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Bayern News: Abwehrprobleme und Gründe für Süles Krise

Wacklige Abwehr: Die Gründe für Bayerns Defensivsorgen

Sky Sport

28.11.2020 | 14:59 Uhr

5:05
Sky Reporter Torben Hoffmann analysiert den Sieg gegen Salzburg und betrachtet vor allem auch die schwache erste Halbzeit des Rekordmeister. Auch Niklas Süles Fitnesszustand ist ein Thema (Videolänge: 5:05 Min.).

Zwölf Gegentore in der Bundesliga, vier Treffer in der Champions League kassiert. Ein David Alaba, der sich nach dem Hickhack um seine Vertragsverlängerung ungewohnte Patzer leistet und ein Niklas Süle, der sich in einem Leistungstief befindet. Die Abwehr ist in dieser Saison nicht gerade das Prunkstück des FC Bayern.

Auch beim 3:1 gegen Salzburg konnten die Paraden von Torwart Manuel Neuer die Defensiv-Probleme der Münchner nicht kaschieren. Im Gegenteil: Wie schon beim 1:1 gegen Bremen am vergangenen Samstag wurden die Abwehrsorgen überdeutlich.

Gegen Salzburg spielten Alaba und Jerome Boateng in der Innenverteidigung, Benjamin Pavard und Chris Richards besetzten die Außenpositionen. Youngster Richards war für den angeschlagenen Lucas Hernandez (Beckenprellung) in die Startelf gerückt.

FCB-Noten: Neuer auf Weltklasse-Niveau - Debütant mit Makel

  1. MANUEL NEUER:
    Image: MANUEL NEUER: Immer präsent. Hält früh zwei Mal das 0:0 für die Bayern fest. Rettet dann zwei Mal überragend innerhalb weniger Sekunden die Null in der 71. Minute. Selten so häufig geprüft (zehn Paraden). Ihn trifft keine Schuld beim 1:3. Note: 1 © Getty
  2. BENJAMIN PAVARD:
    Image: BENJAMIN PAVARD: Solider Job hinten rechts. Passsicher, Zweikampfbilanz aber ausbaufähig (56%). Wird, nachdem er böse umknickt, ausgewechselt. Note: 3 © Getty
  3. JEROME BOATENG:
    Image: JEROME BOATENG: Verliert Berisha beim 1:3 aus den Augen und trabt nur hinterher. Ansonsten lange Zeit der bessere Innenverteidiger neben Alaba, bietet den Salzburgern aber immer wieder Lücken. Note: 3 © Imago
  4. DAVID ALABA:
    Image: DAVID ALABA: Mehrere Leichtsinnsfehler in der Anfangsphase. Findet zusammen mit seinem Defensivpartner Boateng keine Stabilität. Kann auch Youngster Richards nur bedingt unterstützen. Note: 3 © DPA pa
  5. Richards
    Image: CHRIS RICHARDS: Hat in der ersten Halbzeit Schwierigkeiten auf der linken Seite, was aber sicherlich auch mit der Defensivleistung seiner Partner Alaba und Coman zusammenhängt. In der zweiten Halbzeit dann mit einer Leistungssteigerung. Note: 4 © Getty
  6. MARC ROCA:
    Image: MARC ROCA: Umtriebig und oft am Ball. Erhält viele Anweisungen von seinen Teamkollegen. Der CL-Debütant zeigt das ganze Spiel über Aggressivität und macht sich durch seinen unnötigen Platzverweis die gute Leistung kaputt. Note: 4 © DPA pa
  7. LEON GORETZKA:
    Image: LEON GORETZKA: Spielt seinen Stiefel runter. Erkämpft den Ball zum 2:0. Souverän wie so oft. Gibt in der Schlussphase den Rechtsverteidiger. Note: 3 © Getty
  8. SERGE GNABRY:
    Image: SERGE GNABRY: Sein Volleyschuss ist die erste Chance des Spiels und bleibt persönlich seine einzige. Bleibt unauffällig. Nicht sein bestes Spiel. Note: 4 © DPA pa
  9. THOMAS MÜLLER:
    Image: THOMAS MÜLLER: Seinen Schuss vor dem 1:0 kann Stankovic nicht halten. Fällt sonst nicht großartig auf. Dirigiert nach Rocas Platzverweis von weiter hinten. Insgesamt solide. Note: 3 © Getty
  10. KINGSLEY COMAN:
    Image: KINGSLEY COMAN: Engagiert, aber lange glücklos. Probiert in der 53. Minute seinen ersten Schuss, der zwar abgefälscht wird, so aber im Tor landet. Legt das 3:0 punktgenau und gefühlvoll auf. Sonst wenig im Spiel. Note: 3 © DPA pa
  11. ROBERT LEWANDOWSKI:
    Image: ROBERT LEWANDOWSKI: In der ersten Halbzeit zwei, drei Mal zu umständlich. Leitet das 1:0 ein, ist dann selbst zur Stelle und staubt ab. Auch am 2:0 beteiligt. Schwieriges, aber solides Spiel für Lewandowski. Note: 3 © DPA pa
  12. LEROY SANE: Kommt in der 63. Minute für Gnabry. Trifft fünf Minuten nach seiner Einwechslung zum 3:0 per Kopf. Sein Ballverlust im Aufbauspiel leitet das 1:3 ein. Note: 3.
    Image: LEROY SANE: Kommt in der 63. Minute für Gnabry. Trifft fünf Minuten nach seiner Einwechslung zum 3:0 per Kopf. Sein Ballverlust im Aufbauspiel leitet das 1:3 ein. Note: 3 © DPA pa
  13. LUCAS HERNANDEZ:
    Image: LUCAS HERNANDEZ: Kommt in der 63. Minute für Pavard und ist am 3:0 beteiligt. Über seine Seite leitet Salzburg das 1:3 ein, der Angriff ging jedoch zu schnell, als das er hätte eingreifen können. Note: 3 © DPA pa
  14. Douglas Costa könnte gegen Lokomotive Moskau das Vertrauen von Bayern-Coach Hansi Flick bekommen.
    Image: DOUGLAS COSTA: Kommt in der 79. Minte für Coman. Keine Bewertung. © Imago
  15. JAVI MARTINEZ:
    Image: JAVI MARTINEZ: Kommt in der 79. Minute für Richards. Keine Bewertung. © DPA pa

