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Tour de France: Jonas Vingegaard gewinnt die Frankreich-Rundfahrt

Vingegaard feiert Tour-Triumph und dankt Team - Philipsen jubelt in Paris

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Jonas Vingegaard hat seinen ersten Gesamtsieg bei der Tour de France gefeiert.

50 Meter hinter dem Ziel, nach 3350 schweißtreibenden Kilometern sprang Jonas Vingegaard von seinem gelben Rad, stemmte es hoch in die Luft und ließ sich feiern: Die Frankreich-Rundfahrt hat einen neuen Patron und Dänemark nach 26 Jahren wieder einen Toursieger. Flankiert von seinem alles überragenden Team Jumbo-Visma genoss Vingegaard zuvor den Triumphzug auf den Champs-Elysees in Paris.

Den letzten Etappensieg auf dem Prachtboulevard im Herzen der französischen Hauptstadt holte sich der Belgier Jasper Philipsen vom Team Alpecin-Deceuninck, der bereits das Teilstück in Carcassonne gewonnen hatte. Vorjahressieger Tadej Pogacar (Slowenien/UAE Team Emirates) wurde mit 2:49 Minuten Rückstand Zweiter der Gesamtwertung.

"Dieses Team ist unbeschreiblich", sagte der 25 Jahre alte Sieger wenige Minuten später, im Arm sein Töchterchen Frida: "Ich habe den Jungs so vieles zu verdanken." Auch bei der Siegerehrung waren die Kids der Hauptdarsteller mit auf dem Podest: Frida Vingegaard in Gelb mit passendem gelben Basecap und einem großen gelben Stofflöwen im Arm, Georges van Aert in Grün.

Schon 80 km vor dem Etappenziel wurde aus dem Fenster des Begleitfahrzeugs von Jumbo-Visma Champagner an das Überfliegerteam dieser Tour gereicht. Arm in Arm rollten Vingegaard (zwei Etappensiege), Wout van Aert (Belgien/3), Frankreichs einziger Etappensieger Christophe Laporte, Sepp Kuss (USA) und Tiesj Benoot (Belgien) im Formationsflug Richtung Hauptstadt.

Jonas Vingegaard feiert seinen Tour-Gesamtsieg.
Image: Jonas Vingegaard feiert seinen Tour-Gesamtsieg.  © Imago

Vingegaard triumphiert als zweiter Däne

Vingegaard trug als zweiter Däne nach dem geständigen Doper Bjarne Riis 1996 das Gelbe Trikot bis nach Paris. Am Sonntag rollte er gemütlich zum Titel, da der Führende der Gesamtwertung auf der abschließenden Triumphfahrt traditionell nicht mehr angegriffen wird.

Die deutschen Radprofis machten bei der 109. Tour als Kletterer, Ausreißer und Helfer von sich reden. Simon Geschke (Berlin/Cofidis) erwies sich als Berg-Ass, Lennard Kämna (Wedel/Bora-hansgrohe) schnupperte gar am Gelben Trikot, belohnt wurden sie für ihre großen Mühen aber nicht.

Jonas Vingegaard (mitte) gewinnt die Tour de France 2022.
Image: Jonas Vingegaard (mitte) gewinnt die Tour de France 2022.  © DPA pa

Dennoch sorgten Geschke und Kämna für die sportlichen Highlights aus deutscher Sicht. Völlig überraschend war der 36 Jahre alte Geschke auf der neunten Etappe ins Bergtrikot gestürmt, hatte es neun Tage lang quer durch Frankreich chauffiert und damit Marcel Wüst (4 Tage) als deutschen Rekordhalter abgelöst.

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Auf der letzten Pyrenäen-Etappe machten ihm seine schweren Beine dann aber einen Strich durch die Rechnung, sich als erster deutscher Gewinner des Gepunkteten Trikots in die Geschichtsbücher einzutragen: Vingegaard entriss es ihm quasi im Vorbeifahren. Dass er das Trikot als Stellvertreter für den Dänen nach Paris tragen musste, gefiel Geschke in einer ersten Reaktion nicht, er fühlte sich als "Schaufensterpuppe". Am Sonntag belohnte ihn das Peloton dann mit einer großen Geste und ließ ihn alleine zur letzten Bergwertung fahren.

Vingegaard machte schon beim Zeitfahren alles klar

Bereits tags zuvor hatte Vingegaard auf der vorletzten Etappe in den malerischen Wallfahrtsort Rocamadour allerletzte theoretische Zweifel an seinem Sieg zerstreut. Im Einzel-Zeitfahren reichte ihm ein starker zweiter Platz, um den Slowenen Pogacar auf Distanz zu halten. Der Tagessieg ging an van Aert.

Pogacar lieferte ebenfalls ein ordentliches Zeitfahren ab, konnte Vingegaard aber als Dritter nicht mehr annähernd gefährlich werden (+0:27). "Es wird mich hungriger machen, mehr zu gewinnen. Ich mag Herausforderungen im Leben. Ich bin jetzt schon sehr motiviert für die nächste Tour und will besser werden", sagte der Geschlagene.

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An diese Zeiten kamen die deutschen Fahrer nicht ganz heran, doch auch sie zeigten eine starke Leistung. Nils Politt wurde im Zeitfahren Zwölfter, Bora-hansgrohe-Kollege Maximilian Schachmann Neunter: "Ich habe mich heute früh gar nicht gut gefühlt, aber irgendwie ging es dann erstaunlich gut, schnell zu fahren", sagte Schachmann in der ARD zufrieden.

Sein Teamkollege und Kapitän Alexander Wlassow wurde 18. Der 26-Jährige belegte in der Gesamtwertung Rang fünf und sorgte damit für einen versöhnlichen Abschluss für den deutschen Rennstall, der vor der Tour auf einen Podestplatz Wlassows gehofft hatte.

SID

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