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Formel 1 News: Verstappen, Hamilton, & Co. - Erkenntnisse nach zwei Trainings in Bahrain

Mick hofft, Hamilton hüpft hinterher: Fünf Erkenntnisse der Trainings

Unterschiedliche Gefühlswelten: Mick Schumacher (l.) strahlt nach einem erfolgreichen Freitag in Bahrain, Lewis Hamilton (r.) hadert mit der schlechten Mercedes-Performance.
Image: Unterschiedliche Gefühlswelten: Mick Schumacher (l.) strahlt nach einem erfolgreichen Freitag in Bahrain, Lewis Hamilton (r.) hadert mit der schlechten Mercedes-Performance.  © Imago

Die ersten beiden Sessions des neuen Formel-1-Jahres sind absolviert. Bevor am Samstag in Bahrain das Qualifying und am Sonntag das Rennen stattfindet, blickt Sky Sport auf die ersten Erkenntnisse des bisherigen Wochenendes.

Klar, die ersten beiden Trainingseinheiten am Freitag sind nicht immer das ausschlaggebende Kriterium, ob es bei einem Team oder einem Fahrer am Wochenende gut laufen wird oder nicht, aber nach zwei Stunden auf der Strecke - eine pro Einheit - lassen sich dennoch wichtige Erkenntnisse und Tendenzen ableiten, die Prognosen für Samstag und Sonntag möglich machen.

Red Bull Favorit auf Auftakt-Pole

Eine davon liegt besonders nach der zweiten Session am Freitagabend mit Hilfe der Eindrücke auf der Strecke und mit Blick auf das Zeiten-Tableau auf der Hand. Red Bull hat es nach dem starken letzten Jahr erneut geschafft, ein mehr als konkurrenzfähiges Auto an den Start zu bringen.

Der neue RB18 scheint mit Weltmeister Max Verstappen im Cockpit erneut ganz vorne mitzufahren, wie bereits im 2. Freien Training in Bahrain gesehen. Besonders im Hinblick auf das Qualifying am Samstag (ab 15:30 Uhr LIVE und EXKLUSIV auf Sky Sport F1 und hier im Liveblog) ist die Favoritenrolle klar verteilt. "Red Bull ist auf der Pole Position - mit einem Vorsprung von mindestens fünf bis sechs Zehntel", gibt Sky Experte Ralf Schumacher seine Prognose für die Qualifikation ab - auch im Hinblick darauf, dass Red Bull in der Vergangenheit im Vergleich zum Freitag am restlichen Wochenende in der Lage war, noch eine Schippe draufzulegen.

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Das 2. FT ist vorbei und Max Verstappen ist seiner Favoritenrolle gerecht geworden. Neben den Ferraris zeigen auch die deutschen Fahrer solide Leistungen (Videolänge: 7:47 Min.).

Bei Red Bull selbst herrschte Zufriedenheit nach dem ersten Tag der neuen Saison. So sprach Teamchef Christian Horner von einem "positiven Tag" und auch Verstappen lobte: "Es war ein ordentlicher und sauberer Tag, um ehrlich zu sein. Ich bin sehr zufrieden damit. Wir haben ein paar Dinge am Auto probiert, und alles scheint gut funktioniert zu haben." Sowohl bei Shortruns als auch bei den Longruns zeigte sich Red Bull bislang stark.

Nur Ferrari kann (bislang) mit Red Bull mithalten

Ähnlich sah es bei der Scuderia Ferrari aus. Der italienische Traditionsrennstall wurde bereits vor und auch nach den Tests als ein Anwärter auf Siege und sogar auf den WM-Titel gesehen. Selbst schob man diese Rolle zunächst noch von sich, doch kurz vor den ersten Einheiten waren auch Kampfansagen der Roten zu hören und zu lesen. Auch die beiden Trainingseinheiten am Freitag haben gezeigt: Mit Ferrari ist zu rechnen. Es scheint sogar so zu sein, dass Ferrari am ersten Rennwochenende das einzige Team ist, dass Red Bull die Stirn bieten kann.

