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Auswärts erneut zahnlos! Barca so schlecht wie seit 25 Jahren nicht

Katalanen verlieren bei Aufsteiger Granada und laufen in der Liga hinterher

Robert Gherda

22.09.2019 | 20:41 Uhr

Luis Suarez wartet mit dem FC Barcelona auswärts in dieser Saison weiter auf einen Sieg.
Image: Luis Suarez wartet mit dem FC Barcelona auswärts in dieser Saison weiter auf einen Sieg. © Getty

Über 250 Millionen Euro gab der FC Barcelona im Sommer für neue Stars wie Antoine Griezmann und Frenkie de Jong aus. Doch bisher läuft es beim spanischen Meister überhaupt nicht und der Druck auf Trainer Ernesto Valverde wächst. Luis Suarez befürchtet ein langes, kompliziertes Jahr.

Der FC Barcelona ist im bisherigen Saisonverlauf eine Mannschaft mit zwei Gesichtern. Zu Hause fegten die Katalanen Betis Sevilla und den FC Valencia jeweils mit 5:2 vom Platz, aber auswärts gelang in vier Pflichtspielen noch kein einziger Sieg. 0:1 in Bilbao, 2:2 in Osasuna, ein schmeichelhaftes 0:0 in der Champions League beim BVB und nun setzte es bei Aufsteiger FC Granada ein peinliches 0:2.

3:09
Champions League, 1. Spieltag: Gegen Mitfavorit FC Barcelona reichte es für den deutschen Vizemeister im ersten Vorrundenspiel der Gruppe F zu einem 0:0. Marco Reus scheiterte mit einem Foulelfmeter an Barca-Torwart Marc-Andre ter Stegen.

Valverde macht sich Sorgen

"Das heutige Spiel war nicht gut. Wir müssen darüber nachdenken. Zu Hause sind wir extrem gut. Auswärts sind wir extrem schlecht. Natürlich macht mir das Sorgen", erklärte Trainer Valverde nach dem jüngsten Rückschlag. Und weiter: "Wir sind auswärts nicht gut, wir dominieren zwar, münzen das aber nicht in Chancen um. Unser Liga-Start bereitet mir Sorgen."

Diese sind durchaus berechtigt, denn schlechter startete Barca zuletzt in der Saison 1994/95 in eine Saison. Vor 25 Jahren reichte es am Ende nur zu Platz vier. Ein ähnliches Resultat wäre für die stolzen Katalanen in dieser Spielzeit inakzeptabel, denn schließlich dominierten Lionel Messi & Co. zuletzt die Primera Division. In acht der letzten elf Saisons holte sich Barca am Ende den Titel - derzeit liegt das Starensemble aber lediglich auf Rang sieben und könnte sogar auf Platz neun durchgereicht werden.

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Suarez erwartet "langes, kompliziertes Jahr"

Bei Luis Suarez - in Granada ein Totalausfall - schrillen bereits die Alarmglocken: "Es ist eine besorgniserregende Niederlage. Es tut weh. Wir müssen viele Dinge analysieren. Wir hatten viel Ballbesitz, waren aber nicht in der Lage, etwas zu kreieren. Wir müssen akzeptieren, dass wir Spiele gewinnen müssen und es aktuell nicht tun", erklärte der Stürmerstar und sieht schwere Zeiten auf die Blaugrana zukommen: "Die Saison ist noch lang, aber das sind die Spiele, die dir die Meisterschaft bringen können. Jetzt ist der Zeitpunkt, um zu analysieren, was los ist. Es wird ein langes, kompliziertes Jahr werden."

Im Kreuzfeuer der Kritik steht der Coach. Seit Barca in den vergangenen beiden Spielzeiten trotz hohen Hinspielsiegen noch sensationell aus der Königsklasse flog (2017/18: 0:3 bei AS Rom trotz 4:1-Hinspiel - 2018/19: 0:4 beim FC Liverpool nach 3:0-Hinspiel, Anm. d. Red.), hat Valverde vor allem bei den Fans einen äußerst schweren Stand. Der Hashtag #ValverdeOut macht unter jedem Social-Media-Post der Katalanen die Runde.

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Barca in Granada schwach

Der Vorwurf: Keine taktische Variabilität, fehlende Innovationen und zu große Abhängigkeit von Lionel Messi. In Granada waren diese Vorwürfe nicht von der Hand zu weisen. Nach dem frühen Rückstand, bei dem Alba-Ersatz Junior Firpo schwer patzte, wirkte Barca zahnlos und konnte sich wie schon in Dortmund kaum eigene Chancen erspielen.

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Valverde nahm die Pleite anschließend auch auf seine Kappe: "Ich übernehme immer die Verantwortung für das, was passiert. Die Spieler sind die Akteure, aber ich fühle mich verantwortlich für das, was passiert ist. Granada hat es gut gemacht und das müssen wir anerkennen", so der 55-Jährige.

75-Millionen-Mann de Jong sieht dagegen die Mannschaft in der Bringschuld: "Die Verantwortung liegt bei den Spielern. Wir tragen die Schuld. Wir müssen viel härter arbeiten, um uns zu verbessern", so der Niederländer.

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Hoffnungsschimmer Messi?

Wer auch immer an der derzeitigen Misere schuld ist: Wenn Barcelona den neunten Meistertitel in den letzten zwölf Jahren nicht frühzeitig aus den Augen verlieren will, muss der Titelverteidiger die aktuellen Probleme schnell lösen. Die erste Gelegenheit dazu bietet sich bereits am Dienstag im heimischen Camp Nou gegen Villarreal, ehe Barca kommenden Samstag beim FC Getafe endlich den ersten Auswärtsdreier einfahren möchte.

Ein Hoffnungsschimmer: Messi, der in Dortmund und Granada von der Bank kam, dürfte dann bereit sein für 90 Minuten. Ob der Argentinier alleine aber auch ausreicht, damit die Katalanen auch auswärts ihr Heimgesicht zeigen, ist nach den Leistungen zuletzt völlig offen.

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