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2. Liga News: St. Pauli, HSV und Werder und ihre Aufstiegschancen

Spitzenreiter, Stadtrivale & Comebacker: Welcher Nord-Klub steigt auf?

Sven Töllner

15.01.2022 | 13:16 Uhr

HSV-Torjäger Robert Glatzel (l.) und Bremens Christian Groß wollen mit ihren Vereinen in die Bundesliga aufsteigen.
Image: HSV-Torjäger Robert Glatzel (l.) und Bremens Christian Groß wollen mit ihren Vereinen in die Bundesliga aufsteigen.  © Imago

Tabellenführer FC St. Pauli, Verfolger Hamburger SV und Werder Bremen haben vor dem Wiederbeginn der Zweiten Liga ein gemeinsames Ziel vor Augen: den Aufstieg in die Bundesliga. Skysport.de schätzt die Chancen des Nord-Trios ein.

Schon klar, Einlaufprognosen für das diesjährige Zweitliga-Finale sind derzeit so belastbar, wie das Nervenkostüm der Bayern-Verantwortlichen, wenn es auf der Jahreshauptversammlung um die Geschäftsbeziehungen zu Katar geht.

Und doch ist gar nicht mal so viel Fantasie notwendig, um sich nach dem 34. Spieltag ein Trio an der Tabellenspitze vorzustellen, das untereinander eine überaus interessante Dreiecks-Beziehung pflegt - an einer Stelle in freundschaftlicher Form, an anderer in inniger Abneigung.

Werder, St. Pauli und der HSV - marschiert das Trio in dieser Saison geschlossen ins Oberhaus? Ganz sicher nicht auszuschließen - und vermutlich auch nicht gerade zum Leidwesen der Bundesliga.

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Fans träumen vom Doppel-Aufstieg von St. Pauli und Werder

Sollten die derzeit eklatant strauchelnden Wolfsburger in dieser Saison den Weg aus dem Abstiegssumpf verfehlen, droht Fußball-Deutschland oberhalb von Nordrhein-Westfalen ein weißer Fleck auf der Bundesliga-Landkarte. Nicht nur deshalb hielten es wohl nicht wenige Fans für wünschenswert, dass im Fahrstuhl von unten wieder ein bisschen nordischer Schwung in die höchste Etage transportiert wird. An Elbe und Weser würden sie nur zu gern liefern - wenn auch in unterschiedlichen Wunschkonstellationen.

Ein Doppel-Aufstieg von Werder und St. Pauli hätte gegenseitige Gratulationen auf allen Ebenen zur Folge - bishin zu den Anhängern. Nachdem der gemeinsame Flug ins Trainingslager unlängst knapp gescheitert war (Corona-Ausbruch bei Werder), würde sich der ehemalige Werder-Spieler Timo Schultz wohl von ganzem Herzen darüber freuen, wenn sein Ex-Klub das Ticket in die 1. Liga gemeinsam mit dem FC St. Pauli lösen würde - und vice versa. Sollte der HSV derweil traditionsgetreu auf Rang vier durchs Ziel schleichen, würde ein grün-weiß-braunes Gemeinschafts-Gelächter wohl zum präsenten Part der norddeutschen Fußball-Folklore werden.

Aber wie stehen denn nun die Chancen der Nord-Fraktion? Alle drei Klubs haben ein paar mächtige Trümpfe im Repertorie - allerdings auch ein paar potenzielle Stolpersteinchen im System.

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Der Tabellenführer: FC St. Pauli

Der FC St. Pauli startet mit dem Selbstverständnis ins Jahr 2022, die beste Zweitliga-Mannschaft des Jahres 2021 gewesen zu sein. Dafür gab es Gründe. Aus der gemeinsamen Bedrohung (Abstiegsplatz) in der vergangenen Winterpause haben die Hamburger einen außerordentlich stabilen Teamgeist entwickelt. Ein fettes Pfund.

Kluge Transfers von Sportchef Andreas Bornemann, sowie die bemerkenswerte Entwicklung von Altmeister Guido Burgstaller oder Kofi Kyereh zu absoluten Ausnahmespielern der Liga, haben den Klub durch die Hinserie getragen. Mit Timo Schultz steht ein Trainer auf der Brücke, der Kiez-Romantik und maximale Leistungsbereitschaft auf unnachahmliche Weise kombiniert. „Schulle" und „Borne" sind die Baumeister der sportlichen Erfolgsgeschichte - die zwei zentralen Säulen der rasanten Entwicklung.

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St. Pauli-Sportchef Andreas Bornemann spricht über die vorzeitige Verlängerung mit Trainer Timo Schultz. (Video: 01:10 Minuten)

Dass Schultz nach zuletzt verdächtig langwierigen Verhandlungen seinen Vertrag verlängert hat, ist ein Fanal für den ganzen Verein und ein Signal für die Spieler. Sie folgen ihrem Trainer - die Gewissheit, dass sie auch in der kommenden Saison mit ihm zusammenarbeiten werden, kitzelt vermutlich noch ein paar Extra-Prozentpunkte Leistungsbereitschaft heraus. Nach dem Auftakt gegen Aue (Samstag, 13:30 Uhr live Sky) folgt der Doppelhammer beim HSV und im Pokal gegen Dortmund - ohne Kyereh, der beim Afrika-Cup für Ghana aktiv ist.

