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Formel 1: Die Budgetobergrenze ist das große Thema in Monaco

"Die Uhr tickt": In Monaco wird laut über den Budget Cap diskutiert

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McLaren-Teamchef Andreas Seidl im exklusiven Interview vor dem Großen Preis von Monaco über die von Red-Bull-Teamchef Christian Horner geforderte Erhöhung der Budgetgrenze.

Die eingeführte Budgetobergrenze in der Formel 1 liegt in dieser Saison bei umgerechnet rund 130 Millionen Euro pro Team. Ziele sind mehr Chancengleichheit im Feld sowie eine Kostensenkung. Doch hinter den Kulissen wird in Monte-Carlo heftig über den Budget Cap diskutiert.

Die Budgetobergrenze ist das zentrale Thema unter den Teams vor dem Großen Preis von Monaco (am Sonntag, ab 13.30 Uhr LIVE und EXKLUSIV auf Sky Sport F1 und im LIVETICKER auf Skysport.de). Angestoßen hatte es Christian Horner.

"Sieben Teams werden wahrscheinlich die letzten vier Rennen auslassen müssen, um das Budgetlimit einzuhalten", warnte der Teamchef von Red Bull bereits vor dem siebten F1-Grand-Prix im Fürstentum. Als Grund nannte Horner die stark gestiegenen Kosten in vielen Bereichen rund um den F1-Zirkus. Daher appellierte der 48-Jährige für eine Anpassung und Erhöhung des Budgets.

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Kleinere Teams gegen Budgetanpassung

Damit stehen Horner und Red Bull allerdings nicht allein auf weiter Flur. Mit Ferrari, Mercedes und McLaren teilen auch weitere Topteams diese Meinung. Auf der anderen Seite stehen die kleineren Teams. Alfa Romeo, Alpine, Haas und auch Williams sollen gegen eine Verschiebung des Budget Caps sein.

Der Grund für den Zwiespalt im F1-Lager liegt auf der Hand. Die kleineren Rennställe befürchten, dass die Spitzenteams mit mehr finanziellen Mitteln sportlich davonziehen und die Lücke im Feld wieder größer wird. Bleibt die Budgetobergrenze bei den 130 Millionen Euro, müssen sich die Topteams einschränken. Und verlieren somit mit der Zeit sportlich ihren Vorsprung.

"Unser Problem ist nicht die Budgetobergrenze. Unser Problem ist das Budget. Wir müssen bis zum Ende der Saison durchkommen, das ist einfach unser Job", machte Haas-Teamchef Günther Steiner auf einer Medienrunde im Fürstentum deutlich. Es sei seine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass das Geld bis zum Saisonende reiche.

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Seidl erklärt Kostenproblematik

McLaren-Teamchef Andreas Seidl sieht die momentane Situation nicht ganz so dramatisch wie Horner, betonte am Sky Mikrofon dennoch die Problematik des Themas: "Christian Horner ist bekannt dafür, dass er das Ganze manchmal auch ein bisschen schwarz-weiß rüberbringt. Es ist aber auch für uns eine Riesenherausforderung aufgrund dieser explodierenden Kosten, gerade seitens der Fracht und auch der Stromkosten. In diesem Jahr in den Cap reinzukommen, ist eigentlich unmöglich zum jetzigen Zeitpunkt, weil wir natürlich schon viel Geld ausgegeben haben."

Wichtig laut Seidl sei es daher, eine gemeinsame Lösung mit allen Teams und der FIA zu finden. "Wir müssen einfach schauen, trotz des ganzen Wettbewerbs unter den Teams, dass wir das Große und Ganze in den Vordergrund stellen, vernünftige Diskussionen haben und dann eine Lösung finden, unter Führung der FIA", so Seidl, der noch hinzufügte: "Ich hoffe auf eine baldige Lösung, weil die Uhr natürlich tickt."

Die FIA kontrolliert regelmäßig die Ausgaben aller Teams. Die Rennställe müssen dazu monatliche Berichte abgeben. Allerdings werden die genauen Höhen der bisherigen Ausgaben der Teams nicht offengelegt. So wissen die Rennställe auch untereinander nicht, wie weit die Konkurrenz noch von der Budgetobergrenze entfernt sind.

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Unfälle belasten Cap Space

Die Überschreitung jener ist laut Seidl allerdings jetzt schon nicht mehr aufzuhalten. "Alle die geplant haben, am Budget Cap zu operieren, müssen definitiv im Moment die Handbremse anziehen. Aber selbst, wenn wir das machen, können wir diese Kosten, die einfach so explodiert sind, nicht kompensieren, weil wir eben gewisse Fixkosten haben, auf die wir keinen Einfluss mehr haben zum jetzigen Zeitpunkt der Saison", erklärte der McLaren-Teamchef.

Auch wenn Seidl optimistisch ist, dass sich die Rennställe und die FIA beim Streitthema einigen und alle Rennställe bei jedem Grand-Prix-Wochenende dabei sein werden, betonte der 46-Jährige die Wichtigkeit eines finanziellen Limits: "Es ist wichtig für die Formel 1, tut dem Wettbewerb gut und es tut auch der Existenz der Teams gut, dass wir diesen Budget Cap haben. Denn so können wir alle nachhaltig Formel 1 machen und auch wettbewerbsfähig sein. Von daher sind wir absolut in die richtige Richtung unterwegs."

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Dass die Thematik Budgetobergrenze aber ausgerechnet in Monaco noch mal fahrt aufnimmt, liegt sicherlich auch an dem hohen Crash-Potenzial im Fürstentum. Denn auch die Reparaturkosten werden im Budget Cap mit abgehandelt. Sprich: Ein Unfall auf den Straßen Monte-Carlos und der Cap Space eines Rennstalls wird ordentlich belastet werden.

Für den Rennsonntag sind übrigens starke Regenfälle vorhergesagt. Das erhöht abermals die Unfallgefahr und lässt das Thema Budgetobergrenze in der Formel 1 weiterkochen. Und wenn es keine baldige Lösung gibt, wird über dieses auch nach Monaco noch weiter fleißig diskutiert werden.

Mehr zum Autor Peer Kuni

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