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Formel 1 vor dem Restart: Das hat sich verändert

Formel 1 legt endlich los! Das hat sich während Corona verändert

Elisabeth Lastovka

11.06.2020 | 08:36 Uhr

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Formel-1-Chef Chase Carey spricht über die strengen Corona-Auflagen in der Formel 1 und das Vorgehen, wenn ein Fahrer oder Teammitglied positiv auf Corona getestet wird (Videolänge: 1:07 Min.).

Die Corona-Krise hat alle Sport-Veranstaltungen weltweit durcheinander gewürfelt. Nach dreimonatiger Pause soll die Formel 1 mit dem Rennen in Österreich (Spielberg) erstmalig starten. Was hat sich verändert?

Mitte März hätte die Formel-1-Saison in Australien - genauer gesagt in Melbourne - starten sollen. Aufgrund eines positiven Corona-Falls im McLaren-Team wurde das Rennen aber kurzfristig abgesagt. Auch die nachfolgenden Rennen mussten entweder verschoben oder ganz abgesagt werden. Mit dem GP von Österreich in Spielberg am 5. Juli soll die Formel 1 aber endlich in die Saison starten und in einer möglicherweise abgespeckten Version durchgeführt werden. Unlängst hat die Formel 1 den Rennkalender für die europäischen Rennen herausgegeben.

Spielberg und Silverstone mit Doppelrennen

Für die derzeit geplanten und terminierten Rennen gibt es einige Neuerungen. In Spielberg und Silverstone werden sogenannte Doppelrennen an zwei Wochenenden hintereinander ausgetragen. Zudem finden die Rennen natürlich ohne Zuschauer oder VIP-Gäste statt.

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Formel 1: In Silverstone findet ein Doppelrennen statt

Corona wirft Rennkalender durcheinander

Der Rennkalender selbst wurde durch die lange Pause komplett durcheinander gewürfelt. Von den geplanten 22 Rennen wurden die Rennen in der Niederlande (Zandvoort), Monaco (Monte Carlo) und Frankreich (Le Castellet) bereits komplett abgesagt. Die restlichen Rennen wurden auf unbestimmte Zeit verschoben.

Diese Rennen finden (Stand 3. Juni 2020) statt und sind terminiert:

Sky Experte Ralf Schumacher freut sich auf den Start der Formel 1 und erklärt: "Man muss eine gewisse Anzahl an Rennen darstellen. Soweit ich das mitbekommen habe, ist das Ziel, 18 Rennen zu fahren. Vietnam will man zum Ende des Jahres unbedingt machen, da dort ein großes Antrittsgeld ist." Oben genannte Doppelrennen scheinen die einzige Möglichkeit zu sein, bis zum Ende des Jahres auf die Anzahl der Rennen zu kommen.

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Sky Experte Ralf Schumacher spricht im Interview über einen möglichen Neustart in Österreich und die Idee, Rennen andersrum zu fahren.

F1-Chef Carey: Infizierte Fahrer führen nicht zu Rennabbruch

Um die Möglichkeiten einer Infektion zu gering wie möglich zu halten, wurde auch in der Formel 1 ein sehr strenges Sicherheits- und Hygienekonzept ausgearbeitet.

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Formel-1-Geschäftsführer Chase Carey stellte dies vor und betonte, dass eine Infektion nicht zu einem Rennabbruch führen muss. Das infizierte Teammitglied muss die Quarantäne in einem Hotel verbringen und durch einen anderen Kollegen ersetzt werden. Sollte sich ein Fahrer infizieren, soll der Ersatzfahrer einspringen.

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Dabei soll auch in der Formel 1 - ähnliche wie im Fußball - regelmäßig auf das Coronavirus getestet werden. So müssen Fahrer und Teammitglieder sich alle zwei Tagen Tests unterziehen.

Was passierte sonst während der Corona-Pause?

Sebastian Vettel und Ferrari gaben bekannt, zum Ende der Saison getrennte Wege zu gehen und den auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Als Nachfolger und Teampartner von Charles Leclerc wurde Carlos Sainz von McLaren Racing verpflichtet. Ob Sebastian Vettel bei einem anderen Team weiterfährt oder ganz aufhört, hat der Heppenheimer noch offen gelassen. Allzu viele Möglichkeiten und freie Cockpit-Plätze gibt es jedoch nicht mehr.

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Dabei könnte der 32-Jährige auch der Formel 1 den Rücken kehren, dem Motorsport aber erhalten bleiben. So kann sich DTM-Chef Gerhard Berger den Deutschen durchaus auch in der DTM vorstellen.

