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Schalke 04 News: S04 hat trotz Niederlage gegen Köln nicht aufgegeben

Abstieg nur eine Frage der Zeit? Schalke am Abgrund, aber...

Sky Sport

21.01.2021 | 15:43 Uhr

Sieben Punkte nach der Hinrunde, Tabellenplatz 18. Selbst der Relegationsplatz ist für Schalke bei acht Punkten Rückstand und dem klar schlechteren Torverhältnis kaum noch erreichen. Die Profis haben sich zwar noch nicht aufgegeben, aber die Klub-Führung muss der Realität ins Auge blicken.

Der erhoffte Befreiungsschlag im Kellerduell gegen den 1. FC Köln blieb für den FC Schalke 04 aus. Bei einem Sieg wären die Knappen bis auf zwei Zähler am Effzeh und dem Relegationsplatz drangewesen. Doch Schalke verlor trotz einer vor allem nach der Pause mutigen und engagierten Vorstellung durch ein Tor in der Nachspielzeit mit 1:2 und bleibt Tabellenletzter.

Schalke hadert mit dem Schicksal

"Ich denke, wir hätten heute mehr verdient", haderte Schalkes Trainer Christian Gross nach dem Spiel dementsprechend, blickte aber bereits nach vorne: "Es gibt eben Phasen, wo es nicht so schön ist und wir müssen daran arbeiten, dass wir wieder mehr lachen können in Zukunft", erklärte der Übungsleiter weiter und ergänzte:

"Wir müssen auch das Glück etwas mehr provozieren, aber das geht nur durch harte Arbeit. Aber jeder Fußballer will grundsätzlich gewinnen und ich werde versuchen, diesen Ehrgeiz und den absoluten Siegeswillen aus jedem wieder herauszukitzeln."

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Nach der Niederlage gegen den 1. FC Köln erklärt Trainer Christian Gross, wie er seine Mannen wieder auf Kurs bringen will.

Dass dies nach dem bitteren Rückschlag keine einfache Aufgabe wird, weiß auf Schalke wohl jeder. "Es ist schwierig, sehr schwierig. Wenn du so nah dran bist an den drei Punkten, so viele Chancen hast und gut spielst, aber dennoch gegen einen Gegner mit dem gleichen Ziel zu Hause nicht punktest, ist es einfach schwierig. Es ist hart für den Kopf", brachte Amine Harit - Schalkes bester Akteur gegen Köln - die aktuelle Stimmungslage bei Königsblau gegenüber Sky Sport auf den Punkt.

Die Schalke-Noten gegen den 1. FC Köln

  1. RALF FÄHRMANN:
    Image: RALF FÄHRMANN: Sah beim 0:1 schlecht aus, als er die Ecke nicht entscheidend klären konnte. Sonst ohne Fehler und konnte sich auch einige Male auszeichnen. Beim 1:2 chancenlos. NOTE: 4 © DPA pa
  2. TIMO BECKER:
    Image: TIMO BECKER: Durfte wieder rechts hinten ran und konzentrierte sich dabei fast ausschließlich auf die Defensivarbeit. Gewann nur 40 Prozent seiner Zweikämpfe, hatte aber immerhin eine Passquote von 92 Prozent. NOTE: 4 © DPA pa
  3. OZAN KABAK:
    Image: OZAN KABAK: Gewann den Großteil seiner Zweikämpfe (65 Prozent) und räumte auch in der Luft ab (80 Prozent). Hatte bei einer Rettungsaktion großes Glück, dass er nur den eigenen Pfosten traf (54.). Stand beim 1:2 unglücklich. NOTE: 4 © DPA pa
  4. MATIJA NASTASIC:
    Image: MATIJA NASTASIC: Ohne größere Fehler gegen Köln. Blockte die meisten Schüsse aller Schalker (zwei) und hatte die beste Passquote (98,6 Prozent). Zudem mit starker Zweikampfbilanz bis zu seiner Auswechslung (83 Prozent). NOTE: 3 © Imago
  5. KINGSLEY EHIZIBUE:
    Image: SEAD KOLASINAC: Versuchte viel und schaltete sich immer wieder auch in die Offensive ein. Bemerkenswert sein Solo über das ganze Feld, bei dem er sich aber offenbar verletzte (64.). Musste wenig später vom Platz. NOTE: 3 © DPA pa
  6. Schalke 04
    Image: SUAT SERDAR: Setzte in der vierten Minute den ersten gefährlichen Schuss und war auch sonst offensiv recht gut im Spiel. Ließ im Zusammenspiel mit Stambouli aber nach hinten zu viele Lücken. Setzte beim Ausgleich entscheidend nach. NOTE: 4 © Imago
  7. BENJAMIN STAMBOULI:
    Image: BENJAMIN STAMBOULI: Kein guter Auftritt des Franzosen. Verlor vor dem 1:2 völlig unnötig den Ball und konnte beim 0:1 den Ball nicht mehr von der Linie kratzen. Zudem mit einigen Stellungsfehlern, die Köln Platz zu Kontern ermöglichten. NOTE: 5 © DPA pa
  8. CZICHOS
    Image: BENITO RAMAN: War stets bemüht und versuchte seine Schnelligkeit auszuspielen. Wirklich viel gelang Raman aber nicht. Musste in der 72. Minute für Boujellab Platz machen. NOTE: 4 © DPA pa
  9. MARK UTH:
    Image: MARK UTH: Vergab nach schöner Vorarbeit von Harit in aussichtsreicher Position, als er aus sieben Metern deutlich drüber schoss. Mit einem starken Schuss kurz vor der Pause und guten Pässen nach dem Wechsel. Insgesamt aber glücklos. NOTE: 4 © DPA pa
  10. AMINE HARIT:
    Image: AMINE HARIT: Bester Schalker auf dem Platz: Drehte immer wieder auf und war gefährlich. Hatte selbst einen starken Abschluss (26.), ansonsten als Vorbereiter immer wieder mit Akzenten. War auch am Ausgleich beteiligt. NOTE: 2 © Imago
  11. MATTHEW HOPPE:
    Image: MATTHEW HOPPE: Wollte vor der Pause freistehend noch einmal auf Harit querlegen, anstatt selbst abzuziehen. Machte es beim Ausgleich besser und traf somit im dritten Spiel in Folge. War auch sonst ständig in Bewegung. NOTE: 3 © DPA pa
  12. OMAR MASCARELL: Der Kapitän kam in der 72. Minute für Nastasic ins Spiel. Attackierte vor dem 1:2 im Mittelfeld nicht energisch genug und stand dann in der Rückwärtsbewegung auch nicht optimal. Sonst ohne Aktion. NOTE: Keine Bewertung
    Image: OMAR MASCARELL: Der Kapitän kam in der 72. Minute für Nastasic ins Spiel. Attackierte vor dem 1:2 im Mittelfeld nicht energisch genug und stand dann in der Rückwärtsbewegung auch nicht optimal. Sonst ohne Aktion. NOTE: Keine Bewertung © Imago
  13. BASTIAN OCZIPKA: Ersetzte in der 72. Minute den angeschlagenen Kolasinac. Schlug einige Flanken ins Zentrum, die aber nie den richtigen Abnehmer fanden. NOTE: Keine Bewertung
    Image: BASTIAN OCZIPKA: Ersetzte in der 72. Minute den angeschlagenen Kolasinac. Schlug einige Flanken ins Zentrum, die aber nie den richtigen Abnehmer fanden. NOTE: Keine Bewertung © Imago
  14. NASSIM BOUJELLAB.: Kam in der 72. Minute für Raman ins Spiel. Konnte keine Akzente setzen. NOTE: Keine Bewertung
    Image: NASSIM BOUJELLAB.: Kam in der 72. Minute für Raman ins Spiel. Konnte keine Akzente setzen. NOTE: Keine Bewertung © DPA pa

