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2. Bundesliga News: Schalke, Bremen, St. Pauli, Darmstadt & Nürnberg im Kampf um den Aufstieg

S04-Ambivalenz & gelbe Gefahr: Was spricht für wen im Aufstiegs-Krimi?

Darmstadt und Schalke treffen am Sonntag aufeindern.
Image: Darmstadt und Schalke treffen am Sonntag aufeindern.  © DPA pa

Fünf Spieltage, fünf Teams: Im Kampf um den Bundesliga-Aufstieg bahnt sich ein verrücktes Finale an. Was spricht für wen im Endspurt? Sky Sport nennt die Faktoren, die am Ende den Ausschlag geben könnten.

1. FC Nürnberg (Platz 5, 49 Punkte, 44:38-Tore)

Restprogramm: Werder Bremen (A), SV Sandhausen (H), FC St. Pauli (A), Holstein Kiel (A), Schalke 04 (H)

Darum steigt Nürnberg auf: Der Club befindet sich im Schatten der ersten vier Teams und fühlt sich in der Außenseiterrolle pudelwohl. Nach dem ersten Sieg gegen ein Spitzenteam (3:1 gegen Darmstadt) gehen die Franken in der Endphase All-In. Das Ziel: Eine jetzt schon herausragende Saison mit dem Aufstieg krönen. "Wir sind richtig gut dabei, und wir können es", meinte Coach Robert Klauß mit Blick auf die angestrebte Erstklassigkeit.

Der FCN kann völlig befreit aufspielen und in drei direkten Vergleichen mit den Aufstiegsrivalen Bremen, St. Pauli und Schalke noch eminent wichtige Zähler sammeln. Nürnbergs Vorteil: Der Aufstieg ist Kopfsache und in dieser Kategorie macht den Franken kaum einer etwas vor. Die Franken haben in dieser Zweitliga-Saison bereits zwölf Kopfballtore erzielt, nur Schalke (15) war noch häufiger erfolgreich.

Das spricht gegen Nürnberg: Die Klauß-Elf lässt deutlich zu viele Abschlüsse zu. In diesem Kalenderjahr ließ kein Zweitligist mehr gegnerische Schüsse zu als der Club (185 wie Kiel). Dazu kommt: Nürnberg ist zwar schwer ausrechenbar (14 verschiedene Torschützen), stellt aber im Vergleich der Top-5-Teams die mit Abstand schwächste Offensive.

Dem Verfolger fehlt in der Spitze ein zuverlässiger Knipser, Nikola Dovedan und Erik Shuranov sind mit jeweils nur sechs Toren die besten Torjäger. Die schwache Tordifferenz (+6) könnte sich im engen Aufstiegsfinale zudem auch noch als Nachteil erweisen.

Drohende Gelbsperre: Nikola Dovedan, Johannes Geis (beide 4)

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SV Darmstadt 98 (Platz 4, 51 Punkte, 57:38-Tore)

Restprogramm: Schalke 04 (H), FC St. Pauli (A), Aue (H), Düsseldorf (A), Paderborn (H)

Darum steigt Darmstadt auf: Gastieren der FC Bayern und der BVB in der kommenden Saison wieder am Bölle? Dieses Szenario ist keineswegs ausgeschlossen. Dass die Lilien fünf Spieltage vor Schluss vom Aufstieg träumen dürfen, ist bereits eine Sensation. Rechtzeitig zur Crunchtime hat Torjäger Luca Pfeiffer seine Flaute beendet, zusammen mit Phillip Tietz (beide 13 Tore) bildet er eines der gefährlichsten Sturm-Duos in die Liga zwei.

Ohnehin verfügen die Hessen offensiv über mächtig Power, im Schnitt geben sie 16 Schüsse pro Spiel ab. Und in der Abwehr ist der ballsichere sowie zweikampfstarke Patric Pfeiffer eine der Entdeckungen der Saison. Das Restprogramm bietet zudem alle Chancen: Sollte der Underdog auch nach den direkten Duellen gegen Schalke und St. Pauli oben dabei sein, geht es in den verbleibenden drei Spielen gegen Teams, für die es wahrscheinlich nur noch um die berühmt-berüchtigte "Goldene Ananas" geht.

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Das spricht gegen Darmstadt: Die aktuelle Form bereitet etwas Sorgen. Die Elf von Torsten Lieberknecht gewann nur eines ihrer letzten vier Spiele und kassierte dabei zwei empfindliche Niederlage gegen direkte Konkurrenten (Bremen und Nürnberg). "Jetzt locker bleiben und sich auf Schalke freuen", versuchte Lieberknecht zuletzt den Druck von seiner Mannschaft zu nehmen.

