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Formel 1: Nyck de Vries feiert grandioses F1-Debüt für Williams in Monza

Wird der heimliche Monza-Sieger zur Gefahr für Mick?

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Nyck de Vries fährt bei seinem Formel-1-Debüt in die Punkte und nun hofft er, im nächsten Jahr einen Platz in der Formel 1 zu bekommen.

Was für ein grandioses F1-Debüt von Nyck de Vries! Der Niederländer rast beim Italien-GP im Williams direkt in die Punkte. Ein Statement für ein Stammcockpit.

Am Freitag war de Vries im 1. Freien Training von Monza noch für Aston Martin im Einsatz und steuerte das Auto von Sebastian Vettel.

Am Samstag hatte der Formel-2-Meister von 2019 und Formel-E-Champion von 2021 dann eigentlich wieder frei. Doch aufgrund einer Blinddarmentzündung von Stammpilot Alex Albon durfte de Vries erneut ins Cockpit springen. Dieses Mal für Williams. Dort ist der 27-Jährige als Ersatzfahrer engagiert. Erst rund eine Stunde vor dem 3. Freien Training erhielt de Vries die Nachricht von Williams-Teamchef Jost Capito.

Und de Vries lieferte auf Anhieb. Ohne jegliche Vorbereitungszeit und mit der schwierigen Umstellung vom Aston Martin zum Williams war der Niederländer im FP3 nur eine Zehntel langsamer als Teamkollege Nicholas Latifi. Im Qualifying toppte er den Kanadier bereits und raste aus eigener Kraft auf P13 - aufgrund vieler Gridstrafen der Konkurrenten startete er sogar von P8.

Im Rennen machte er dann keinerlei Fehler und fuhr mit P9 direkt seine ersten Punkte ein. Der Rookie duellierte sich dabei lange Zeit mit den erfahrenden Daniel Ricciardo (McLaren) sowie Pierre Gasly (AlphaTauri) und hielt Guanyu Zhou im Alfa Romeo mehrere Male stark hinter sich. Damit ist de Vries der erste Rookie seit Nico Rosberg (2006), der bei seinem Williams-Debüt in die Punkte fährt. Zudem wurde de Vries völlig zurecht zum Fahrer des Tages gewählt.

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Wolff & Glock begeistert von de Vries

"Es hat eine Menge Spaß gemacht. Es war entscheidend, dass der Start gelingt und ich die erste Runde sauber hinbekomme, damit ich in einen Rhythmus komme. Dann kam ein DRS-Zug, da konnte ich am Feld dranbleiben. Wir haben es strategisch gut gemacht und auch auf den Reifen war die Pace gut. Wir haben die Punkte wirklich verdient. Die Gridstrafen und die Ausfälle haben geholfen, aber das nehmen wir gerne mit", analysierte der 27-Jährige bei Sky sein Rennen.

Williams-Teamchef Jost Capito (l.) nimmt Nyck de Vries nach seinem starken Rennen in Monza in den Arm.
Image: Williams-Teamchef Jost Capito (l.) nimmt Nyck de Vries nach seinem starken Rennen in Monza in den Arm.  © Imago

Mit diesem hat der ehemalige Mercedes-Junior auf sich aufmerksam gemacht. "Unglaublich. Er ist immer ein Teil unserer Familie gewesen, er ist Weltmeister mit uns in der Formel E geworden. Wir haben immer auf ihn geschaut. Nun macht er sein eigenes Ding, steigt in die Kiste ein im dritten freien Training, qualifiziert sich vor seinem Teamkollegen und fährt mal eben lässig in die Punkte. Das ohne Training - richtig gut", zeigte sich Mercedes-Teamchef Toto Wolff am Sky Mikrofon völlig begeistert.

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Mercedes-Teamchef kürt Nyck de Vries zum ''Fahrer des Tages'' und ist sich sicher, dass der Debütant nun einen Sitz in der Formel 1 bekommen wird.

Auch Sky Experte Timo Glock schwärmte: "Nyck de Vries. Den habe ich gelobt und das ganze Rennen im Auge gehabt. Wie er ins Auto gestiegen ist - er ist kein Meter mit vollem Tank gefahren. Er hält sich aus allen raus am Start, dann die Reifen - er ist noch nie einen Longrun mit diesem Auto gefahren. Das hat er wirklich sehr gut hinbekommen. Ich habe keinen Fehler gesehen - Hut ab."

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Timo Glock findet nach dem Super-Debüt von Nyck de Vries nur lobende Worte für Nyck de Vries.

