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Formel 1: Was bedeutet die Sainz-Verlängerung für Mick Schumacher? Ein Kommentar

Kommentar: Sainz-Verlängerung bei Ferrari kein Rückschlag für Mick

Mick Schumacher (l.) muss nach der Vertragsverlängerung von Carlos Sainz (r.) weiter auf ein Ferrari-Cockpit warten.
Image: Mick Schumacher (l.) muss nach der Vertragsverlängerung von Carlos Sainz (r.) weiter auf ein Ferrari-Cockpit warten.  © Imago

Carlos Sainz verlängert seinen Vertrag bei Ferrari - bis 2024! Damit sind beide Cockpits bei der Scuderia für die kommenden zweieinhalb Jahre fest vergeben. Ein Rückschlag also für Mick Schumacher? Mitnichten, denkt Sky Redakteur Udo Hutflötz. Ein Kommentar.

Es hat sich in den vergangenen Wochen angedeutet. Ferrari will Carlos Sainz, dessen Vertrag nach der aktuellen Saison ausgelaufen wäre, halten. Gleichzeitig will der Spanier bei der Scuderia bleiben. Kurz vor dem Heimrennen in Imola dann die Verkündung - Vertragsverlängerung bis 2024.

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Carlos Sainz hat seinen Vertrag bei Ferrari verlängert. Gemeinsam mit seinem Teamkollegen Charles Leclerc sprechen die beiden über diese Entscheidung.

Dabei hätte es aus deutscher Sicht so schön sein können. Die Kombination Ferrari mit dem Namen Schumacher lässt wohl alle Motorsport-Herzen schneller schlagen. 2006 absolvierte F1-Legende Michael Schumacher sein letztes Rennen für den Traditionsrennstall. Nach der aktuellen Saison - also 17 Jahre später - hätte es die Vertragskonstellation von Sohn Mick bei Haas und von Ferrari-Pilot Sainz zugelassen, dass der 23-Jährige bei der Scuderia in die großen Reifenspuren seines Vaters fährt.

