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2. Bundesliga: Peter Neururer lobt die Arbeit beim VfL Bochum

Aufstiegsträume tief im Westen: Die Gründe für Bochums Höhenflug

Robin Schmidt

24.01.2021 | 18:57 Uhr

Dem VfL Bochum winkt am Samstag der Sprung auf Platz eins.
Image: Dem VfL Bochum winkt am Samstag der Sprung auf Platz eins. © DPA pa

Nach Jahren der Stagnation herrscht wieder Euphorie rund um die Castroper Straße. Der VfL Bochum hat sich in der Spitzengruppe der 2. Bundesliga etabliert und weckt Aufstiegsträume. Für Ex-Trainer Peter Neururer kommt die Entwicklung alles andere als überraschend.

Tief im Westen herrscht eine große Sehnsucht. Sehnsucht nach Bundesliga-Fußball im ehrwürdigen Ruhrstadion. Dieses Verlangen könnte im Sommer nach elf Jahren Zweitliga-Zugehörigkeit endlich gestillt werden.

Der VfL Bochum rangiert nach 15 Spieltagen mit 29 Zählern auf Platz zwei, am Samstag winkt im Duell gegen den 1. FC Nürnberg (13 Uhr live und exklusiv auf Sky) erstmals nach vielen Jahren sogar wieder die Tabellenspitze - zumindest vorübergehend, da der Tabellenführer HSV (30 Punkte) erst am Montag eingreift.

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Steiler Aufstieg unter Reis

So gut wie aktuell standen die Bochumer, einst die Unabsteigbaren in der Bundesliga, selbst 2010/11 nicht da. In jener Spielzeit befanden sie sich zum letzten Mal in Aufstiegsnähe, scheiterten aber in einer dramatischen Relegation an Borussia Mönchengladbach. Anschließend pendelte sich der Traditionsverein im Mittelfeld ein und musste zeitweise sogar gegen den Abstieg in die Dritte Liga kämpfen.

Als Thomas Reis eine völlig verunsicherte Mannschaft im September 2019 auf Tabellenplatz 17 übernahm, ging es einzig und allein um Klassenerhalt. Knapp anderthalb Jahre später reifen Aufstiegsträume an der Castroper Straße, zudem hat das Team erstmals seit 2015/16 wieder das Achtelfinale im DFB-Pokal (gegen RB Leipzig) erreicht.

Neururer: "Leisten hervorragende Arbeit"

Zwar macht der VfL nicht jeden Gegner mit einem Doppelpass nass, wie es Herbert Grönemeyer in der legendären Vereinshymne singt, aber die Entwicklung ist dennoch bemerkenswert. Überraschend kommt diese für Peter Neururer aber nicht.

"Die Verantwortlichen leisten seit zwei, drei Jahren hervorragende Arbeit", lobt er bei Sky und hebt dabei vor allem Geschäftsführer Ilja Kaenzig hervor, den er als "großartig" bezeichnet: "Mit ihm hat der VfL einen der kompetentesten Leute, die man im deutschen Fußball haben kann. Er besitzt das größte Netzwerk, das ich kennengelernt habe."

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Diese Qualitäten schätzt Neururer an Reis

Seiner Ansicht nach habe der Zweitligist zuletzt Spieler geholt, die eins zu eins zum Verein passen. "Dadurch haben sie endlich die Möglichkeiten, eine vernünftige Balance im Spiel zu finden." Die Begebenheiten in Bochum kennt Neururer bestens.

2002 führte der Kult-Trainer den VfL zurück in die Bundesliga und 2004 sensationell in den UEFA-Cup. Zwischen 2013 und 2014 saß er dann ein zweites Mal auf der Trainerbank, assistiert wurde er unter anderem von Thomas Reis. Der 65-Jährige schätzte damals vor allem dessen Loyalität und Verlässlichkeit. "Reisi ist ruhig, gelassen und ein sehr sach- und fachkundiger Mensch. Zudem ist er jemand, der Entscheidungen trifft und im Anschluss auch dazu steht."

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Zwei deutsche Abwehrtalente im Fokus

Tatsächlich scheut Reis keine unpopulären Maßnahmen. Silvere Ganvoula, in der vergangenen Saison mit 13 Toren noch Bochums Lebensversicherung, findet sich in der Saison zumeist nur noch in der Joker-Rolle wieder. Auch diese Tatsache ist für Neururer neben der Ruhe im und um den Verein einer der Gründe für den Erfolg.

"Er hat aktuell sowohl hinten, im zentralen Bereich als auch vorne viele gute Alternativen und kann ohne Qualitätsverlust rotieren. Das war in den letzten Jahren nicht der Fall."

In der Defensive besitze der VfL zudem mit Armel Bella-Kotchap (19 Jahre, U20-Nationalspieler) und Maxim Leitsch (22, U21-Nationalspieler) laut Neururer "zwei der größten deutschen Abwehrtalente". Weil im Augenblick alles passe, ist der Revierklub für ihn auch zusammen mit dem HSV einer der Favoriten auf den Aufstieg. Der nächste Schritt dorthin wäre der vorübergehende Sprung an die Spitze.

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