen: 0 - Beste Platzierung: -

Beim Giro gelang dem deutschen Bora-Team durch Jai Hindley der so ersehnte erste Sieg bei einer großen Landesrundfahrt. Dass sich gleich danach auch der Traum vom Tour-Erfolg erfüllt, ist unwahrscheinlich. Neuzugang Wlassow ist zwar ein bärenstarker Bergfahrer, hat aber bislang zu selten seine Qualität über drei Wochen nachgewiesen. Zudem wurde Wlassow bei der Tour de Suisse, wo er sich in guter Form zeigte, positiv auf Corona getestet.

DANIEL MARTINEZ (26/Kolumbien/Ineos Grenadiers)

Tour-Teilnahmen: 2 - Beste Platzierung: 28. (2020)

Wie Jumbo-Visma hat auch Ineos einen "Plan 1b": Sollte die A-Lösung mit Thomas nicht funktionieren, könnte dessen britischer Landsmann Adam Yates übernehmen - oder eben Martinez. Der war eigentlich im Vorjahr als Edelhelfer in der Kolumbien-Fraktion für Ex-Toursieger Egan Bernal verpflichtet worden. Weil Bernal aber nach seinem schweren Trainingsunfall noch nicht wiederhergestellt ist, winken Martinez ungeahnte Freiheiten. Zumindest am Berg gehört er zur Elite.

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THIBAUT PINOT (32/Frankreich/Groupama-FDJ)

Tour-Teilnahmen: 8 - Beste Platzierung: 3. (2014)

Erschütternde 37 Jahre liegt der letzte Sieg der Franzosen bei ihrer Tour zurück, seit Bernard Hinault 1985 endete jeder neue Anlauf auf Gelb früher oder später in Tristesse tricolore. Sinnbildlich dafür steht Thibaut Pinot: Seit seinem dritten Platz 2014 hat er drei Aufgaben, einen 16. und einen 29. Platz zu Buche stehen. Als er 2019 tränenüberströmt mit einer Beinverletzung dem Feld hinterherstrampelte, litt eine ganze Nation. Pinot überzeugte zuletzt bei der Tour de Suisse. Doch kann er im reifen Alter die Franzosen erlösen? Eher nicht.

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BEN O'CONNOR (26/Australien/AG2R-Citröen)

Tour-Teilnahmen: 1 - Beste Platzierung: 4. (2021)

Eine Entdeckung des Vorjahres, als O'Connor die schwere Alpenetappe nach Tignes gewann und plötzlich erster Verfolger von Tadej Pogacar war. Letztlich wurde er Gesamtvierter, zeigte sich als Rohdiamant, der 2022 ein wenig geschliffener daherkommt. Dem Dritten der Dauphine ist der nächste Schritt durchaus zuzutrauen - auch wenn O'Connor nun verstärkt unter Beobachtung der Konkurrenz steht. Fahren lassen wird man ihn nicht mehr.

JACK HAIG (28/Australien/Bahrain Victorious)

Tour-Teilnahmen: 2 - Beste Platzierung: 38. (2019)

Wie Giro-Sieger Hindley und O'Connor steht Haig in der großen Tradition vorzüglicher australischer Rundfahrer - und stand mehrmals schon vor dem großen Durchbruch. Bei der Tour 2021 musste er früh und in Topform nach einem Sturz aufgegeben, glänzte bei der folgenden Vuelta dann aber als Vierter. Mit 28 Jahren kommt Haig nun ins beste Rundfahrer-Alter, die Vorleistungen stimmten, zudem ist sein Team eines der stärksten im Feld - da könnte einiges gehen.

(Hier geht es zum Etappenplan der 109. Tour de France)

SID

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