Die Vertragslaufzeiten der F1-Stars

  1. Lewis Hamilton muss bei den letzten beiden Rennen aufpassen.
    Image: Der entthronte Weltmeister hat seinen Vertrag bei Mercedes im Juli um zwei Jahre bis 2023 verlängert. © Imago
  2. George Russell in seinem künftigen Outfit. Der Brite wechselt zur kommenden Saison fest zu Mercedes und durfte am Dienstag schon mal testen.
    Image: Hamiltons neuer Teamkollege heißt George Russell. Der Brite wechselt von Williams zu Mercedes. Bei seinem neuen Rennstall hat er einen ''langfristigen Vertrag'' unterschrieben, wie Mercedes bei der offiziellen Verkündung erklärte. © Imago
  3. Max Verstappen feiert seinen WM-Titel.
    Image: Der frisch gebackene Weltmeister Max Verstappen fährt mindestens bis 2028 für Red Bull.  © Imago
  4. Platz 7: Sergio Perez, Red Bull, aktuelle Führungsrunden: 34
    Image: Der Vertrag von Sergio Perez wurde vorzeitig bis 2024 verlängert. © DPA pa
  5. Carlos Sainz (Ferrari): 122.5 Punkte (2021) / 105 Punkte (2020); +17.5 Punkte
    Image: Carlos Sainz' Vertrag bei Ferrari läuft bis 2024. © Imago
  6. Platz 11: CHARLES LECLERC (Ferrari). 3 Strafpunkte
    Image: Charles Leclerc hat sich bis 2024 an Ferrari gebunden und hat damit langfristige Planungssicherheit.  © Imago
  7. Platz 8: Lando Norris, McLaren, aktuelle Führungsrunden: 31
    Image: Lando Norris hat in der Saison 2021 gezeigt, dass er bei McLaren die absolute Nummer eins ist. Auch aus diesem Grund hat der Rennstall den Vertrag des Briten langfristig bis 2025 verlängert. © DPA pa
  8. Daniel Ricciardo siegt beim GP von Italien.
    Image: Bei Daniel Ricciardo ist die Lage nicht ganz so eindeutig und sicher. 2021 wechselte der Australier, der in diesem Jahr den Ansprüchen etwas hinterher hing, zu McLaren und unterschrieb einen Vertrag über mehrere Jahre - also zumindest bis 2022.  © DPA pa
  9. Platz 11: Fernando Alonso, Alpine, aktuelle Führungsrunden: 2
    Image: Routinier Fernando Alonso kam 2020 zurück in die Formel 1. Damals erklärte Renault bzw. Alpine, dass der Spanier für die kommenden Saisons zum Team stößt. Heißt also: zumindest in der Saison 2022 werden F1-Fans den zweifachen Weltmeister noch sehen. © DPA pa
  10. Esteban Ocon kann seinen Triumph kaum glauben.
    Image: 14 Mal landete Esteban Ocon in der Saison 2021 in den Punkten, einmal stand er dabei sogar ganz oben auf dem Podium. Der Lohn dafür: eine Vertragsverlängerung bis 2024. © Imago
  11. Platz 14 (geteilt): PIERRE GASLY (AlphaTauri). 1 Strafpunkt
    Image: Pierre Gasly konnte in der Saison 2021 häufig überzeugen, zeigte besonders in Qualifyings starke Leistungen und landete viermal im Rennen in den Top 5. Somit war seine Bestätigung bei AlphaTauri für die Saison 2022 keine Überraschung. © Imago
  12. Platz 18: Yuki Tsunoda (AlphaTauri). Durchschnittsnote: 3,76
    Image: Eine ähnliche Entwicklung wird seinem Teamkollegen Yuki Tsunoda zugetraut, der besonders im Saisonendspurt 2021 gute Leistungen zeigte. Auch er wird deshalb zumindest für das Jahr 2022 im AlphaTauri sitzen. © Imago
  13. Platz 10: Sebastian Vettel, Aston Martin, aktuelle Führungsrunden: 4
    Image: Eine Laufzeit des Vertrags von Sebastian Vettel bei Aston Martin wurde nie konkret kommuniziert, doch ein Tweet des Rennstalls im Zuge der Vertragsverlängerung von Hamilton bei Mercedes lässt darauf schließen, dass Vettels Vertrag bis 2023 läuft. © DPA pa
  14. Platz 9 (geteilt): LANCE STROLL (Aston Martin). 4 Strafpunkte
    Image: Lance Stroll wird zumindest in der kommenden Saison der Teamkollege von Vettel sein. Der Kanadier wurde für das Jahr 2022 als zweiter Aston-Martin-Pilot bestätigt, wie es danach weitergehen wird, ist noch offen.  © Imago
  15. Platz 3 (geteilt): NICHOLAS LATIFI (Williams). 6 Strafpunkte
    Image: Nicholas Latifi geht bei Williams in sein letztes Vertragsjahr. Seine Arbeitspapiere laufen Ende 2022 aus. Seine Performance in der kommenden Saison wird sicherlich ausschlaggebend dafür sein, wie es mit dem 26-Jährigen weitergeht.  © Imago
  16. Alexander Albon
    Image: Alexander Albon ist als Stammpilot zurück in der Formel 1. Nach einem Jahr als Ersatzfahrer bei Red Bull übernimmt der 25-Jährige nach dem Abgang von Russell das freigewordene Cockpit bei Williams. Eine konkrete Vertragslaufzeit ist nicht bekannt. © Imago
  17. Valtteri Bottas
    Image: Valtteri Bottas' Zeit bei Mercedes ist nach fünf Jahren zu Ende. Ab der kommenden Saison wird der Finne für Alfa Romeo an den Start gehen - und das für mehrere Jahre, wie der Rennstall verkündete. © Imago
  18. Bottas' neuer Teamkollege Guanyu Zhou war auch am Start.
    Image: Guanyu Zhou ergatterte sich Mitte November das letzte freie Cockpit in der Formel 1. Der Chinese wird bei Alfa Romeo neuer Teamkollege von Bottas. Wie lange dies der Fall sein wird, ist nicht klar, denn eine Vertragslaufzeit wurde nicht verkündet. © Imago
  19. Haas-Pilot Mick Schumacher freut sich auf sein US-Debüt.
    Image: Mick Schumachers Debüt-Saison bei Haas wird nicht die letzte in seiner F1-Karriere sein. Der Rennstall gab im September eine weitere Zusammenarbeit im Jahr 2022 bekannt.  © Imago
  20. PLATZ 2: Kevin Magnussen (Haas) - Durchschnittsnote: 1,27
    Image: Kevin Magnussen wurde vor der Saison 2022 kurzfristig nach der Haas-Trennung von Nikita Mazepin engagiert. Der Däne erhält beim US-Rennstall einen ''mehrjährigen Vertrag'', wie es bei der Verkündung hieß. © Imago

