Zum Inhalte wechseln

Formel 1: Verstappen vs. Hamilton - Reifenstrategie in Abu Dhabi wird entscheiden

Zwei Wege, ein Ziel! WM-Showdown wird zum finalen Strategie-Poker

Bitte verwende den Chrome-Browser, um unseren Videoplayer mit optimaler Leistung nutzen zu können!

Die Highlights des Qualifyings zum GP von Abu Dhabi. (Videolänge: 12:43 Min)

Spannender könnte das WM-Finale in Abu Dhabi gar nicht sein. Beim Qualifying holt sich Max Verstappen zwar den Vorteil durch die Pole Position, doch ein Verbremser des Niederländers könnte gravierende Folgen haben. Der WM-Showdown mutiert zum Herzschlagfinale inklusive Strategiepoker.

Die Freude bei Verstappen und Red Bull kannte nach dem Qualifying in Abu Dhabi keine Grenzen. Die gesamte Crew lag sich nach dem Husarenritt des Niederländers, der für die Pole Position gesorgt hatte, in den Armen. Auch der WM-Führende selbst zeigte sich im Anschluss an die Startplatz-Jagd sehr erleichtert und hochzufrieden. "Es ist ein großartiges Gefühl. Wir haben das Auto im Qualifying nochmal verbessern können, denn das Wochenende war bis dahin ein bisschen ein Auf und Ab. Ich bin unheimlich happy damit."

Der Jubel über den Erfolg am Samstag war umso größer, da er - wie es Verstappen bereits angedeutet hat - überraschend kam. Mercedes war am Freitag und auch am Samstag in den Trainingssessions besonders auf eine Runde gesehen deutlich schneller als Red Bull. Hamilton vor Verstappen war das gewohnte Bild. Doch im Qualifying drehte sich der Spieß um - auch, weil der Rennstall einen strategischen Kniff mit perfektem Timing angewandt hat. Die kurze Windschatten-Fahrt hinter Teamkollege Sergio Perez sicherte Verstappen nämlich den entscheidenden Vorsprung.

Bitte verwende den Chrome-Browser, um unseren Videoplayer mit optimaler Leistung nutzen zu können!

Max Verstappen nutzt den Windschatten von Teamkollege Sergio Perez beim Qualifying in Abu Dhabi. (Videolänge: 35 Sekunden)

Wolff lobt Red-Bull-Vorgehen: "Einfach clever gemacht"

"Strategisch hat Red Bull heute sehr clever agiert. Sie waren die Ersten, die den Windschatten herausgeholt haben. Das hat fünf km/h auf der Geraden gebracht. Das hat richtig Zeit gebracht, super smart", lobt Sky Experte Nico Rosberg das Vorgehen von Red Bull.

Auch Konkurrent Mercedes - in Person von Motorsportchef Toto Wolff - erkannte die starke Performance von Verstappen und Red Bull am Sky Mikrofon zweifelsfrei an. "Sie haben es einfach clever gemacht. Sie haben zwischen drei und vier Zehntel im Windschatten geholt, optimal gespielt. Aber ich glaube trotzdem, dass unser Auto nicht schnell genug war. Wir wären zwar näher dran gewesen, aber definitiv nicht schneller. Eindeutig, 1:0 für Red Bull."

Auch Hamilton gab hinterher zu, in Q3 des Qualifyings nahezu chancenlos gewesen zu sein. Man habe einfach "keine Antwort auf die Runde von Max" gefunden.

Bitte verwende den Chrome-Browser, um unseren Videoplayer mit optimaler Leistung nutzen zu können!

Lewis Hamilton nach dem Qualifying in Abu Dhabi. (Videolänge: 1:49 Minuten)

Rosberg: Qualifying für Mercedes "ein Schlag ins Gesicht"

Aufgrund dieses doch deutlichen Rückstands von Hamilton auf Verstappen (knapp 0,4 Sekunden) schätzt Sky Experte Rosberg ein, dass dies für Mercedes jetzt "erstmal ein Schlag ins Gesicht" gewesen sei. "Mercedes hat eigentlich damit gerechnet, dass man die besten Chancen auf die Pole hat. Und dann so deklassiert zu werden, ist erstmal ein Schock. Man fängt dann auch an zu zweifeln: Es das vielleicht auch im Rennen so, dass wir einfach gar nicht mehr mitkommen mit Max."

Mehr dazu

Doch wer jetzt nun denkt, die Ergebnisse aus dem Qualifying zu Gunsten von Red Bull und Verstappen seien eine Vorentscheidung im finalen WM-Showdown, der hat sich getäuscht. Grund dafür ist ein Verbremser von Verstappen, den er sich in Q2 auf den Mediumreifen geleistet hat. "Verdammt, ich habe einen massiven Plattfuß", meldete der Niederländer mit ärgerlicher Stimme am Funk - wohl bereits in dem Wissen, dass dies ein gravierender Fehler und Rückschlag im Hinblick auf das Rennen gewesen sein könnte.

