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Kriegt Mercedes nicht die Kurve?

Großer Preis von Monaco

von Manuel Krons-Drewello

25.05.2017 | 11:47 Uhr

Sky Experte Marc Surer blickt auf den bevorstehenden Grand Prix und auf das Duell an der Spitze.
Image: Sky Experte Marc Surer blickt auf den bevorstehenden Grand Prix und auf das Duell an der Spitze.  © Sky

Vor dem prestigeträchtigen Grand Prix von Monaco gibt Marc Surer seine Einschätzung zum Rennwochenende. Der F1-Experte verrät, welche Rolle der Radstand spielt und was er von Alonsos Ausflug in die Indy-Car-Serie hält.

Sky Sport: Marc, Ferrari hat seit 2001 nicht mehr in Monaco gewonnen. Gibt es Anzeichen dafür, dass die Durststrecke am Sonntag enden könnte? Spielt vielleicht das Thema Radstand eine Rolle?

Marc Surer: Ferrari fährt in dieser Saison den kürzesten Radstand aller Teams. Diese Einstellung macht das Auto handlicher und man ist besonders in den engen Kurven von Monaco flexibler und leichter unterwegs. Mercedes hingegen fährt mit dem längsten Stand - wir sprechen da von Unterschieden im Bereich von 20 Zentimetern. Die Silberpfeile sollten hier kleinere Probleme mit dem Lenkeinschlag bekommen, aber ich denke, dass sie das einkalkuliert haben. Trotzdem könnte das ein leichter Vorteil für Sebastian Vettel und Ferrari sein.

Sky Sport: Die Überholmöglichkeiten in Monaco sind bekanntlich sehr gering. Muss derjenige, der das Rennen gewinnen will, in der Quali der Schnellste sein?

Marc Surer: Die Basis zum Sieg ist grundsätzlich die erste Startreihe, da es sonst auf der Strecke nicht viele Möglichkeiten gibt. Es gibt in der Regel auch nur einen Boxenstopp, was natürlich leicht zu durchschauen ist und die Überholchancen weiter einschränkt.

Sky Sport: Das könnte sich ja auch auf die Reifenwahl auswirken…

Marc Surer: Alle Teams werden wohl mit der gleichen Mischung starten. Es kommt aber vor, dass man bereits in der ersten Runde reinkommt und auf andere Reifen umsteigt um das Rennen durchzufahren. Das macht man aber nicht, wenn man vorne dabei ist. Außer du bist dir sicher, dass du nach dem Wechsel freie Fahrt hast.

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Sky Sport: Fernando Alonso ist am Wochenende nicht dabei, weil er lieber Indy500 fährt. Gab es so etwas schon mal?

Marc Surer: Spontan kann ich mich nicht an einen ähnlichen Fall erinnern. Aber aus seiner Sicht ist das absolut verständlich. Er hat mit McLaren keine Chance auf den Sieg und bereits zweimal im Fürstentum triumphiert. Letztes Jahr wurde er Fünfter - es wäre auch diesmal die bestmögliche Platzierung. Für ihn als Racer spricht, dass er sich damit nicht zufrieden gibt und dafür ein anderes großes Rennen im Motorsport miterleben will.

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Sky Sport: Toto Wolff hat kürzlich nicht ausgeschlossen, dass Alonso noch mal bei Mercedes landen könnte. Hältst du das für ein realistisches Szenario?

Marc Surer: Er ist der einzige freie Fahrer auf dem Markt. Falls der launische Lewis Hamilton mal das Handtuch schmeißt, könnten sie sich mit einem richtigen Teamleader wie Fernando Alonso absichern. Ein Mercedes-Team, in dem beide ehemaligen Weltmeister zusammen fahren, würde Alonso sicherlich akzeptieren - er bekäme ein besseres Auto. Das Fragezeichen steht hier eher hinter Hamilton: In seinem Vertrag steht angeblich, dass er ein Mitsprachrecht genießt. Er kann schlecht sagen: „Ich möchte niemanden, der schnell fährt."

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