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Formel 1 News: Qualifying aus Bahrain aus Sicht von Mick Schumacher & Sebastian Vettel

Grid-Nachbarn Vettel & Schumacher: So nah und doch so fern

Udo Hutflötz

28.03.2021 | 22:15 Uhr

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Red-Bull-Pilot Max Verstappen hat sich die erste Pole Position der neuen Formel-1-Saison gesichert. (Videolänge: 6:18 Minuten)

Das erste Qualifying der Saison 2021 ist Geschichte. Aus deutscher Sicht hätte dieses kaum unterschiedlicher laufen können, obwohl Sebastian Vettel und Mick Schumacher in Bahrain am Sonntag fast nebeneinander starten.

Des einen Freud ist des anderen Leid. Nach diesem bekannten Spruch lässt sich das erste Qualifying des Rennjahres 2021 in Bahrain zusammenfassen - zumindest im Hinblick auf die Gemüts- und Gefühlslage der beiden deutschen Piloten Mick Schumacher und Sebastian Vettel.

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Sebastian Vettel scheitert bereits in Q1 - Mick Schumacher schneller als Mazepin - Max Verstappen auf der Pole in Bahrain. (Videolänge: 2:28 Minuten)

Denn während Debütant Schumacher mit Platz 19 in der Startaufstellung nicht unglücklich ist, erlebt Sebastian Vettel einen mehr als gebrauchten Motorsport-Samstag, an dem unter dem Strich nur Platz 18 herausspringt.

Vettel wird strafversetzt und startet vom Ende des Feldes

Am Sonntag folgt jedoch der nächste Nackenschlag für den Heppenheimer. Der 33-Jährige hat nach Ansicht der Rennkommissare in der Qualifikation zum Großen Preis von Bahrain am Samstag gegen die Vorgaben bei doppelt geschwenkten Gelbe Flaggen verstoßen.

Sie sanktionierten am Sonntag zweieinhalb Stunden vor dem Rennen das Vergehen mit einer Zurückstellung in der Startaufstellung um fünf Plätze. Zudem bekommt er drei Strafpunkte. Vettel muss nun vom letzten Platz starten, bleibt aber weiterhin indirekt Grid-Nachbar von Mick Schumacher, der durch die Vettel-Strafe auf Platz 18 vorrückt. Statt seitlich versetzt, stehen die beiden nun hintereinander in der Startaufstellung.

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Vettel-Start bei Aston Martin nicht optimal

Doch so nah sich die beiden beim Start auf dem Grid befinden, so gegensätzlich ist deren gefühlte Ausgangslage. Vettel, der nach verkorksten letzten Jahren bei Ferrari nun bei Aston Martin einen Neustart hinlegen wollte, hat auch bei seinem neuen Rennstall mit Problemen zu kämpfen, die fast schon an seine Zeit in Rot erinnern.

Technische Probleme bei den Tests in Bahrain vor zwei Wochen sorgten dafür, dass der Heppenheimer im Fahrerfeld die wenigsten Testkilometer vor der Saison absolvierten konnte - und das ausgerechnet in einem neuen Auto, an das er sich erst gewöhnen muss.

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Das war dem vierfachen Weltmeister bislang auch beim ersten Rennwochenende anzumerken. Wirklich wohl fühlte er sich im neuen Cockpit (noch) nicht, was sich auch in den Ergebnissen der Trainingssessions niederschlug: einmal Platz 12 und zweimal Platz 14. Dabei konnte er seinen Teamkollegen Lance Stroll nur am Freitagmittag hinter sich lassen.

Schumacher: "Sebastian hat wirklich Pech gehabt"

Im Qualifying mündete die bislang zumindest aus sportlicher Sicht unglückliche Saison im Aus in Q1. Doch Vettel hatte dabei auch mit reichlich Pech zu kämpfen. Gleich zwei Gelbe Flaggen auf seiner letzten schnellen Runde - unter anderem durch Schumacher-Kollege Nikita Mazepin ausgelöst - verhinderten eine Verbesserung seiner Zeit. Gleichzeitig konnten aber noch einige Piloten an Vettel vorbeiziehen und den 33-Jährigen im Klassement auf Rang 18 schieben.

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Sky Experte Ralf Schumacher analysiert das Qualifying von Sebastian Vettel in Bahrain. (Videolänge: 1:09 Minuten)

"Sebastian hat wirklich Pech gehabt mit den Gelben Flaggen. Da konnte er nichts machen. Bitter für ihn ist natürlich auch, dass Teamkollege Lance Stroll schneller war", analysiert Sky Experte Ralf Schumacher.

