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Formel 1: Heute vor 70 Jahren - Die Geburtsstunde der Königsklasse

Heute vor 70 Jahren: Die Geburtsstunde der Formel 1

Toni Listes

15.05.2020 | 12:01 Uhr

Gusieppe Farina gewinnt das erste Rennen der Formel-1-Geschichte.
Image: Gusieppe Farina gewinnt das erste Rennen der Formel-1-Geschichte. © Imago

Am 13.Mai 1950 schlug die Geburtsstunde der Motorsport-Königsklasse auf dem früheren Flugfeld von Silverstone.

Elisabeth II verfolgte damals als 24-Jährige mit ihrem Vater und ihrer Schwester den Großen Preis von Großbritannien von einer Stehtribüne aus. Die heutige Queen of England durfte miterleben wie auf der Strecke Helden geboren wurden, an deren Namen sich man heute noch erinnert.

Elisabeth II verfolgte den ersten Grand Prix der F1 damals als 24-Jährige mit ihrem Vater und ihrer Schwester.
Image: Elisabeth II verfolgte den ersten Grand Prix der F1 damals als 24-Jährige mit ihrem Vater und ihrer Schwester. © Imago

Über 100.000 Fans in Silverstone dabei

Es war die Zeit der Teufelskerle in schnellen Kisten, weit weg von Sicherheitsvorkehrungen oder Reglements wie wir sie heute kennen. 4,5-Liter-Saugmotor (oder 1,5 Liter mit Kompressor), keine Einschränkung des Fahrzeuggewichts oder der Ausmessungen. Die Rennen mussten über 300 Kilometer führen oder drei Stunden dauern. Die ersten Fünf Fahrer erhielten Punkte, mit einem Bonuspunkt für die beste Runde. Ansonsten hieß es: Kuppeln, Gas geben, bremsen und lenken. Technische Hilfen, ein Fremdwort.

Über 100.000 Zuschauer verfolgten die Premiere in Silverstone. 21 Fahrer kämpften um den Sieg und die stattliche Summe von 500 Pfund, das sind nach heutiger Währung 19.500 Euro.

Alfa Romeo dominierte das Rennen nach Belieben. Die Gegner hatten dem Modell des Typs Alfa Romeo 158 mit fast 400 PS nichts entgegenzusetzen. So stellte sich nur die Frage: Welcher der vier Alfa gewinnen würde?

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Farina gewinnt erstes F1-Rennen der Geschichte

Am Ende strich Gusieppe Farina das Preisgeld ein und erhielt noch 1200 Euro für die schnellste Rennrunde. Der Italiener kam mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 145 Stundenkilometern, exakt 2,6 Sekunden vor seinem Landsmann Luigi Fagioli ins Ziel. Favorit Juan Manuel Fangio leistete sich einen seltenen Fahrfehler und fiel aus. Der Brite Reg Parnell wurde zur Freude der Zuschauer mit einem großen Abstand von 52 Sekunden Dritter und das mit einem ramponierten Alfa, nach einer Kollision mit einem Hasen.

Keiner sollte die Anfangsjahre der Formel 1 danach aber prägen wie Juan Manuel Fangio. Der Argentinier wurde fünfmal Weltmeister mit vier verschiedenen Automarken (Alfa Romeo, Maserati, Mercedes und Ferrari). Bei 51 Grand-Prix-Starts gewann er 24 Mal. Diese Erfolgsquote von 47 Prozent ist innerhalb der Formel 1 bis heute unerreicht. Erst Michael Schumacher gelang es Anfang diese Jahrtausend, die Rekordmarke des 1995 mit 84 Jahren gestorbenen Argentiniers einzustellen und dann sogar mit sieben WM-Triumphen zu überbieten.

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Luigi Fagioli überquerte die Ziellinie mit 2,6 Sekunden Rückstand auf Farina als Zweiter.
Image: Luigi Fagioli überquerte die Ziellinie mit 2,6 Sekunden Rückstand auf Farina als Zweiter. © Imago

Corona-Pandemie stoppt Formel 1 - Start in Österreich geplant

Den 70. Jahrestag am heutigen Mittwoch hatten sich alle anders vorgestellt. Statt zu feiern und zu fahren herrscht auch in der Formel 1 Stillstand durch die Coronavirus-Pandemie. Um zumindest auch in diesem Jahr wieder am traditionsreichen Silverstone Circuit fahren zu können, sind die Formel-1-Bosse laut Medienberichten wohl im Gespräch mit den Regierungsbehörden.

Es geht um mögliche Ausnahmen, denn die angekündigte baldige Zwei-Wochen-Quarantäne für alle Flugreisenden auf die Insel würde nach den geplanten Neustartrennen vor leeren Rängen in Österreich am 5. und 12. Juli die Rennen am 19. und 26. Juli in Silverstone unmöglich machen.

Von 100. 000 Zuschauern und mehr ist keine Rede aber vielleicht darf man mit dem Zuspruch von Elizabeth Alexandra Mary hoffen, die damals als 24-Jährige die Geburt der Formel 1 miterleben durfte. God save the Queen!

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