Weniger Druck & mehr Erfahrung für Mick

Durch die Vertragsverlängerung von Sainz muss dieser romantische Gedanke (vorerst) wieder verworfen werden. Doch für Mick Schumacher, der durch die Vergangenheit seines Vaters, seiner Ausbildung in der Ferrari Young Driver Academy und seiner Berufung als Ferrari-Ersatzfahrer in dieser Saison automatisch mit einem Cockpit bei der Scuderia in Verbindung gebracht wird, ist dies kein Rückschlag! Ganz im Gegenteil.

Es dürfte sich sogar als guter Schachzug von Ferrari erweisen im Hinblick auf die eigene sowie auf Mick Schumachers Zukunft. Der Druck für Mick, sich so schnell wie möglich für höhere Aufgaben zu empfehlen, ist erstmal weg. Frühestens 2025 wird bei Ferrari wieder ein Platz frei. Er kann nun befreit auffahren und Erfahrungen en masse sammeln. Dafür sitzt er nach den Eindrücken der ersten drei Rennen in dieser Saison genau im richtigen Auto, das aufgrund der engen Zusammenarbeit mit der Scuderia auch als "weißer Ferrari" bezeichnet wird.

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Micks oberste Aufgabe: Sieg im teaminternen Duell gegen Magnussen

Hat sich der Youngster in der vergangenen Saison bei Haas aufgrund der Schwäche des Autos zunächst ausschließlich und mit Erfolg auf das teaminterne Duell mit Nikita Mazepin konzentrieren können, lernt er nun im zweiten F1-Jahr den direkten Fight mit anderen Fahrern und Teams. Der neue Haas VF-22 kann im aktuellen Rennjahr mit dem Gros des Feldes mithalten und sogar in die Punkte fahren - siehe Kevin Magnussen, der bereits zwölf Zähler auf dem Konto hat.

Für Mick dürfte das Gleiche gelten, nur hat er es bislang nicht zeigen können. Nach Platz elf in Bahrain, seinem Fehlen in Saudi-Arabien nach Quali-Crash und Platz dreizehn in Australien, sollen nun baldmöglichst die ersten WM-Punkte auf sein Konto einlaufen. Im nächsten Schritt gilt es dann, erneut das teaminterne Duell zu gewinnen. Diesmal gegen den im Vergleich zu Mazepin deutlich stärkeren, schnelleren und erfahreneren Magnussen.

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Mick Schumacher verliert im Qualifying die Kontrolle über sein Auto und crasht heftig. Mittlerweile hat er selbst Entwarnung gegeben (Videolänge: 1:54 Min.).

Schumacher zu Ferrari? Nur aufgeschoben, nicht aufgehoben

Meistert Mick diese Aufgabe, wird es ihn in seiner Entwicklung weiterbringen - und das auf eine natürliche, gesunde Art und Weise. Nicht umsonst weiß Mick, dass sich zukünftig bei guter Leistung "Möglichkeiten ergeben werden", wie er im Sky Interview im Hinblick auf ein Cockpit bei den Roten verrät.

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Nach der Vertragsverlängerung von Carlos Sainz bei Ferrari verrät Mick Schumacher seine Ambitionen bei der Scuderia in der Zukunft. Außerdem spricht der Haas-Pilot über das bevorstehende Wochenende in Emilia-Romagna.

Ein vorschnelles Aufsteigen zu einem Topteam wie Ferrari hätte zu viel Gefahr eines Rückschlages mit sich gebracht. Bereits andere talentierte Fahrer wie Pierre Gasly vor einigen Jahren im Red Bull sind am Überspringen von "natürlichen" Entwicklungsstufen gescheitert und wurden zurückgeworfen.

Mick Schumacher geht mit Haas den für ihn aktuell richtigen Weg. Ferrari hat nach wie vor durch die enge Verbindung zwischen den Rennställen die Hand auf ihm und wird seine Entwicklung bis ins kleinste Detail beobachten. Setzt er diese genauso wie bisher fort, wird Mick 2025 aller Voraussicht nach den "weißen Ferrari" gegen die "Rote Göttin" austauschen. Und dann hätten auch alle F1-Romantiker endlich ihre erhoffte Traumkonstellation ...

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