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Formel 1: Vettel gegen Leclerc reloaded? Wie stark ist Ferrari wirklich

Der Große Preis von Russland in Sotschi live auf Sky

Sport-Informations-Dienst (SID)

27.09.2019 | 21:02 Uhr

1:30
Die Freude bei Sebastian Vettel war rießig! In Singapur fuhr der Heppenheimer nach 392 Tagen wieder nach ganz oben aufs Treppchen (Videolänge: 1:30 Min.).

Bringt der Große Preis von Russland das nächste Duell zwischen Sebastian Vettel und Charles Leclerc? Plötzlich fahren die lange Zeit so schwachen Ferraris um Rennsiege.

Vor dem Start dieser Saison war es nur eine Ahnung. Sebastian Vettel gegen Charles Leclerc, Platzhirsch gegen Herausforderer, Vergangenheit gegen Zukunft - das neue Stallduell bei Ferrari schien den Stoff zu liefern für diese im Sport so beliebte Story. Im September 2019, mit einiger Verspätung, wird sie nun endlich geschrieben: Vettel gegen Leclerc, an der Spitze der Formel 1. Die wundersame Wiederauferstehung der Scuderia macht es möglich.

"Vom hässlichen Entlein zu einem Raumschiff"

Dreimal in Folge Pole Position, dreimal in Folge der Rennsieg, Ferrari hat sich mit Macht zurückgemeldet. Vor dem Großen Preis von Russland (Sonntag, ab 12 Uhr live auf Sky Sport 1 HD) brachte Italiens Leitmedium La Repubblica diese Wandlung auf den Punkt: "In nur drei Rennen ist Ferrari vom hässlichen Entlein zu einem Raumschiff geworden", schrieb das Blatt, und Mercedes um Weltmeister Lewis Hamilton wirke "verwirrt von diesem unerwartet starken" Gegner.

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Der Aufschwung kommt spät, zu spät, um Ferrari noch Hoffnungen im Kampf um den Titel zu machen: Hamilton (296 Punkte) hat rund 100 WM-Zähler Vorsprung auf Leclerc (200) und Vettel (194). Doch Ferraris neue Stärke befeuert das Generationenduell in Rot, in dem zuletzt in Singapur erste Spannungen sichtbar wurden. Und wenn auch der Titel quasi vergeben ist, lebt nun zumindest die Hoffnung auf sechs enge Rennen bis zum Saisonende.

Allerdings ist schwierig zu deuten, wie nachhaltig Ferraris neue Stärke sein wird. Leclercs Siege in Spa und Monza wurden begünstigt durch das Layout der Strecken, der SF90 funktioniert auf diesen Hochgeschwindigkeitskursen am besten. Vettels Erfolg in Singapur am vergangenen Sonntag kam dann gänzlich unerwartet, denn das rote Auto hatte auf langsamen, kurvigen Strecken zuvor riesige Probleme gehabt. So war Ferrari Ende Juli in Ungarn mit einer Minute Rückstand auf Mercedes "komplett zerstört" worden, wie Vettel sagt.

Hamilton: "Die kommenden Rennen werden hart"

Ferraris Leistung in Singapur deutet aber darauf hin, dass Maranello endlich sein Auto entschlüsselt hat: Seit dem Saisonbeginn wiederholte Teamchef Mattia Binotto, dass das auf geringen Luftwiderstand ausgelegte Konzept des Boliden ein starkes sei - es fehle jedoch die letzte Idee, um ihn auf allen Strecken siegfähig zu machen.

Nach Singapur brachte die Scuderia dann nicht zum ersten Mal umfangreiche Updates, unter anderem einen neuen Unterboden und einen neuen Heckflügel. Und endlich zeigten diese mal Wirkung. Hamilton sieht daher bereits schwierige Wochen auf Mercedes zukommen. "Offensichtlich", sagt der Engländer, "funktioniert ihr Auto jetzt überall. Die kommenden Rennen werden hart."

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Vettel sieht noch Luft nach oben

Allerdings ist man sich da selbst bei Ferrari nicht so sicher. "Die Updates sind gut", sagt Binotto, "aber sie erklären nicht alles, was wir in Singapur gesehen haben." Dort hatte Ferrari alles auf das Qualifying und die Pole Position ausgelegt, war im Rennen dann deutlich langsamer als Mercedes - was nicht ins Gewicht fiel, weil der Straßenkurs kaum Überholmöglichkeiten bietet.

Auch Vettel weiß, dass Ferrari seine Leistungen nun unter anderen Bedingungen bestätigen muss. "Wir wollen das beste Team sein, und im Moment sind wir das noch nicht", stellt er fest. Aber dass der Heppenheimer und Leclerc auch in Sotschi um den Sieg kämpfen können, ist mittlerweile mehr als eine Ahnung. Und das ist mehr, als Ferrari nach einem schlimmen ersten Halbjahr erwarten durfte.

Sport-Informations-Dienst (SID)

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