Dies sieht auch das Team von Weltmeister Verstappen so. Teamchef Horner erklärte, dass beide Ferrari-Piloten schnell gewesen seien. "Es könnte sein, dass sie das Auto sind, das es morgen [beim Qualifying] zu schlagen gilt."

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+++ LIVEBLOG: So liefen die ersten beiden Trainingssessions in Bahrain +++

Am Freitag belegten beide Ferrari-Piloten in beiden Sessions jeweils die Plätze zwei und drei. Es zeigt sich also, dass in Italien in der Fabrik gut gearbeitet und ein schnelles Auto mit einem guten Konzept entwickelt wurde. Kann der neue F1-75 auch bei der Haltbarkeit punkten, wonach es nach sechs Testtagen und den zwei Trainings aussieht, winkt ein regelmäßiger Kampf um den Rennsieg.

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Ebenfalls auffällig bei Ferrari: Charles Leclerc war in beiden Trainingseinheiten schneller als sein Teamkollege Carlos Sainz. In der zweiten Session sogar deutlich (0.497 Sekunden). Nachdem der hochgepriesene Leclerc sich in der vergangenen Saison doch etwas überraschend seinem neuen Teamkollegen im Gesamtklassement geschlagen geben musste, wirkt der Monegasse nun noch motivierter, neben einem insgesamt starken Jahr für Ferrari auch das teaminterne Duell zu gewinnen.

Konstrukteurs-Meister Mercedes hüpft hinterher

Von Gewinnen kann bei Mercedes derzeit noch keine Rede sein. Der Konstrukteurs-Weltmeister der vergangenen acht Jahre haderte bereits nach den Tests in Barcelona und Bahrain mit dem durch den neuen Ground-Effect hervorgerufenem Hüpfen der Autos. Doch während andere Teams (u.a. Red Bull, Ferrari) das Problem spätestens zum Auftaktwochenende in den Griff bekommen haben, rätselt Mercedes um Teamchef Toto Wolff noch, wie das Bouncing ohne großen Performance-Verlust zu beheben ist.

"Wir sind sicher nicht da, wo wir sein wollen", resümiert George Russell nach den ersten beiden Trainings. Man habe zwar "kleine Fortschritte" gemacht, sei aber noch immer "weit" von der Pace weg. Dies mag vielleicht für den jungen Briten der Fall sein, der in der zweiten Session immerhin auf Platz vier gelandet ist.

Beim entthronten Weltmeister Lewis Hamilton sah es noch schlimmer aus. Kleine Fortschritte waren dort nicht wirklich zu erkennen. Am Ende beendete Hamilton den Freitag als Neuntplatzierter. "Dieses Jahr stehen wir vor viel, viel größeren Problemen", so Hamilton. Sämtliche Versuche, das Auto und die Performance am Freitag zu verbessern, hätten nicht funktioniert. Man müsse deshalb noch länger an der Problemlösung arbeiten. Auch Sky Experte Ralf Schumacher sieht deshalb für den anstehenden Großen Preis von Bahrain kaum Siegchancen für Mercedes.

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"Wenn man in so einem komplexen System ein Problem hat, dann muss man das irgendwie zusammenbringen, verstehen und dann auch entwickeln können. Bei sechs Testtagen und dann nur eine Woche Pause ist das sehr, sehr schwer möglich. Ich glaube, dass beide Autos sehr unterschiedlich waren, um [die Lösung] herauszufinden. Hamilton hatte zudem noch ein Bremsproblem. Das wird wohl ein schwerer Saisonstart hier werden. In Saudi-Arabien könnte es aber bereits besser werden."

Haas und Mick Schumacher dürfen von Q3 träumen

Eine Überleitung von Mercedes zu Haas zu finden, war in der vergangenen Saison nahezu unmöglich. In diesem Jahr geht dies zumindest zum Auftakt in das erste Rennwochenende. Denn während Haas im vergangenen Jahr gnadenlos hinterherfahren musste, scheint der "weiße Ferrari", wie der Haas aufgrund seines noch intensiveren Austauschs mit der Scuderia mittlerweile genannt wird, endlich konkurrenzfähig zu sein.

