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Vettel unter Druck: Wie lange hält die heile Ferrari-Welt?

Sport-Informations-Dienst (SID)

27.04.2019 | 14:23 Uhr

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Image: Sebastian Vettel steht unter Druck. © Getty

Sebastian Vettel steht in der noch jungen Saison bereits massiv unter Druck. Dass er in der WM schon über 30 Punkte hinter Lewis Hamilton zurückliegt, ist noch das geringste Problem des Ferrari-Stars.

Sebastian Vettel hat die Hände entspannt in die Hosentaschen gesteckt und lächelt. Auch im Gesicht von Charles Leclerc ist kein Frust zu erkennen. Und zwischen den beiden Ferrari-Rivalen steht ihr Chef Mattia Binotto, der die Arme fast väterlich um die Schultern seiner Fahrer gelegt hat und zuversichtlich in die Kamera schaut.

Vettel muss liefern

Einigkeit und Geschlossenheit soll dieses Foto aus Maranello vor dem Großen Preis von Aserbaidschan wohl vermitteln. Als hätte es den ganzen Wirbel um die Stallorder bei der Scuderia zugunsten Vettels nicht gegeben. Doch damit die Welt bei den Roten auch heil bleibt, muss der 31-Jährige in Baku jetzt endlich liefern. "Wir haben viele Aufgaben", sagt Vettel vor dem vierten Rennen des Jahres.

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Ferrari-Pilot Sebastian Vettel stellt sich nach dem Grand Prix in China den Fragen der Journalisten (Video-Länge: 40 Sekunden).

Die Saison ist noch jung - und dennoch steht der Heppenheimer bereits massiv unter Druck. Eigentlich soll Vettel in seinem fünften Jahr bei Ferrari ja endlich den ersten Titel mit dem Traditionsteam holen, wie damals sein Idol Michael Schumacher. Aber dass er in der WM bereits 31 Punkte hinter Titelverteidiger Lewis Hamilton (Mercedes) zurückliegt, ist noch Vettels geringstes Problem. Viel mehr macht ihm im Moment dieser aufmüpfige Jungspund Leclerc zu schaffen.

Leclerc macht Druck

Zwar ist und bleibt Vettel laut Binotto erst einmal die Nummer eins bei Ferrari, aber Leclerc weiß natürlich um sein Ausnahmetalent und denkt in seinem Ehrgeiz gar nicht daran, dem viermaligen Weltmeister aus Hessen einfach so die Vorfahrt zu lassen. Der smarte Monegasse sucht (noch) nicht den offenen Widerstand, sendet aber subtile Botschaften, dass er sich auf Dauer nicht einbremsen lassen will.

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In seinem Manager Nicolas Todt, Sohn des FIA-Präsidenten und ehemaligen Ferrari-Teamchefs Jean Todt, hat Leclerc einen bei der Scuderia bestens vernetzten Fürsprecher. Und auch die italienische Presse hält nicht mehr sonderlich viel von der jetzigen Rollenverteilung. Vettel "sollte endlich auf die Kapitänsbinde verzichten", schrieb der Corriere della Sera zuletzt.

"Auf uns konzentrieren"

Binotto zerbricht sich derweil über andere Dinge den Kopf: Warum schwächelt der in den Tests vor der Saison so beeindruckende SF90 plötzlich? Die Leistungsfähigkeit des Autos habe bei Ferrari "Priorität", sagte der 49-Jährige, der "einige Updates" am Ferrari für Baku ankündigte: "Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich das andere Problem in Luft auflösen wird, wenn wir das schnellste Auto haben. Daher muss die Performance unsere erste Priorität sein, auf die wir uns konzentrieren."

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Auch Vettel hofft, dass er die Stärken seines Ferrari-Antriebs (angeblich 40 PS mehr als Mercedes) auf dem Highspeed-Kurs in Baku mit einer Geraden von über zwei Kilometern Länge endlich richtig ausspielen kann.

"Wir bekommen ein immer klareres Bild davon, was uns momentan fehlt", sagt er: "Daher denke ich, dass die nächsten Wochen für uns wichtig sein werden, damit wir in den nächsten Monaten auf den richtigen Weg kommen." Ansonsten könnte ihm das Lächeln schnell vergehen.

Sport-Informations-Dienst (SID)

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