Bitte verwende den Chrome-Browser, um unseren Videoplayer mit optimaler Leistung nutzen zu können!

Max Verstappen nach seiner Pole Position in Abu Dhabi. (Videolänge: 1:31 Minuten)

Start auf Soft kann "ein großer Nachteil" für Verstappen sein

Laut Red-Bull-Motorsportchef Dr. Helmut Marko war der Reifen so beschädigt, "dass eine Nachbearbeitung viel zu riskant wäre." So war Verstappen im Qualifying gezwungen, seine entscheidende schnellste Runde in Q2 auf den Softreifen zu drehen, der damit auch der Startreifen für das Rennen am Sonntag (ab 12:30 Uhr LIVE und EXKLUSIV auf Sky Sport F1) sein wird. "Es engt die Möglichkeiten der Strategie ein. Gott sei Dank war der Freitags-Run bei uns recht gut. Aber es wäre natürlich besser gewesen, wenn wir die Wahl gehabt hätten", führte Dr. Marko am Sky Mikrofon fort.

Auch Rosberg sieht bei den Reifen ein mögliches Handicap für Verstappen. "Es muss wahrscheinlich ein Ein-Stopp sein und das ist dann für Max schon ein großer Nachteil. Denn am Ende des ersten Stints wird Lewis von hinten so enorm Druck machen und der Softreifen wird immer weiter abbauen. Irgendwann ist er dann gezwungen in die Box zukommen und kommt dann möglicherweise wieder voll im Verkehr auf die Strecke. Das ist schon ein großer Nachteil."

Mehrere Strategieoptionen "ein kleiner Vorteil" für Mercedes

Verstappen hat zwar beim Start den Vorteil, dass der weichere Reifen in dieser Situation besser funktioniert, allerdings wird dieser auch viel schneller verschleißen und abbauen. Wolff ging am Sky Mikrofon von sieben bis acht Runden aus, bis dies der Fall sein wird. "Sie werden früher wechseln müssen." Mercedes hingegen startet auf der mittleren Mischung, was in der Strategiefrage "ein paar Spielvarianten" ermöglicht. Ein-Stopper oder Zwei-Stopper - für Mercedes beides möglich. "Da haben wir mit Sicherheit einen kleinen Vorteil - und den müssen wir ausspielen", weiß Wolff.

Bitte verwende den Chrome-Browser, um unseren Videoplayer mit optimaler Leistung nutzen zu können!

Toto Wolff, Motorsportchef von Mercedes, im Sky Interview nach dem Qualifying in Abu Dhabi. (Videolänge: 2:12 Min).

Dennoch ist man bei Red Bull im Hinblick auf das Rennen mit der Situation alles andere als unzufrieden. "Es ist auf jeden Fall sicher, dass es einfacher ist, wenn man vorne ist und diktieren kann anstatt angreifen zu müssen", erklärt Dr. Marko. "Es ist für uns die optimale Ausgangsposition. Vielleicht mit der Einschränkung, dass mit dem Mediumreifen die Möglichkeiten für uns variabler gewesen wären. Jetzt ist klar, wir können nur auf Hart gehen oder wenn wir auf zwei Stopps gehen, auf Hart und dann nochmal auf Soft. Aber es ist noch nichts verloren."

Bitte verwende den Chrome-Browser, um unseren Videoplayer mit optimaler Leistung nutzen zu können!

Dr. Helmut Marko, Motorsportchef von Red Bull, im Sky Interview vor dem Qualifying in Abu Dhabi. (Videolänge: 4:56 Min).

Das finale Duell zwischen Verstappen und Hamilton

Die Entscheidung in der Weltmeisterschaft spitzt sich also auf das alles entscheidende Rennen zu. Es könnte kein besseres Drehbuch für einen finalen WM-Showdown geben: Zwei Fahrer auf nahezu dem gleichen Niveau, zwei Autos, die über die gesamte Renndistanz - die Reifenwahl außen vor - nahezu gleich schnell unterwegs sind.

Doch die Kontrahenten sind aufgrund des Qualifying-Verlaufs gezwungen, verschiedene Wege zu gehen. Zwei unterschiedliche Wege, aber ein gleiches Ziel.

Der Strategiepoker beim GP von Abu Dhabi wird offenbaren, welcher Weg am Ende der schnellere ist und wer sich letztendlich zum Weltmeister krönen wird. Verstappen vs. Hamilton - der finale Fight kann kommen ...

Mehr zum Autor Udo Hutflötz

Alles zur Formel 1 auf skysport.de:

Alle News & Infos zur Formel 1
Rennkalender & Ergebnisse zur Formel 1
Fahrer & Teams der Formel 1
WM-Stand in der Formel 1
Videos zur Formel 1
Liveticker zur Formel 1

Alle weiteren wichtigen Nachrichten aus der Sportwelt gibt es im News Update nachzulesen.

Weiterempfehlen:

Mehr Geschichten