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Großer Preis von Aserbaidschan

Teamorder-Wirbel bei Ferrari: Vettel cool, Leclerc frustriert

Sport-Informations-Dienst (SID)

28.04.2019 | 09:12 Uhr

Charles Leclerc ist von der Stallorder bei Ferrari "frustriert".
Image: Charles Leclerc ist von der Stallorder bei Ferrari "frustriert". © Getty

Jungspund Charles Leclerc macht Druck, die Stallorder bei Ferrari sorgt weiter für Wirbel: Sebastian Vettel muss um seine Kapitänsrolle bei der Scuderia kämpfen.

Der Stuhl, auf dem Sebastian Vettel vor der Weltpresse Platz nahm, wackelte bedenklich. Sein Mikrofon funktionierte irgendwann auch nicht mehr und musste ausgetauscht werden. Und zu allem Überfluss wurde der Ferrari-Star von den Reportern dann auch noch ausführlich mit unbequemen Fragen zur umstrittenen Stallregie bei der Scuderia gequält.

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Lewis Hamilton hat den großen Konkurrenten Ferrari noch lange nicht abgeschrieben.

Doch Vettel blieb cool, der 31-Jährige kann die ganze Aufregung um das Thema ohnehin nicht verstehen. "Es ist normal, dass jeder eine andere Meinung dazu hat", sagte der Heppenheimer vor dem Großen Preis von Aserbaidschan (Sonntag, 14.10 Uhr/RTL und Sky) und machte klar, dass ihn diese Meinungen nicht wirklich interessieren: "Im Nachhinein ist es immer einfacher, gewisse Entscheidungen zu beurteilen." Die Scuderia habe lediglich versucht, "das Maximum herauszuholen und Mercedes unter Druck zu setzen".

Vettel: "Rummel nicht nach innen dringen lassen"

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto hatte Vettels jungen Teamkollegen Charles Leclerc in den ersten drei Rennen der Saison dreimal zugunsten des Hessen eingebremst. Danach sei ein "Rummel außen herum" entstanden, so Vettel, "den niemand kontrollieren kann. Wichtig ist, dass er nicht nach innen dringt."

Doch genau dies könnte in den nächsten Rennen passieren. Leclerc weiß natürlich um sein Ausnahmetalent und denkt in seinem Ehrgeiz gar nicht daran, dem viermaligen Weltmeister einfach so die Vorfahrt zu lassen. Es hänge "von der Situation ab", ob er in Zukunft weiterhin eine Stallregie für Vettel akzeptieren wird, sagte der Monegasse in Baku.

Leclerc kann Vettel auf der Strecke schlagen

Es sei "frustrierend" gewesen, in Shanghai gesagt zu bekommen, "einen anderen Fahrer vorbei zu lassen". In seinem über 15 Minuten dauernden Pressegespräch nahm er den Namen seines Teamkollegen nicht in den Mund. Grundsätzlich habe er das "Potenzial", diesen Kollegen auf der Strecke zu schlagen, sagte Leclerc und unterstrich damit seinen Anspruch, der für Ferrari viel Sprengstoff birgt.

Schließlich ist Vettel von Binotto auserkoren, für Ferrari endlich den WM-Titel zurückzuholen. Wie einst sein Idol Michael Schumacher soll Vettel in seinem fünften Jahr in Maranello erstmals in Rot zum Weltmeister aufsteigen. Dass er als WM-Vierter vor dem vierten Saisonrennen bereits 31 Punkte Rückstand auf Titelverteidiger Lewis Hamilton im Mercedes hat, ist für ihn kein Grund zur Panik. "Ich habe den absoluten Glauben, dass ich Weltmeister werden kann", sagte Vettel.

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Auch wenn Ferrari aus dem vermurksten Saisonstart "nicht das Beste herausgeholt" habe, hat Vettel weiter "Vertrauen in unser Paket, wir wissen, dass es gut ist". In Baku will er es auch endlich beweisen, dafür schrauben ihm die Ingenieure extra neue Teile an den SF90. "Wir erwarten uns ganz klar einen Schritt nach vorne", sagte Vettel und hofft, dass "wir irgendwann sagen können, dass Baku der Wendepunkt" im Kampf um die WM war. Noch ist er in allen Punkten ganz gelassen.

Sport-Informations-Dienst (SID)

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