Auch Daniel Ricciardo machte publik, nach dieser Saison von Renault zu McLaren zu wechseln. Wer sein Nachfolger wird, ist noch unbekannt. Ein altbekannter Name, Fernando Alonso, wird immer wieder im Renault-Lager gehandelt.

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Anfang Juli startet die Formel 1 erstmals in die Saison 2020 - auch dank eines umfangreichen Sicherheits & Hygienekonzepts. F1-Boss Chase Carey erklärt das Vorgehen (Videolänge: 2:23 Min.).

Renault bleibt F1 treu - Williams muss verkaufen

Eine positive Meldung gab es während der Coronakrise jedoch auch. Der Rennstall Renault wird der Formel 1 weiterhin erhalten bleiben. Der Konzern muss derzeit weltweit Stellen abbbauen, wird sich jedoch nicht aus dem Formel-1-Geschäft zurückziehen. Dies bestätigte die Generaldirektorin Clotilde Delbos.

Schlechter sieht es hingegen für das Williams-Team aus: Das börsennotierte Unternehmen Williams Grand Prix Holding PLC sucht einen neuen Käufer. Aufgrund von erheblicher finanzieller Verluste im Geschäftsjahr 2019 steht das Unternehmen zum Verkauf.

Die Vertragslaufzeiten der Formel-1-Fahrer zum Durchklicken:

  1. Lewis Hamilton ist Formel-1-Weltmeister.
    Image: MERCEDES: Der aktuelle Weltmeister Lewis Hamilton besitzt bei den Silberpfeilen einen Vertrag bis Ende 2020. © Getty
  2.  Valtteri Bottas feiert beim Großen Preis von Japan seinen Sieg und den Konstrukteurstitel seines Teams Mercedes.
    Image: MERCEDES: Auch der Vertrag von Valtteri Bottas wurde Ende September um ein weiteres Jahr bis 2020 verlängert. Somit geht das erfolgreiche Mercedes-Duo auch gemeinsam in die neue Saison. © Getty
  3. Sebastian Vettel enttäuscht beim Saisonfinale in Abu Dhabi und belegt beim Hamilton-Triumph lediglich den fünften Platz.
    Image: FERRARI: Sebastian Vettel wird die Scuderia nach Ablauf seines Vertrags am Saisonende verlassen. Die Verhandlungen über einen neuen Kontrakt sind gescheitert. Nachfolger wird Carlos Sainz, der in dieser Saison noch bei McLaren unter Vertrag steht. © Getty
  4. Charles Leclerc sorgte für Ärger bei Ferrari.
    Image: FERRARI: Charles Leclerc (22) hat den Formel-1-Zirkus in der letzten Saison aufgemischt und seine ersten Siege eingefahren. Ferrari hat dies belohnt und kurz vor Weihnachten dessen Vertrag langfristig bis Ende 2024 verlängert.  © Getty
  5. Image: RED BULL RACING: Der Vertrag von Max Verstappen wurde automatisch für die kommende Saison verlängert, da er zur Sommerpause 2019 auf Platz drei der Fahrerwertung stand. Anfang Januar unterschrieb der Niederländer bis Ende 2023 bei Red Bull. © Getty
  6. RED BULL:  Alexander Albon fährt seit der Sommerpause 2019 für das A-Team von Red Bull und wird auch in der nächsten Saison neben Max Verstappen fahren.  Bis Ende 2020 ist Albon an seinen Rennstall gebunden.
    Image: RED BULL RACING: Alexander Albon fährt seit der Sommerpause 2019 für das A-Team von Red Bull und wird auch in dieser Saison neben Verstappen fahren. Bis Ende 2020 ist Albon an seinen Rennstall gebunden.  © DPA pa
  7. Renault: Daniel Ricciardo (Australien)
    Image: RENAULT: Daniel Ricciardo steht noch bis Ende 2020 bei Renault unter Vertrag. Mitte Mai wurde bekannt, dass der 30-Jährige nach der verkürzten Saison zu McLaren wechseln wird und dort den Platz von Carlos Sainz übernimmt.  © Getty
  8. Renault: Esteban Ocon (Frankreich)
    Image: RENAULT: Der Franzose Esteban Ocon hat den deutschen Fahrer Nico Hülkenberg aus dem Team verdrängt. Ocon darf für eine Saison sein Können unter Beweis stellen.  © Getty
  9. HAAS: Kevin Magnussen fährt seit 2017 für Haas und ist auch für die kommende Saison bestätigt. In der vergangenen Saison reichte es für den 27-Jährigen nur zu Platz 16 in der Gesamtwertung.
    Image: HAAS: Kevin Magnussen fährt seit 2017 für Haas und ist auch für diese Saison bestätigt. In der vergangenen Saison reichte es für den 27-Jährigen zu Platz 16 in der Gesamtwertung. © DPA pa
  10. Haas: Romain Grosjean (Frankreich)
    Image: HAAS: Auch Romain Grosjean bleibt Haas treu. In der letzten Rennsaison belegte der 33-Jährige nur Platz 18 - lediglich acht Punkte konnte er einfahren.  © Getty
  11. McLaren: Lando Norris (Großbritannien)
    Image: MCLAREN: Die Brite Lando Norris wurde bei McLaren offiziell für 2020 bestätigt. © Getty
  12. McLaren: Carlos Sainz (Spanien)
    Image: MCLAREN: Auch Carlos Sainz fährt in dieser Saison wieder für McLaren. Ab 2021 fährt der Spanier dann für die Scuderia. © Getty
  13. Racing Point: Sergio Perez (Mexiko)
    Image: RACING POINT: Der Rennstall geht in die dritte Formel-1-Saison. Sergio Perez ist seit Gründung bei Racing Point und wird auch in dieser Saison für den britischen Rennstall fahren. Dessen Vertrag läuft langfristig bis 2022. © Getty
  14. Racing Point: Lance Stroll (Kanada)
    Image: RACING POINT: Lance Stroll bleibt auch in dieser Saison seinem Team treu.  © Getty
  15. Alfa Romeo: Kimi Raikkönen (Finnland)
    Image: ALFA ROMEO: Der Zweijahresvertrag von Oldie Kimi Raikkönen läuft Ende 2020 aus. Aufgrund der langen Coronapause wird der 40-Jährige in der Saison verkürzt für Alfa Romeo ein Cockpit besetzen. © Getty
  16. Qualifying: Raikkonen 8 - 4 Giovinazzi / Race: Raikkonen 11 - 1 Giovinazzi / Points: Raikkonen 31 - 1 Giovinazzi
    Image: ALFA ROMEO: Der Italiener Antonio Giovinazzi fährt in dieser Saison erneut für Alfa Romeo - obwohl die Leistungen in der vergangenen Saison stark schwankten. © Getty
  17. ALPHA TAURI: (vormals Toro Rosso) Pierre Gasly hat sich genug Vertrauen erarbeitet und sitzt auch in der kommenden Saison im ehemaligen Toro-Rosso-Team.
    Image: ALPHA TAURI: Pierre Gasly hat sich genug Vertrauen erarbeitet und sitzt auch in dieser Saison im ehemaligen Toro-Rosso-Team. © DPA pa
  18. ALPHA TAURI (vormals Toro Rosso): Daniil Kwjat bleibt bei Alpha Tauri.
    Image: ALPHA TAURI: Daniil Kwjat bleibt bei Alpha Tauri. © Getty
  19. Williams: George Russell (Großbritannien)
    Image: WILLIAMS: Auch George Russell hat einen Vertrag bis Ende 2020. Die nächste Rennzeit ist die zweite für den Engländer bei Williams. © Getty
  20. WILLIAMS: Nicholas Latifi (Kanada) feiert in der kommenden Saison sein Debüt in der Formel 1 und für Williams und wird als Rookie antreten.

Budgetobergrenze wird eingeführt

Aufgrund der Coronakrise verständigten sich die Formel-1-Teams auch auf eine wegweisende Entscheidung im Kampf um ihre Zukunft. Bereits ab der Saison 2021 gibt es eine Budgetobergrenze, die zudem noch einmal gesenkt wurde und bei 133 Millionen Euro liegen soll.

In den Jahren danach soll das Budget noch weiter gedeckelt werden (128 Millionen Euro im Jahr 2022). Bis 2025 soll die Grenze auf 123 Millionen Euro fallen. Dies hat der Motorsport-Weltverband FIA offiziell abgesegnet. Damit soll sichergestellt werden, dass auch kleinere Rennställe in den Zeiten der Krise existieren können.

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Das sind die Regeländerungen in der Formel 1. (Videolänge: 03:11 Minuten)

Auch wurde die Technik gebremst und geregelt, dass erst 2022 komplett neue Auto gebaut werden dürfen. Bis dahin sind nur kleinere Veränderungen zum Beispiel an der Aerodynamik erlaubt.

Alle ausstehenden Rennen gibt es live auf Sky. Mit dem Rennen in Österreich (Spielberg) startet die der Formel-1-Zirkus in die Saison 2020.

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