Huntelaar glaubt noch an die Rettung

An Aufgeben denkt dennoch niemand: "Wir sind immer noch Letzter und der Rückstand zum Relegationsplatz ist groß, aber es sind noch viele Spiele zu absolvieren. Wir müssen dran glauben, kämpfen bis zum Ende, weitermachen und dürfen nie aufgeben", gibt Kapitän Omar Mascarell am Sky Mikro die Richtung vor. Und weiter: "Alle sind sehr enttäuscht, aber wir müssen weitermachen. Ich weiß, dass es aktuell schwer ist, daran zu glauben, aber nur wir selbst können es ändern."

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Klaas-Jan Huntelaar konnte aufgrund von Wadenproblemen gegen Köln noch nicht ran, lobte aber den Kampf in der zweiten Halbzeit (Videolänge: 30 Sek.).

Durchhalteparolen, die man immer von Mannschaften in diesen Situationen gewohnt ist, aber Klaas-Jan Huntelaar macht im Gespräch mit Sky Reporter Patrick Wasserziehr deutlich, warum er an die Rettung glaubt:

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"Natürlich ist Niedergeschlagenheit da. Die zweite Halbzeit war aber sehr gut. Wir haben gut gespielt, aber leider nicht gewonnen. Ich denke, wir waren kurz davor, aber ein guter Konter der Kölner und die haben ihn reingeschossen. Dennoch war die zweite Halbzeit positiv", so Schalkes neuer Hoffnungsträger, der am kommenden Wochenende erstmals im Kader stehen will:

"Jetzt sind 17 Spiele vorbei und es kommen die nächsten 17 Spiele. Wenn wir so weiterspielen, wie in der zweiten Halbzeit, kommen wir da raus. Dann ist die Hoffnung da. Der Kampf war gut, aber wir haben leider nicht das zweite Tor gemacht."

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Nach der Niederlage gegen den 1. FC Köln schätzt Sky Reporter Dirk große Schlarmann die Situation auf Schalke ein. (Länge: 38 Sekunden)

Schalke-Bosse müssen für Zweite Liga planen

Tatsächlich sind 17 Spiele noch eine Menge - es sind noch 51 Punkte zu vergeben, aber die nächsten drei Heimspiele verheißen nichts Gutes, wenn der FC Bayern, Borussia Dortmund und RB Leipzig ihre Visitenkarte in der Veltins Arena abgeben.

Daher müssen Schalkes Bosse der Realität ins Auge blicken und frühzeitig mit der Planung für die 2. Bundesliga beginnen. Ein Unterfangen, das aufgrund der finanziellen Schieflage des Klubs ohnehin eine Mammutaufgabe darstellt.

Alles andere wäre unverantwortlich, nachdem der erhoffte Befreiungsschlag ausblieb. Und zwar völlig unabhängig davon, ob man "mehr verdient" hätte.

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