Zudem könnte Darmstadt eine Schwäche noch besonders weh tun: Der SVD kassierte in dieser Zweitliga-Saison bereits 18 Gegentore nach einem ruhenden Ball, das ist Ligahöchstwert mit Schlusslicht Aue. Das Verteidigen der Standards gilt es umgehend zu verbessern, schließlich trifft der Tabellen-Vierte am Sonntag mit Schalke auf eines der stärksten Standard-Teams.

Drohende Gelbsperre: Luca Pfeiffer, Braydon Manu (beide 4)

FC St. Pauli (Platz 3, 52 Punkte, 54:39-Tore)

Restprogramm: Sandhausen (A), Darmstadt (H), Nürnberg (H), Schalke (A), Düsseldorf (H)

Darum steigt St. Pauli auf: Wenn die legendären Glockenschläge des AC/DC-Songs "Hells Bells" ertönen, gibt es kein Halten mehr. Das Stadion am Millerntor ist in dieser Saison eine fast uneinnehmbare Festung, einzig Hannover 96 ist es gelungen, einen Dreier zu erbeuten.

Die Hamburger setzen im Aufstiegsfinale vor allem auf den Heimvorteil: Mehr als die Hälfte ihrer Punkte (33) sammelten die Boys in Brown zuhause und in den letzten fünf Spielen haben die Kiez-Kicker noch dreimal Heimrecht - darunter auch gegen die direkten Konkurrenten aus Darmstadt und Nürnberg. Mit Guido Burgstaller (17 Tore/6 Vorlagen) und Daniel-Kofi Kyereh (11/10) hat St. Pauli zudem zwei der gefährlichsten Zweitliga-Scorer in seinen Reihen.

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St. Paulis Trainer Timo Schultz über das Ziel Bundesligaaufstieg

Das spricht gegen St. Pauli: Dem Herbstmeister ist die lockere und unbekümmerte Spielweise der Hinrunde sowie das Spielglück etwas abhandengekommen. Sinnbildlich für diese Entwicklung steht Burgstaller. Der fleißige Österreicher wartet seit fünf Spielen auf ein eigenes Tor und traf in diesem Jahr erst drei Mal.

Auch wegen der Knipser-Krise belegt St. Pauli in der Rückrunden-Tabelle nur Platz elf und ist damit die mit Abstand schwächste Mannschaft der Top-5-Teams. Im Kampf um den Bundesliga-Traum ist auch ein kleines Nervenflattern zu erkennen.

Das Team von Trainer Timo Schultz verspielte in diesem Jahr schon sieben Punkte und damit bereits zwei mehr als in der kompletten Hinrunde (fünf). Dazu ist der Einsatz von Kreativspieler Kyereh (Oberschenkelverletzung) zumindest gegen Sandhausen gefährdet.

Drohende Gelbsperre: Guido Burgstaller, Eric Smith, Daniel-Kofi Kyereh, Jackson Irvine, Marcel Hartel (alle 4)

Werder Bremen (Platz 2, 53 Punkte, 53:38-Tore)

Restprogramm: Nürnberg (H), Schalke (A), Kiel (H), Aue (A), Regensburg (H)

Darum steigt Werder Bremen auf: Mit 27 Punkten stellt der Absteiger das beste Rückrunden-Team, dazu verlor Werder unter der Leitung von Trainer Ole Werner bislang nur ein einziges Mal. Das Restprogramm erscheint machbar, nach den Top-Duellen mit Nürnberg und Schalke hält sich die Stolpergefahr in den letzten drei Spielen zumindest auf dem Papier in Grenzen.

Ein weiterer Vorteil: Der SVW hat noch drei Heimspiele auf der Habenseite. In den sieben Zweitliga-Heimspielen unter Werner holte Werder 17 Punkte und ist damit in dem Zeitraum das beste Heimteam der Liga. Die Leistungsträger Marco Friedl, Mitchell Weiser, Milos Veljkovic und Leonardo Bittencourt feierten zuletzt ihr Comeback, auch Kapitän Ömer Toprak dürfte im Saisonendspurt wieder ein Alternative sein.

Und vorne verfügen die Norddeutschen über das beste Sturm-Duo der 2. Bundesliga. Marvin Ducksch (17 Tore) und Niclas Füllkrug (15 Tore) harmonieren prächtig und entwischen ihren Gegenspielern in steter Regelmäßigkeit. "Es ist ein Segen, zwei so gute Stürmer in den Reihen zu haben", sagte Bremens Leiter Profifußball Clemens Fritz.