Diesen Eindruck hat vor allem das 2. Freie Training geliefert, in dem die beiden Piloten Mick Schumacher und Kevin Magnussen in den Top 10 gelandet sind. Schumacher konnte dabei sogar die beste Zeit von Hamilton unterbieten und den entthronten Weltmeister sensationell hinter sich lassen. Natürlich handelt es sich dabei nur um ein Training, doch es zeigt sich, dass Haas in dieser Saison deutlich besser performt und wenn alles passt, vielleicht sogar regelmäßig um Punkte mitfahren kann.

Entsprechend glücklich zeigte sich Schumacher am Freitagabend: "Es war erst das zweite Training. Aber es fühlt sich gut an. Wenn wir es im Qualifying unter die besten Zehn schaffen, wäre ich auf Wolke sieben." Ein Traum, der am Samstag wirklich greifbar scheint.

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Zudem konnte Schumacher mit Blick auf das teaminterne Duell gegen seinen neuen Kollegen Magnussen zufrieden sein. Nachdem der Sohn von F1-Legende Michael Schumacher im vergangenen Jahr mit Nikita Mazepin wohl keinen wirklichen Herausforderer im eigenen Team hatte, sprachen viele Experten nach der Haas-Verpflichtung von Magnussen von einem echten Härtetest für Mick. Die ersten Aufgaben dieses Tests hat Schumacher somit mit Bravour gemeistert.

Und der war weg? Hülkenberg mit starkem Comeback

Apropos mit Bravour gemeistert: Comebacker und "Corona-Ersatzmann" Nico Hülkenberg legte eine ganz starke Performance auf den Asphalt - und das quasi aus dem Nichts. Denn der Emmericher und Wahl-Südfranzose wurde am Donnerstag von einem Anruf überrumpelt. Aston-Martin-Pilot Sebastian Vettel hat Corona. Hülkenberg müsse als Ersatzfahrer einspringen.

Erst von Donnerstag auf Freitag in der Nacht landete Hülkenberg in Bahrain und war am Freitagabend in der zweiten Session gerade einmal eine Zehntel langsamer als sein Teamkollege Lance Stroll - und das obwohl er seit seinem Einsatz beim GP der Eifel im Oktober 2020 nicht mehr in einem F1-Auto saß und besonders noch nie mit der neuen Generation an Autos gearbeitet hat.

"Chapeau! Das kann man nicht anders sagen", zollt Sky Experte Schumacher dem Emmericher Respekt. "Heute aus dem Flieger auszusteigen und dann nur eine Zehntel langsamer als Stroll zu sein, gibt zu denken - für den Lance zumindest. Also super Leistung. Die Frage ist: Hält sein Nacken das durch? Kriegt er den Start hin? Aber das war schon eine sehr starke Leistung."

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Nico Hülkenberg zieht nach den ersten beiden Trainings im Aston Martin. Trotz langer F1-Pause konnte er sich gut an das neue Auto gewöhnen, auch wenn der Rennanzug zwei Jahre später immer noch zwickt (Videolänge: 3:41 Min.).

Hülkenberg selbst gab sich im Anschluss am Sky Mikrofon sehr entspannt und agierte so, als wäre er aus dem F1-Zirkus nie wirklich rausgewesen. "Ich war überrascht wie groß der Unterschied zu den alten Autos ist. Die Reifen, der Bremsvorgang. Aber ich habe mich mit jeder Ausfahrt wohler gefühlt. Ich bin sehr zufrieden mit dem Tag und habe ein gutes Gefühl entwickelt." Und das, obwohl der Nacken leicht "zwackt" und der Rennanzug etwas enger anliegt als sonst. Doch auch darauf hatte der gut gelaunte sympatische Emmericher eine schlagfertige Antwort. "Das liegt wohl an meinen Grillkünsten."

Mehr zum Autor Udo Hutflötz

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