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Nick Heidfeld: Zeit für die Wachablösung ist bald gekommen

Heidfeld-Kolumne: Zeit für die Wachablösung ist bald gekommen

Nick Heidfeld beleuchtet in seiner Kolumne bei Sky die wichtigsten Themen rund um den Formel-1-Zirkus.
Image: Nick Heidfeld beleuchtet in seiner Kolumne bei Sky die wichtigsten Themen rund um den Formel-1-Zirkus.  © Sky

Sky Experte Nick Heidfeld beleuchtet in seiner Kolumne die wichtigsten Themen rund um den Formel-1-Zirkus. Diesmal geht es um die Strafe gegen Renault, die Zukunft von Lewis Hamilton und eine mögliche Wachablösung an der Spitze.

Nicht Mercedes oder Ferrari beherrschen aktuell die Schlagzeilen in der Formel 1, sondern Renault. Der Rennstall wurde aufgrund eines irregulären Betriebssystems nachträglich für den GP von Japan disqualifiziert.

Renault-System liegt wohl im Graubereich

Ich finde diese Strafe relativ hart. Das Betriebssystem ist technisch nicht illegal, sondern verstößt zumindest aus Sicht der Rennkommissare "nur" gegen das sportliche Reglement. Bei den hierbei gemeinten Fahrhilfen hat die Formel 1 zwar kürzlich häufig eine sehr strenge Linie gefahren, jedoch scheint es sich hier wie so oft um eine Grauzone zu handeln.

In der Vergangenheit wurde in solchen Fällen eher eine Verwarnung ausgesprochen und das System dann anschließend verboten, beziehungsweise das Reglement präzisiert. Ich würde Renault hier keine Absicht unterstellen wollen. Es wäre schon relativ riskant ein irreguläres System zu verwenden, da drohen enorme Strafen.

Interessant ist bei diesem Thema vor allem, dass sich die Ereignisse womöglich auf Renaults Zukunft in der Formel 1 auswirken könnte. Beim Autokonzern gab es kürzlich einen Führungswechsel und die neue Frau an der Spitze, Coltilde Delbos, fährt offenbar auf einen Sparkurs und ist nicht so Formel-1-affin. Die negative Presse, der fehlend Erfolg und die hohen Kosten könnten der Argumentation Munition geben, dass man beim Formel-1-Team den Stecker zieht.

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Hamilton-Rücktritt ist vorstellbar

Für Aufsehen sorgte kürzlich außerdem Lewis Hamilton. Der Mercedes-Pilot hatte sich in einem kryptischen Social-Media-Post sehr nachdenklich geäußert und Diskussionen um einem möglichen Rücktritt nach der Saison angeheizt.

Es ist natürlich schwierig in die Köpfe der Fahrer zu schauen. Ich finde bei Hamilton allerdings auffällig, dass er auch außerhalb des Motorsports große Interessen im Musik- und Modebereich hat. Vielleicht gibt es noch andere Dinge, die er gerne in seinem Leben erreichen würde.

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Von außen betrachtet geht er die Sache in diesem Jahr sehr locker an. Er hat da eine gewisse innere Ruhe. Aber vielleicht fehlt ihm auch manchmal der letzte Kick, wenn er weiß, dass er eh Weltmeister wird. Er ist jetzt 34 Jahre alt. Ich könnte mir daher schon vorstellen, dass er nur noch ein bis zwei Jahre fährt und nicht bis er 40 ist; aber das ist natürlich reine Spekulation.

Ferrari denkt schon an nächste Saison

Den WM-Titel in diesem Jahr hat Hamilton schon fast in der Tasche. Bereits beim kommenden Rennen in Mexiko kann er mit etwas Glück Weltmeister werden. Aber wenn er es dort nicht macht, dann eben in einem Rennen danach. Daher liegt die Spannung in den verbleibenden Rennen vor allem auf dem teaminternen Konkurrenzkampf bei Ferrari.

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Während Sebastian Vettel und Charles Leclerc weiter um den Nummer-1-Status im Team kämpfen, wird sich Ferrari aber auch schon verstärkt auf die nächste Saison konzentrieren. Wichtig ist, dass sie jetzt die Pace haben und vor allem aus ihren Fehlern lernen.

Ich könnte mir vorstellen, dass wir in naher Zukunft - im nächsten oder übernächsten Jahr - einen Wechsel der Kräfteverhältnisse sehen werden und Mercedes an der Spitze abgelöst wird. Das mag aktuell unwahrscheinlich erscheinen, aber ich glaube, dass die Dominanz von Mercedes nicht ewig so weitergehen wird und die Zeit bald gekommen ist.

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