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Aus im Sommer? "Bayern würde Kovac einen Gefallen tun"

Trainerdiskussion bei Sky90

Sky Sport

21.05.2019 | 10:53 Uhr

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Sky Experte Dietmar Hamann glaubt, dass man Niko Kovac einen Gefallen tun würde, wenn im Sommer bei Bayern Schluss wäre. (Länge: 2:33 Minuten)

Auch nach dem Gewinn der Meisterschaft vermeiden die Bayern-Bosse ein klares Bekenntnis zu Niko Kovac. Während Lothar Matthäus die Trainer-Diskussion nicht nachvollziehen kann, sieht Dietmar Hamann eine gefährliche Entwicklung.

Die Spekulationen um ein Ende von Niko Kovac im Sommer beim FC Bayern muten skurril an. "Ich verstehe die Diskussion in dieser Form nicht", äußert Lothar Matthäus bei Sky90 sein Unverständnis. Seiner Meinung nach habe Kovac ein schwieriges Jahr gehabt.

"Er musste mit enttäuschten Spielern, die das verlorene Pokalfinale und das WM-Aus wegstecken mussten, arbeiten. Und in der Hinrunde sind wichtige Spieler wie Kingsley Coman oder Serge Gnabry lange ausgefallen", blickt der Sky Experte zurück.

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Sky Experte Dietmar Hamann warnt den FC Bayern davor, den Spieler zu viel Macht zu geben. (Länge: 2:44 Minuten)

Hamann warnt: Bayern muss vorsichtig sein

Dennoch hat Kovac den Rekordmeister zur Meisterschaft geführt und am kommenden Samstag sogar noch die Chance auf das Double. Trotz dieser Erfolge ist eine Weiterbeschäftigung über die Saison hinaus fraglich. Dabei gibt es "von außen gesehen eigentlich keinen Grund, etwas zu ändern", findet auch Dietmar Hamann. Der Sky Experte stellt deshalb die Frage: "Wo kommt die Diskussion eigentlich her?" Für den ehemaligen Nationalspieler gibt es nur eine Antwort: "Das Thema wurde aus der Mannschaft angestoßen."

Der FC Bayern sei wieder dort, wo er sich vor zwei Jahren unter Carlo Ancelotti schon einmal befand. "In München habe ich das Gefühl, dass, wenn Spieler den Trainer nicht mehr wollen, dann der nächste kommt", so Hamann, "Spieler dürfen aber nicht entscheiden, wer Trainer ist."

Der Branchenprimus müsse mit der Situation unheimlich vorsichtig umgehen: "Wenn man den Spielern zu viel Macht gibt, ist das ein Teufelskreis, aus dem man so schnell nicht mehr herauskommt."

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Sky Experte Lothar Matthäus würde sich wünschen, dass Niko Kovac auch in der nächsten Saison als Bayern-Trainer tätig ist. (Länge: 2:02 Minuten)

Matthäus und Hamann loben Kovac

Nach Ansicht der beiden ehemaligen Nationalspieler habe Kovac in seinem Premieren-Jahr an der Säbener Straße einen hervorragenden Job gemacht. Matthäus lobt, dass der 47-Jährige sich selbst korrigiert und nicht mehr so viel rotiert hat. Für Hamann ist Kovacs Stressresistenz das größte Kriterium: "Wenn der Druck am größten ist, stellt sich immer die Frage: 'Bleibt er stehen oder fällt er um?' Er ist gestanden wie eine Eiche und hat alles an sich abprallen lassen."

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Auch aufgrund dieser Qualitäten würde sich Matthäus wünschen, dass Kovac bleibt und die Chance erhält, eine Mannschaft zu trainieren, die unter anderen Voraussetzungen in die Saison startet: "Letztlich muss der FC Bayern sich klar werden: 'Was will er? Was sucht er und ist so etwas in der Form auf dem Markt?' Diese Fragen kann er aber nur selbst beantworten."

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Bei Sky90 befasst sich die Runde mit möglichen Neuzugängen für den FC Bayern. (Länge: 4:45 Minuten)

Hamann: "Das ist nicht mehr zu korrigieren"

Hamann glaubt nicht, dass Kovac auch in der nächsten Saison noch das Sagen hat. In den vergangenen Wochen sei er "Stück für Stück demontiert worden". Dass Karl-Heinz Rummenigge Kovac keine Jobgarantie ausstellen wollte, habe er aber nicht als Trainer-Kritik aufgefasst. "Das ist bei Bayern so, deswegen sind sie so erfolgreich, weil alles hinterfragt wird. Doch in der Öffentlichkeit wurde diese Aussage als Trainer-Kritik ausgelegt."

Bayern habe es daraufhin versäumt, das öffentlich richtigzustellen. Dies sei nun nicht mehr zu korrigieren. Hamann: "Wenn Kovac bleiben sollte, wird die Diskussion mit Beginn der Vorbereitung wieder losgehen. Das kann sich Bayern nicht leisten und er hat das auch überhaupt nicht verdient."

Aus seiner Sicht würde man Kovac sogar "irgendwo einen Gefallen tun, wenn man im Sommer Schluss macht".

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