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Nick Heidfeld: "Beim nächsten Mal besser die Klappe halten"

Heidfeld: "Beim nächsten Mal besser die Klappe halten"

Nick Heidfeld

12.11.2019 | 15:50 Uhr

Nick Heidfeld beleuchtet in seiner Kolumne bei Sky die wichtigsten Themen rund um den Formel-1-Zirkus.
Image: Nick Heidfeld beleuchtet in seiner Kolumne bei Sky die wichtigsten Themen rund um den Formel-1-Zirkus. © Sky

Sky Experte Nick Heidfeld beleuchtet in seiner Kolumne die wichtigsten Themen rund um den Formel-1-Zirkus. Diesmal geht es um Sebastian Vettels Wiederauferstehung in Singapur, den Konkurrenzkampf bei Ferrari und das kommende Rennen in Sotschi.

Ich freue mich für Sebastian Vettel, weil ihm der Sieg sicher noch einmal Selbstvertrauen gibt. Auf so einer schweren Strecke wie dem Stadtkurs in Singapur, wo schnell mal einen Fehler passiert, zu gewinnen, das war schon stark. Es war natürlich eine Strecke, die ihm liegt und wo er schon vielfach gewonnen hat. Auf dem Podium hat man aber gesehen, dass Vettel dieser Sieg ein bisschen näher gegangen ist, als viele seiner anderen Erfolge.

Auch für die Außenwirkung war Vettels erster Rennsieg in dieser Saison wichtig, nachdem in letzter Zeit einiges an Kritik auf ihn herabgeprasselt ist. Er hat zwar im Nachhinein gesagt, dass er nie an sich gezweifelt hat - das darf er als Spitzensportler im Motorsport auch nicht. Und das ist auch mit ein Grund, warum er den Sieg überhaupt erst herausgefahren hat. Dennoch war es mental für ihn mit Sicherheit schwierig.

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Vettels Zukunft bei Ferrari nicht unsicher

Man sollte Vettels Leistung jetzt aber auch nicht überbewerten. Charles Leclerc ist immerhin auf die Pole Position gefahren und hatte im Rennen auch einen guten Speed. Es ist leider oft so, dass alles schwarz und weiß gemalt wird. Man kann nicht sagen: Der eine ist super und der andere ist schlecht. Beide sind Top-Fahrer auf extrem hohen Niveau.

Ich glaube auch nicht, dass Vettels Zukunft bei Ferrari unsicher ist. Auch wenn er den einen oder anderen Schnitzer drin hatte, ist das kein Grund, bei Ferrari nicht mit ihm weiterzumachen. Das ist für mich alles ein bisschen zu hoch aufgehangen. Dennoch denke ich, dass über kurz oder lang eine Wachablösung im Ferrari-Team stattfinden wird. Das kommt aber auch darauf an, wem das Auto nächstes Jahr besser liegt.

Für den Rest der Saison sehe ich Leclerc tendenziell schneller. Es würde mich jedoch auch nicht wundern, wenn ihm in den restlichen Rennen noch der eine oder andere Schnitzer unterläuft.

Leclerc muss noch lernen

Aber der 21-Jährige muss auch noch dazulernen, wie man im letzten Rennen gesehen hat. Leclerc hat nach seiner Boxenfunk-Kritik selbst zugegeben, dass er beim nächsten Mal vielleicht besser seine Klappe halten sollte.

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Charles Leclerc rudert nach seinen wütenden Funksprüchen in Singapur im exklusiven Sky Interview zurück (Videodauer: 2:07 Minuten).

Ich denke, dass er mit seinen Aussagen zwei Dinge gemeint hat: Zum einen sollte er sich nicht direkt beschweren, dass die anderen alles falsch machen, sondern erst überlegen, dass die anderen im Team vielleicht auch clever sind und gute Ideen haben. Zum anderen ist es manchmal aber auch besser, die Klappe zu halten, um nicht eins auf den Deckel zu bekommen.

Mercedes-Dominanz endlich gebrochen

Insgesamt ist die neue Stärke von Ferrari für die Formel-1-Welt, zumindest für den neutralen Fan, natürlich fantastisch. Das weckt auf jeden Fall die Hoffnung, dass wir in den kommenden Rennen einen tollen Kampf sehen. Vor allem, wenn auch Red Bull und Max Verstappen noch ein Wörtchen mitreden.

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Hier geht es zu den Kolumnen von unseren Sky Experten Ralf Schumacher und Nick Heidefeld.

Beim Großen Preis von Russland könnten von der Streckencharakteristik her sowohl Ferrari als auch Mercedes stark sein, Red Bull ist ja durch den Motorenwechsel und die Strafversetzung ein bisschen außen vor. Entscheidend ist vielleicht der Streckenbelag, der dort sehr glatt ist, was Ferrari zumindest früher in der Saison ja oft Probleme bereitet hat. Das könnte inzwischen aber auch anders aussehen. In der Vergangenheit hat meist Mercedes in Sotschi dominiert. Da müssen wir uns jetzt also überraschen lassen.

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