Vettel sieht auch Positives

Vettel selbst will die Situation und schlechte Ausgangslage für das Rennen jedoch nicht nur auf das Pech schieben. "Wir hätten vielleicht besser aufpassen müssen und uns besser positionieren sollen. Im Nachhinein ist man immer schlauer. Es hat uns heute hart getroffen, aber es ist nun mal so."

Für das Rennen ist der Heppenheimer nicht wirklich optimistisch, sieht aber trotz des verkorksten Qualifyings auch positive Aspekte. "Wir sind weit weg, auch weit weg von den Punkten. Morgen ist ein langes Rennen und eine schwierige Strecke, was die Reifen angeht. Lassen wir uns überraschen. Das Auto war auf jeden Fall besser als in den Trainingssessions. Es hat sich sehr gut angefühlt, aber leider konnten wir das nicht zeigen."

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Sebastian Vettel nach dem frühen Ausscheiden beim Qualifying in Bahrain. (Videolänge: 53 Sekunden)

Horner glaubt an Vettel-Fortschritte

Vielleicht gelingt es ihm das ja am Sonntag. Dass das Auto - trotz offensichtlicher Probleme aufgrund der Regeländerung im Hinblick auf den beschnittenen Unterboden - zumindest um die Top10 und damit um die Punkte fahren kann, hat Teamkollege Stroll bewiesen, der seinen Boliden immerhin von Rang zehn aus starten darf.

Geht es nach Christian Horner, dem alten Vettel-Chef bei Red Bull, könnte sich dieses Verhältnis auch bald umkehren und Vettel vor seinem Teamkollegen liegen: "Ich denke, er passt sich ganz gut an, er kommt gut rein, aber er braucht einfach etwas mehr Zeit. Ich bin mir sicher, dass er im Rennen konkurrenzfähiger sein und Fortschritte machen wird."

Schumacher: "Mick hat bislang eine tadellose Leistung gebracht"

Diese erhofft sich auch Mick Schumacher. Der Sohn von Rekord-Weltmeister Michael Schumacher startet zwar einen Platz hinter Vettel, ist damit aber in der aktuellen Lage deutlich zufriedener als der Heppenheimer. Dies liegt vor allem daran, dass der Haas in diesem Jahr alles andere als konkurrenzfähig ist und sich - Stand jetzt - nicht ernsthaft mit den anderen Teams duellieren kann.

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Sky Experte Ralf Schumacher analysiert die Leistung von Mick Schumacher. (Videolänge: 53 Sekunden)

Das wichtigste für Schumacher wird sein, seinen Teamkollegen Mazepin auf Dauer hinter sich zu lassen. Dies ist dem Youngster an diesem Wochenende bislang in jeder Session gelungen.

"Mick hat bislang eine tadellose Leistung über das gesamte Wochenende gebracht. Wir haben keinen Fehler von ihm gesehen. Er hat seine Programme abgespult, hat das Beste aus den Reifen herausgeholt. Wie es laufen kann, hat man leider Gottes an seinem Teamkollegen gesehen. Also genau wie man es nicht machen soll. Mick hat es deutlich besser gemacht", zeigt sich Sky Experte Schumacher ob der Leistung des Rookies zufrieden.

Mick "happy mit dem Resultat"

Auch Mick selbst ordnete sein erstes Qualifying in der Königsklasse des Motorsports in die Kategorie "gelungen" ein. "Es war sehr kurz, aber ich bin im Endeffekt doch recht happy mit dem Resultat. Wir wussten, dass nicht viel nach vorne geht, aber wir waren recht nah an unserem Target dran. Wir müssen uns jetzt komplett auf das Rennen konzentrieren und die Erfahrung sammeln."

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Mick Schumacher ist trotz Platz 19 zufrieden mit seinem ersten Qualifying in der Formel 1(Videolänge: 1:06 Min.).

Für das Rennen hat sich der 22-Jährige keine konkreten Ziele gesetzt - auch, weil die Bedingungen ganz neue sein werden. "Ich will weiterhin lernen. Es ist mein erstes Rennen. Wir werden zum ersten Mal unter Rennbedingungen fahren, mit anderen Autos vorne dran. Das heißt wir können bis zu 20 Prozent Downforce verlieren, was eine Riesenmenge ist. Von daher: Erfahrung sammeln und darauf aufbauen."

Doch bis es soweit ist, schaltet Schumacher erstmal mit einer Runde Schach ab, wie der Rennstall auf seinem Instagram-Account zeigt - auch ein Zeichen, für die lockere und unbeschwerte Art, die ihm in der Formel 1 sicherlich gut tun wird.

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Ein Beitrag geteilt von Haas F1 Team (@haasf1team)

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