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Formel 1 News: Fragen & Antworten zum Young Driver Test 2020

Fragen & Antworten zum Young Driver Test in Abu Dhabi

Sky Sport

19.12.2020 | 11:32 Uhr

Mick Schumacher ist beim Young Driver Test für seinen zukünftigen Rennstall Haas im Einsatz.
Image: Mick Schumacher ist beim Young Driver Test für seinen zukünftigen Rennstall Haas im Einsatz.  © Imago

Nach der Saison ist vor der Saison. Zwei Tage nach dem Showdown der Formel 1 geht es am Dienstag in Abu Dhabi mit dem Young Driver Test weiter. Mit dabei ist auch Mick Schumacher. Sky Sport erklärt zusammen mit F1-Kommentator Sascha Roos, was es mit den Tests auf sich hat und warum auch ein zweimaliger Weltmeister am Start ist.

Was genau ist ein Young Driver?

Laut FIA-Reglement ist es ein Fahrer, der in seiner Karriere maximal zwei Formel-1-Rennen bestritten hat. Das Alter spielt dabei keine Rolle.

Was ist der Sinn des Young Driver Test?

"Die Fahrer sollen lernen, sich an die Abläufe in der Formel 1 zu gewöhnen", sagt Roos. "Es geht darum zu lernen, wie sich das Auto auf der Strecke verhält. Wenn zum Beispiel die Mechaniker die Flügel etwas anders einstellen wird beobachtet ob der Fahrer dies bemerkt und wie er reagiert."

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Sky Sport wirft einen Blick auf die Fahrerpaarungen für 2021 - hier gibt es noch Fragezeichen. (Video: 00:58 Sekunden)

Mick Schumacher ist am Freitag bereits für Team Haas im Freien Training gefahren? Kennt er das Auto und die Abläufe nicht schon?

Im Prinzip schon. "Am Freitag im Freien Training ging es darum, Informationen für das Team Haas zu bekommen. Am Dienstag geht es darum, für sich Informationen zu bekommen", erklärt Roos: "Es werden die Daten vom Motor oder von den Reifen weitergegeben, das konnte er alles am Freitag nicht testen."

Ein weiterer Unterschied: In der Formel 2 hat ein Fahrer in der Regel nur eine Person, die sich um einen Fahrer kümmert. In der Formel 1 sind für ein Auto im Hintergrund zusätzlich fünf, sechs Leute zuständig", so der Experte.

Worauf muss/wird man bei Mick Schumacher besonderes Augenmerk legen?

Es werden alle Szenarien durchgespielt. Schumacher wird mit dem Auto auch mal ans Limit gehen, "um es zu spüren", führt Roos aus. Heißt: Maximale Motorleistung und maximale Beanspruchung der Reifen.

"Sie werden ihn auch mal mit ganz viel Gewicht fahren lassen und dann noch eine Art Long Run machen, das hat er am Freitag auch noch nicht getan. Ich bin mir relativ sicher, dass er eine ganze Renndistanz absolvieren wird. Wahrscheinlich sogar noch ein bisschen länger."

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Ansonsten geht es darum, "dass er mit dem Auto einfach mal ein bisschen herumspielt. In etwa so, wie wenn man einen Mietwagen bekommt und alles mal ausprobieren kann. Natürlich alles unter Anleitung der Ingenieure, die ihm dann vielleicht auch mal eine "Falle" stellen. Vielleicht verstellen sie mal was und sagen ihm: Jetzt drück mal die und die Tastenkombination am Lenkrad, um aus diesem Problem wieder herauszukommen. An einem Lenkrad gibt es ja 300-400 verschiedene Tastenkombinationen, die man drücken kann. Es ist wie an einem Computer."

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Ein Fazit der Formel-1-Saison. (Videolänge: 4:02 Minuten)

Wie lange dauert der Test?

Einen ganzen Tag mit Mittagspause dazwischen.

Wer nimmt teil? Welche Teams, wie viele Fahrer?

Es sind acht Teams am Start, sieben mit je zwei Autos, Haas nur mit einem. Es könnten also theoretisch 15 Autos parallel auf der Strecke sein.

Mercedes fährt mit Nyck De Vries und Stoffel Vandoorne (Formel2-Champion 2019). Vandoorne (28) ist nicht wirklich ein Young Driver, ist schon Formel 1 und zuletzt Formel E gefahren.

Für Ferrari sind Robert Shwartzman (Formel-2-Pilot) und Antonio Fuoco dabei. "Der Italiener ist der Simulator-Fahrer für Ferrari. In seinem Fall ist es natürlich wichtig, dass er auch weiß, wie sich das richtige Auto auf der Strecke anfühlt", erklärt Haas.

Warum ist Sebastian Vettels zukünftiges Team Racing Point nicht dabei?

Racing Point und McLaren haben keine Nachwuchsfahrer. Team Haas hat eigentlich auch keine Young Drivers, es werden aber welche von Ferrari eingesetzt. Ferrari hat sogar eine eigene Young Driver Acadamy, sie haben fünf, sechs Fahrer unter Vertrag, die in den unteren Klassen zum Einsatz kommen und an größere Aufgaben herangeführt werden.

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Formel 1: Ferrari feiert Sebastian Vettel mit ''EM-Pokal''. (Videolänge: 19 Sekunden)

Die kleinen Teams sind froh, weil sie dadurch Kosten sparen. Ähnlich ist es bei Red Bull, sie haben auch eine eigene Academy, ihre jungen Fahrer sammeln bei Alpha Tauri Fahrpraxis. Mercedes unterstützt als Motorenhersteller junge Fahrer, genau wie Renault.

Fernando Alonso fährt nächstes Jahr wieder für Renault, aber er ist ja eigentlich kein Young Driver. Warum darf er am Dienstag trotzdem fahren?

"Das hängt damit zusammen, dass er in den letzten zwei Jahren kein modernes Formel-1-Auto, sondern nur IndyCar gefahren ist", so Roos. "Alonso ist kein Young Driver, es ist quasi eine Lücke im Reglement." Für den Weltmeister von 2005 und 2006, der in der kommenden Saison sein Comeback für Renault gibt, sind die Tests der erste offizielle Einsatz seit seiner Rückkehr.

Von der Ausnahmeregelung profitiert auch Robert Kubica. Der Pole, Testfahrer für Alfa Romeo, hat 97 Formel-1-Rennen bestritten und dabei einen Sieg gefeiert.

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