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Vettel hängt in der Wüste Hamilton ab

25.04.2017 | 11:35 Uhr

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Wüsten-König Vettel

Sebastian Vettel hüpfte vor Freude auf und ab, er streichelte liebevoll seinen Ferrari und umarmte wohl jeden seiner Mechaniker in Rot. Ein spektakuläres Feuerwerk erleuchtete den Himmel über der Wüste von Sakhir und Vettel kam aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus.

(sid) - "Ein wirklich großartiger Tag. Mit dem Feuerwerk und der erleuchteten Strecke habe ich nur gedacht: 'Ich liebe, was ich tue", sagte der Ferrari-Star nach seinem beeindruckenden Triumph beim Großen Preis von Bahrain.

Nach einer ganz starken Vorstellung hat Vettel mit seinem zweiten Sieg im dritten Saisonrennen zudem die alleinige WM-Führung übernommen. "Ich schaue noch nicht auf die WM, es ist noch eine lange Saison", sagte er zwar. Aber mit nun 68 Punkten auf dem Konto hat der Heppenheimer sieben Zähler Vorsprung auf seinen Mercedes-Rivalen Lewis Hamilton. Der Brite wurde - auch ausgebremst von einer Zeitstrafe - Zweiter. Dahinter landete unter Flutlicht Polesetter Valtteri Bottas im zweiten Silberpfeil auf Rang drei.

"Etwas in meinem Inneren hat mir gesagt, dass wir ein gutes Auto für das Rennen haben", sagte Vettel, der im Qualifying abgehängt worden war, im Rennen aber die beste Strategie hatte: "Wir haben die Ostereier gesucht und sie heute gefunden. Ein schönes Fest für alle." Am Boxenfunk hatte er schon mit einem lang gezogenen "Woohoo" gejubelt.

44. Sieg in der Karriere

Der 29-Jährige küsste innig den Siegerpokal für seinen 44. Sieg der Karriere. Nur das Rosenwasser, das in Bahrain statt Champagner zum Feiern gereicht wird, schmeckte Vettel anscheinend nicht besonders.

"Ich habe alles gegeben, aber Ferrari hat einen großartigen Job gemacht", sagte Hamilton, der sich einen kleinen Patzer leistete. "Das in der Boxengasse war mein Fehler, aber wir werden zurückschlagen", sagte der 32-Jährige, der wegen Blockierens des Red-Bull-Piloten Daniel Ricciardo (Australien) eine fünfsekündige Zeitstrafe erhalten hatte. Im Ziel nach 57 Runden lag Hamilton allerdings 6,660 Sekunden hinter Vettel.

Nico Hülkenberg (Emmerich) landete in seinem Renault auf Rang neun in den Punkten, Pascal Wehrlein (Worndorf) steuerte seinen Sauber bei seinem Formel-1-Comeback auf einen starken elften Platz. Der 22-Jährige hatte die ersten beiden Rennen der Saison wegen Trainingsrückstandes nach einem Unfall im Januar verpasst, bei dem Crash zog er sich Kompressionsbrüche in drei Wirbeln zu. Auch in Bahrain hatte Wehrlein noch immer Beschwerden.

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2:1 für Ferrari

Beim Start behauptete Polesetter Bottas zunächst seine Position, dahinter kam Hamilton schlecht weg - und Vettel zog schon beim Anbremsen auf die erste Kurve vorbei. Danach versuchte der Vierfach-Weltmeister Druck auf Bottas auszuüben, aber auch Hamilton ließ sich erst einmal nicht abschütteln. Dahinter lauerte das Red-Bull-Duo: Max Verstappen und Ricciardo.

Am Ende der zehnten Runde ging dann Vettel ins Risiko und holte sich früh neue Reifen. Bottas und Hamilton zogen kurze Zeit später während einer Safety-Car-Phase - verursacht durch einen Unfall von Lance Stroll (Williams) und Carlos Sainz junior im Toro Rosso - nach, doch Vettel ging in Führung. Für Verstappen war das Rennen nach einem Bremsschaden derweil zu Ende.

In der Folge konnte sich Vettel in Führung liegend etwas von Bottas lösen. Kurz vor der Halbzeit des Rennens hatte er sechs Sekunden Vorsprung, dann schnappte sich auch Hamilton seinen Teamkollegen. Vettel blieb auch nach seinem zweiten Boxenstopp vor Bottas, musste sich aber hinter Hamilton einreihen. Mit den neuen Reifen machte er aber schnell Boden auf den Briten gut.

15 Runden vor Schluss kam Hamilton dann auch noch einmal zum Reifenwechsel und saß zudem seine Strafe ab. Der Ex-Weltmeister schüttelte dabei mit dem Kopf und fiel danach auch wieder hinter Bottas zurück. Mit Wut im Bauch versuchte Hamilton noch einmal alles und zog wieder an Bottas vorbei - doch Vettel gab sich keine Blöße.

Niki Lauda erwartet weiter einen harten Fight mit der Scuderia: "Es steht 2:1 für Ferrari. Das wieder auszugleichen, ist extrem schwer. Aber die Mannschaft kann das schaffen."

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