Bewerbungsschreiben an Capito

Mit P9 fuhr de Vries übrigens mit das beste Saisonergebnis von Williams ein, Albon war in Miami ebenfalls Neunter geworden. "Das alles absolut fehlerfrei zu machen - da sieht man nicht nur, dass er schnell ist, sondern die Rennintelligenz. Er musste verteidigen, angreifen, Boxenstopp machen", zeigte sich auch Williams-Teamchef Jost Capito bei Sky beeindruckt und fügte hinzu: "Man hat ihm keine Nervosität angemerkt, obwohl er das innerlich natürlich ist. Er hat es so professionell gemacht, als hätte er nie etwas anderes gemacht, als Formel 1 zu fahren."

Natürlich stellte sich nach dieser großartigen Leistung samt Kaltstart die Frage, wie es mit de Vries nun weitergeht. Albon wird in drei Wochen in Singapur (das Rennen am Sonntag, 2. Oktober, LIVE & EXKLUSIV auf Sky Sport F1) aller Voraussicht wieder ins Cockpit steigen, de Vries dann wieder ins zweite Glied rücken. Allerdings darf sich der 27-Jährige nun berechtigte Hoffnungen auf einen Platz im kommenden Jahr machen.

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"Ich habe keinen Einfluss darauf. Ich kann nur meinen Job machen und mein Bestes geben. Ich hoffe, das Schicksal ist gut zu mir", meinte de Vries selbst zurückhaltend. Mercedes-Teamchef Wolff machte hingegen mit viel Nachdruck klar: "Wenn ihn nicht einer von denen, die noch einen freien Sitz haben, aufschnappt, verstehe ich die Welt nicht mehr."

Latifi vor dem Aus

In allererster Linie haben natürlich jetzt Capito und Williams die Wahl, de Vries 2023 ein Stammcockpit zu geben. Albon fährt eine gute Saison und hat erst Anfang August einen neuen mehrjährigen Vertrag beim britischen Traditionsteam unterschrieben. Allerdings ist das zweite Cockpit noch frei. Dort läuft der Vertrag von Latifi am Jahresende aus. Und der 27-jährige Kanadier konnte bislang nicht überzeugen.

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Latifi stand in dieser Saison klar im Schatten von Albon, hat als einziger Fahrer im Feld noch keinen einzigen WM-Punkt auf dem Konto und wurde nun auch von Rookie de Vries klar in den Schatten gestellt. "Es ist für ihn extrem schwierig. Einen Fahrer ins andere Auto zu kriegen, der schneller ist, ist extrem großer Druck. Als Formel-1-Fahrer muss man mit dem Druck umgehen können, es gibt nur 20. Das sind die Besten und damit muss man umgehen können. Da müssen wir jetzt weitersehen", sagte Capito vielsagend.

Latifi wurde in Monza nur 15., dabei ging er von Startplatz zehn durchaus mit guten Chancen auf Punkte ins Rennen. Der Kanadier bringt dank seiner Sponsoren zwar viel Geld mit ins Team, doch Williams fehlen die Punkteprämien. Mit Albon und de Vries hätte das britische Traditionsteam bessere Chancen, regelmäßiger um WM-Zähler zu kämpfen. Aktuell ist Williams mit fünf Punkten mit großem Abstand Letzter bei den Konstrukteuren.

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Rückschlag für Schumacher?

"Nach außen ist er ein Sunnyboy, aber er pusht natürlich und ist knallhart. Wie er das Team pusht und seine Aussagen sind knallhart. Es ist eine gute Kombination", schwärmte Capito in Italien von seinem Schützling. Ein Zeichen für eine Beförderung zum Stammpiloten?

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Williams-Chef Jost Capito erklärt Neuling Nyck de Vries. ''Nach außen ist er ein Sunnyboy, aber er pusht und ist knallhart.''

Für Mick Schumacher wäre das ein weiterer Rückschlag, denn auch der Haas-Pilot wurde zuletzt immer wieder mit Williams in Verbindung gebracht. Ferrari-Teamchef Mattia Binotto vermied allerdings nach dem Grand Prix, den Schumacher auf P12 beendete, überraschend ein klares Bekenntnis zu seinem Ferrari-Junior.

Neben Williams suchen auch noch Alpine, AlphaTauri, Alfa Romeo und Haas einen Fahrer für 2023. De Vries hat sich mit seinem Traum-Debüt in Monza in Stellung gebracht und ein perfektes Bewerbungsschreiben abgegeben. Der Niederländer dürfte spätestens jetzt bei allen genannten Teams auf dem Zettel stehen.

Mehr zum Autor Peer Kuni

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