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Formel 1 News: Red Bull setzt im Titelkampf auf Adrian Newey

Verstappens Trumpf im Titelkampf: Die Rückkehr der "Galionsfigur"

Peer Kuni

22.10.2021 | 10:14 Uhr

Red-Bull-Star Max Verstappen (rechts) mit Adrian Newey.
Image: Red-Bull-Star Max Verstappen (rechts) mit Adrian Newey.  © Imago

Max Verstappen und Lewis Hamilton liefern sich in der Formel-1-Saison 2021 einen knallharten Fight um die WM-Krone. Derzeit liegt der Niederländer knapp vorne. Mit Adrian Newey hat Red Bull allerdings noch einen Trumpf in der Hinterhand.

Vor dem Großen Preis der USA in Austin (am Sonntag ab 21.00 Uhr live auf Sky) trennen Verstappen und Hamilton gerade einmal sechs Punkte. Alles läuft auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen bei den verbleibenden sechs Grands Prix hinaus.

Dabei schien der Pendel bei den vergangenen zwei Rennen zugunsten von Mercedes auszuschlagen. In Sotschi triumphierte Hamilton, in Istanbul sein Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas. Doch der eigentliche Gewinner in der Türkei hieß Red Bull.

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Formel 1 Update vor dem Rennen in Austin/Texas. Sky Experte Ralf Schumacher spricht unter anderem über den WM-Kampf und den vollen Rennkalender für die kommenden Saison (Videolänge: 11:45 Minuten).

Newey kehrt in Istanbul zurück

Mit den Plätzen zwei für Verstappen und drei für dessen Teamkollegen Sergio Perez holte Red Bull in Istanbul aus eigener Kraft das Maximum an Punkten heraus. Mercedes war das dominante Team, doch Hamilton kam auch aufgrund seiner Motorenstrafe nicht über Rang fünf hinaus.

Ein Hauptgrund für das Doppelpodium der Österreicher in Istanbul war die Rückkehr von Adrian Newey. Der 62-Jährige fiel nach einem Radunfall samt Knie-OP in der Sommerpause lange aus, verpasste die Rennen in Spa-Francorchamps, Zandvoort, Monza und Sotschi. In der Türkei war er erstmals wieder an der Strecke und nahm direkt großen Einfluss.

Red Bull hatte insbesondere in den Freien Trainings am Freitag große Probleme auf dem Istanbul Park Circuit und lag zeitweise über eine halbe Sekunde hinter Mercedes. "Adrian hat sofort die Schwierigkeiten erkannt, die wir in der Abstimmung hatten", sagte Red Bulls Motorsportkonsulent Dr. Helmut Marko im Interview bei Sky.

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Newey macht die richtigen Anpassungen

Der überraschend griphaltige Asphalt hatte Red Bull zuvor überrascht und passte nicht zu den Ergebnissen aus den Simulationen. Die Fahrzeugabstimmung war entsprechend nicht stimmig, die Fahrer kämpften mit der Balance im Auto und viel Untersteuern. Newey machte umgehend Anpassungen am Setup. In Qualifying und Rennen war Red Bull damit viel konkurrenzfähiger.

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"Adrian ist noch nicht voll fit, aber er ist so weit da, um seinen Job erfüllen zu können. Wir sind gut auch in der Breite aufgestellt, aber natürlich ist Newey die Galionsfigur", machte Marko deutlich. Mit Blick auf den engen WM-Fight mit Mercedes ist die Rückkehr Neweys ein Trumpf im Ärmel für die Österreicher.

Der frühere technische Direktor von Williams und McLaren hat mit seinen Autos bereits Nigel Mansell, Alain Prost, Damon Hill, Jacques Villeneuve, Mika Häkkinen und Sebastian Vettel zu Weltmeistern gemacht. Insgesamt zehn Einzel- und zehn Konstrukteurs-Titel konnten die Teams von Newey seit 1992 gewinnen.

Newey glaubt an Verstappen im WM-Kampf

Bei Red Bull hoffen sie auf die erste WM-Krone seit 2013. "Er hat in seiner Karriere so viel erlebt in verschiedenen Phasen. Er weiß, was los ist, was mit dem Auto passiert. Das ist ehrlich gesagt ziemlich beeindruckend. Er ist ein sehr cleverer Kerl", lobte Perez seinen technischen Direktor im Team-Podcast Talking Bull.

Bei Red Bull laufen bereits die Planungen für mehrere Treffen zwischen Newey und Verstappen in der Basis in Milton Keynes auf Hochtouren. Dort soll im WM-Schlussspurt an Feinheiten gefeilt werden, um die letzten Prozente herauszuquetschen. "Wir wollen chassismäßig wieder auf ein absolutes Toplevel kommen", so Marko.

Das Red Bull mit Verstappen gute Chancen auf den Titel hat, davon ist auch Newey selbst überzeugt. "Er hat einen eisernen Willen, den jeder Weltmeister braucht, um sich in widrigen Situationen durchzusetzen und weiterzumachen. Wenn an einem Wochenende etwas schiefläuft, lässt er das hinter sich. Sein Fahrkönnen ist offensichtlich hervorragend", erklärte der gelernte Luftfahrt-Ingenieur gegenüber Talking Bull.

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Red Bull in Austin in der Außenseiterrolle

Der Brite weiß aber auch, dass Red Bull in Austin zunächst einmal in der Außenseiterrolle ist. Seit 2012 wird auf dem Circuit of The Americas gefahren, fünfmal stand Hamilton dabei ganz oben in Texas. "Wir wissen, dass Austin schon seit einigen Jahren eine Hamilton-Hochburg ist", meinte Red-Bull-Teamchef Christian Horner.

Um den Rekordweltmeister in den USA einzubremsen, muss Red Bull alles aus dem Auto herausholen. Dafür brauchen die Österreicher neben Verstappen Teamkollege Perez in seiner Istanbul-Form sowie den einen oder anderen Geniestreich von Newey.

"Ich denke, andere Strecken liegen uns besser. Es gibt viele Vollgas-Abschnitte, außerdem ist der Reifenverschleiß ziemlich hoch", schätzte Verstappen seine Siegchancen realistisch ein. Zumindest Schadensbegrenzung ist aber in Austin angesagt, denn bei den folgenden Grands Prix sieht sich Red Bull im Vorteil.

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Die Strecke in Austin weist einige Bodenwellen auf. Das sorgt für Kopfschmerzen und Wirbelsäulenprobleme bei den Formel-1-Piloten (Video-Länge: 2:38 Minuten).

Newey als Trumpf im Saisonfinale

"Mexiko und Brasilien, Strecken die höher liegen, waren in der Vergangenheit ganz stark für uns", erklärte Horner. Im Hochgebirge besitzt der Red Bull mehr Anpressdruck und kann dementsprechend mit weniger Flügel fahren. Dadurch können die Österreicher eine bessere Abstimmung zwischen Top-Speed auf den Geraden und Grip in den Kurven wählen als die Konkurrenz.

Für die drei finalen Saisonrennen in Katar, Saudi-Arabien und Abu Dhabi ist eine Prognose schwierig. Doch gerade auf den neuen Kursen in Doha und Jeddah können Kleinigkeiten das Pendel in die eine oder andere Richtung ausschlagen lassen.

Um sich diesen kleinen Vorteil für das großer WM-Finale zu sichern, hat Red Bull das Design-Genie Newey in der Hinterhand.

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