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Der Stadtrivale: Hamburger SV

Wachablösung in Hamburg? Derzeit schon. Eine Momentaufnahme? Wird sich zeigen. Es spricht jedenfalls ein bisschen was dafür, dass der HSV stabiler und besser geordnet in die letzten 16 Spiele der Saison starten wird. Das Walter-System braucht Zeit, bis es greift - enge Abstände zwischen den Mannschaftsteilen haben zumeist zur Folge, dass der Gegner kaum Luft zum Atmen bekommt. Leichtfertige Ballverluste haben zu häufig dazu geführt, dass ein lang geschlagener Ball die letzte Linie kalt erwischt - Ergebnis: zu viele Unentschieden (9).

Die Mannschaft hat Tim Walters Idee von Woche zu Woche klarer verinnerlicht und mit stetig wachsender Überzeugung auf den Platz getragen. Zum Jahresabschluss gegen Schalke ist diese Selbstverständlichkeit in der zweiten Halbzeit weggebrochen - Remis. Ein selbstbewusster Start beim schwierigen Spiel in Dresden (Freitag, 18:30 Uhr live Sky) ist unbedingt notwendig, die Konkurrenz am Freitagabend mit einem Auftakt-Dreier unter Druck zu setzen wäre mehr als hilfreich.

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St. Pauli-Sportchef Andreas Bornemann spricht über die vorzeitige Verlängerung mit Trainer Timo Schultz. (Video: 01:10 Minuten)

Mit Heuer Fernandes kehrt die Nummer eins (nach Verletzung und mit frischem Vertrag bis 2024) ins Tor zurück. Die unklare Lage bei Shooting Star Faride Alidou (Winter-Wechsel nach Frankfurt?) ist derzeit kein erkennbarer Stressfaktor. Sollte der Deal über die Bühne gehen, fehlt dem HSV aber Geschwindigkeit an der Außenlinie. Bakery Jatta kommt aus der Quarantäne und wird sich zudem womöglich bald auch noch mit einer juristischen Auseinandersetzung herumschlagen müssen. Noch prüft das Gericht, ob die Anklage der Staatsanwaltschaft wegen "Falschbeurkundung" ein Hauptverfahren nach sich zieht. Die einzigen echten Flügel-Fachkräfte im Kader also abgelenkt oder sogar abgewandert? Auf den Positionen besteht jedenfalls Handlungsbedarf.

Die Comebacker: Werder Bremen

Es war ein vogelwildes Jahr im beschaulichen Bremen. Kohfeldt-Aus, Abstieg, heftige wirtschaftliche Schieflage, eine höchst komplizierte und dadurch langatmige Kader-Bastelei, Fan-Aufstände gegen Sport-Vorstand Frank Baumann und als Krönung der Impfpass-Skandal um Markus Anfang - schon beachtlich, dass die Bremer sich zum Ende der Hinrunde trotz alledem in eine Schlagdistanz zu den Aufstiegsrängen manövriert haben.

Die belastenden Begleiterscheinungen sind nun weitgehend abgearbeitet, der neue Trainer Ole Werner hat voll eingeschlagen und mit drei Siegen zum Start skeptische Prognosen entkräftet und die Mannschaft von seinen Ideen und seinen Fähigkeiten überzeugt. Mit dem Sturm-Duo Ducksch/Füllkrug steht Werner im Angriff Erstliga-Qualität zur Verfügung. Auch die Abwehr stand zuletzt stabil. Die vermeintliche Problemzone im zentralen defensiven Mittelfeld hat Routinier Christian Groß nach holperigem Start zuletzt anständig im Griff gehabt.

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Christian Groß von Werder Bremen über den Aufstieg. (Videolänge: 22 Sekunden)

Rein sportlich kommt Werder also mit Rückenwind aus dem Chaos-Jahr in das Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf (Samstag, 13:30 Uhr live Sky).In der Führungsetage steht derweil eine Grundsatzentscheidung an. Geschäftsführer Frank Baumann hat als letzte Instanz bei allen fußballerischen Entscheidungen den Abstieg maßgeblich mitzuverantworten. Ist so einer als Dauerlösung denkbar? Und: Will Baumann nach geballter und heftiger Kritik aus allen Rohren und Richtungen überhaupt weiterhin den Kopf rausstrecken? Im Januar wollen der nach Marco Bodes Rückzug neu zusammengestellte Aufsichtsrat und Baumann Fakten schaffen. Mit dem direkten Wiederaufstieg könnte das Klub-Idol seine angekratzte Reputation erheblich aufpolieren. Auch bei dieser zentralen Personalie gilt jedenfalls - wie immer im Fußballgeschäft: Klarheit hilft!

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