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Ferrari nimmt brisantes Teamduell mit nach Japan

Vettel vs. Leclerc geht in die nächste Runde

Sport-Informations-Dienst (SID)

13.10.2019 | 06:18 Uhr

Sebastian Vettel (l.) und Charles Leclerc (r.) kämpfen um die Pole Position im Team Ferrari.
Image: Sebastian Vettel (l.) und Charles Leclerc (r.) kämpfen um die Pole Position im Team Ferrari. © DPA pa

Beim Großen Preis von Russland eskalierte das Ferrari-Teamduell zwischen Sebastian Vettel und Charles Leclerc aufs Neue. Beim fünftletzten Saisonrennen in Japan werden sich der Routinier und sein junger Herausforderer abermals nichts schenken.

Die weite Reise zu seinem Lieblingsrennen in Suzuka trat Sebastian Vettel mit fast kindlicher Vorfreude an. "In gewisser Weise erinnert mich der Kurs an die Strecken, auf denen wir uns ausgetobt haben, als ich klein war", sagte Vettel vor dem Großen Preis von Japan am Sonntag (7:10 Uhr MEZ LIVE auf Sky Sport 1 HD).

Markante Abschnitte wie die berühmten S-Kurven oder die schnelle Linkskurve "130R" haben ihren Reiz für den viermaligen Formel-1-Weltmeister bei aller Routine nicht eingebüßt. Der Spaßfaktor der anhaltenden Turbulenzen mit seinem Teamkollegen Charles Leclerc dürfte sich dagegen in Grenzen halten. Wie fair der Zweikampf nach der jüngsten Eskalation beim Rennen in Russland bleibt, ist eine der spannendsten Fragen vor dem fünftletzten Rennen des Jahres.

Teamerfolg steht über allem

"Unsere Performance in Sotschi war gut", sagte Ferrari-Teamchef Mattia Binotto, "aber um in Japan vorne zu sein, muss jeder Aspekt unserer Arbeit perfekt sein." Der 49-Jährige erwähnte den sich zuspitzenden Konflikt seiner Piloten nicht direkt, zwischen den Zeilen ließ sich dennoch eine klare Aufforderung an Vettel und Leclerc herauslesen: Der Teamerfolg steht über allem, für persönliche Eitelkeiten ist kein Platz.

In der Aufarbeitung des Russland-Debakels hatte es Gespräche gegeben - auch zwischen Binotto und Vettel. "Positiv und konstruktiv" sei es verlaufen, ließ der Rennstall in einer Mitteilung wissen.

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"Explosive Mischung" bei Ferrari

Zu bereden hatte es einiges gegeben. Die Scuderia hat nach der Sommerpause einen großen Sprung nach vorne gemacht und unter anderem drei Rennen gewonnen, eines davon durch Vettel in Singapur. Das Problem: Mit den Erfolgen ist auch die Rivalität zwischen den Fahrern rasant gestiegen. Ferrari gleicht derzeit einem Pulverfass.

"Es ist eine potenziell explosive Mischung, die vorsichtige Behandlung erfordert", sagt auch Formel-1-Sportchef Ross Brawn, an der Seite von Michael Schumacher einst als technischer Direktor bei Benetton und Ferrari an allen sieben WM-Titeln des Rekord-Weltmeisters beteiligt.

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Kein Bekenntnis zu einer Nummer 1

Im Monza hatte Leclerc dem Deutschen im Qualifying den Windschatten verwehrt. In Singapur manövrierte Vettel den Monegassen taktisch aus und nutzte dabei einen Strategievorteil eiskalt. In Sotschi brach dann via Funk ein offener Disput um die Führungsposition aus, die beide für sich beanspruchten.

Vorsichtig, wie es Ferrari-Kenner Brawn empfiehlt, behandelt Binotto die Spannungen tatsächlich. Ein klares Bekenntnis zu einer Nummer eins gibt es nicht. "Es ist ein Luxus. Wir haben zwei fantastische Fahrer", sagte Binotto zuletzt.

Singapur-Sieg hat Vettel "gutgetan"

Dieser Luxus kostete zuletzt jedoch viele Nerven - und sogar Punkte. In Sotschi servierte Ferrari dem großen Rivalen Mercedes den Sieg auf dem Silbertablett, auch wenn der technisch bedingte Ausfall Vettels dabei eine Rolle spielte.

Für die Scuderia birgt die Rivalität zudem große Risiken. Vettel jedenfalls wird kaum zurückstecken, schließlich hat er nach einer schwierigen Phase mit einigen Fahrfehlern spätestens seit dem Sieg in Singapur neuen Mut geschöpft.

"Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es nicht gutgetan hat. Man darf nur nicht den Fehler machen, zu glauben, jetzt wäre auf einmal alles gut", sagte er der Sport Bild. Er versuche, vor jedem Rennen den persönlichen Resetknopf zu drücken, um konzentriert zu sein. Die zunehmenden Spannungen im Teamduell lassen sich kaum so einfach zurücksetzen.

Sport-Informations-Dienst (SID)

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