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Clemens Fritz von Werder Bremen will noch nicht anfangen zu rechnen, sondern sich auf die anstehende Spiele konzentrieren, um den Aufstieg zu schaffen (Videolänge: 52 Sek.).

Das spricht gegen Werder Bremen: Der Segen erweist sich zugleich als Fluch. Bremen hängt massiv am Tropf seiner beiden Top-Stürmer. Alle zwölf seit Anfang Februar erzielten Bremer Treffer gingen auf das Konto des Offensiv-Duos, seit beinahe sechs Monaten hat zumindest einer der beiden Stürmer immer getroffen. Die Qualitäten von Ducksch und Füllkrug sind kaum zu ersetzen, ein Ausfall würde die Hanseaten daher besonders hart treffen.

Werder blieb zuletzt erstmals unter Werner zwei Zweitliga-Spiele in Serie sieglos und gewann nur eines der letzten vier Spiele im Unterhaus. Eine Fortsetzung des kleinen Formtiefs dürfen sich die Bremer nicht erlauben, dafür sind die Abstände zu gering.

Drohende Gelbsperre: Milos Veljkovic, Ilia Gruev, Marvin Ducksch, Christian Groß (alle 4)

Schalke 04 (Platz 1, 53 Punkte, 59:34-Tore)

Restprogramm: Darmstadt (A), Bremen (H), Sandhausen (A), St. Pauli (H), Nürnberg (A)

Darum steigt Schalke auf: Schalke hat den Aufstieg in eigener Hand - diese Konstellation war Anfang März eigentlich undenkbar. Nach der 3:4-Heimniederlage gegen Rostock betrug der Abstand auf den Relegationsplatz bereits sechs Punkte, doch nach der Trennung von Dimitrios Grammozis und vier Siegen in Folge grüßt der S04 plötzlich - und erstmals in dieser Saison - von ganz oben.

Rund um die Veltins-Euphorie herrscht wieder Euphorie statt Tristesse. Dieser Umschwung ist eng verbunden mit dem Namen von Mike Büskens. Während sein Vorgänger Grammozis bei vielen Fans sehr umstritten war, hat der "Eurofighter" und Kult-Schalker emotional ein ganz anderes Standing bei den Anhängern. Das könnte im sich im Aufstiegskampf noch positiv auswirken wie auch die mit Abstand beste Tordifferenz (+25).

Der Interimstrainer hat es geschafft, den Absteiger mit kleinen Korrekturen (Vierer- statt Dreierkette und Ko Itakura auf die Sechs) wieder auf Kurs zu bringen. Schlüsselspieler wie Danny Latza, Dominick Drexler und Rodrigo Zalazar rufen endlich ihr Potenzial ab und auf Tormaschine Simon Terodde (22 Tore) ist per se Verlass. Auf diese Stützen wird es im Endspurt besonders ankommen, schließlich spielen die Knappen noch gegen alle vier Verfolger sowie den Rückrunden-Vierten (SV Sandhausen). Positiv gesagt: Schalke hat es in der eigenen Hand, doch genau hier zeigt sich die Ambivalenz ...

Das spricht gegen Schalke: Das Team hat sich im bisherigen Saisonverlauf gerade gegen diese Top-Mannschaften schwergetan. In der Hinrunde verlor S04 gegen Darmstadt und St. Pauli, in Bremen gab es ein Remis und nur gegen Nürnberg einen Sieg. Schalke muss sich zwingend steigern, eine Wiederholung dieser dürftigen Ausbeute würde mit ziemlicher Sicherheit ein weiteres Jahr Zweitklassigkeit bedeuten.

Wichtig wäre bei diesem Vorhaben die Rückkehr von Thomas Ouwejan. Der Top-Vorbereiter bestritt nur eine der vergangenen fünf Partien. Zudem waren auch während der jüngsten Siegesserie die fußballerischen Defizite des Klubs weiter unübersehbar. Beim klaren 3:0-Sieg gegen Heidenheim offenbarten die Königsblauen Schwächen und hätten sich nicht beschweren können, wenn die Gäste in Führung gegangen wären. Erst in Durchgang zwei wurde Schalke stärker und drückte dem Spiel seinen Stempel auf.

Wenn sich der Revierklub oben behaupten will, muss das Team konstant 90 Minuten auf diesem Niveau spielen - gerade im Hinblick auf das Restprogramm ...

Drohende Gelbsperre: Florian Flick, Dominick Drexler, Rodrigo Zalazar (alle 4)

STIMMT AB!

Mehr zum Autor Robin Schmidt

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