Konteranfälligkeit und hohe Belastung

Dass die Bayern, wie schon gegen Bremen, grobe Fehler machten und viele Chancen zuließen, gefiel Trainer Hansi Flick überhaupt nicht. "Wir müssen anders auf dem Platz stehen und bereit sein, richtig entgegenzugehen", kritisierte Flick am Mittwochabend. Natürlich macht sich das Fehlen von Joshua Kimmich bemerkbar, aber das ist nicht die einzige Schwachstelle der Münchner.

"Ein Problem, was sich bei den Bayern schon länger durchzieht, ist die Konteranfälligkeit. Da stehen sie nicht gut gestaffelt und lassen dem Gegner zu viele Räume", analysiert Sky Reporter Torben Hoffmann. "Dazu kommt, dass die Belastung sehr hoch ist. Der Körper wird müde, die Konzentration lässt nach und es schleichen sich Fehler ein", erklärt der ehemalige Bundesliga-Profi.

Fitness und Konzentration müssen stimmen

Fitness und Konzentration seien bei dem sehr kraftraubenden System mit Pressing, Gegenpressing und dem Versuch, hoch zu verteidigen, aber eine Grundvoraussetzung.

3:16
UEFA Champions League: Der FC Bayern macht mit einem 3:1 gegen Salzburg das Achtelfinale klar. Kapitän Manuel Neuer spricht am Sky Mikro über das Spiel und über den Tod von Diego Maradona (Videolänge: 3:16 Min.).

"Wenn man dann nicht zu 100 Prozent mitmachen kann und nicht jeder diesen Weg mitgeht, wird es gefährlich. Das ist momentan das größte Problem bei den Bayern", meint Hoffmann.

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Süle anzuzweifeln wäre nicht richtig

Wegen Trainingsrückstands verzichtete Flick wie zuletzt gegen Bremen auch beim Duell mit dem österreichischen Dauermeister auf Niklas Süle. Um den Nationalspieler hatte es zuletzt Spekulationen gegeben, die Bayern-Bosse würden angeblich Zweifel am 25-Jährigen hegen und deshalb mit einem Angebot zur Vertragsverlängerung zögern. Süle solle demnach erst nachweisen, dass er "ein Bayern-Spieler" sei.

"Sicherlich ist er nicht zu 100 Prozent fit, das hat gerade auch das Länderspiel gegen Spanien offenbart. Spitzigkeit, Beweglichkeit und Körpersprache waren in dem Spiel bei ihm sehr schlecht", sagt Hoffmann. Süle deswegen anzuzweifeln, gehe aber in die falsche Richtung.

"Normal, dass man in ein kleines Loch fallen kann"

"Er kommt aus der Corona-Quarantäne, konnte dort nicht fußballspezifisch trainieren. Nach seinem Kreuzbandriss hatte er zehn Monate aussetzen müssen, dann hat er aber beim Champions-League-Finalturnier in Lissabon sehr gut gespielt", führt der Bayern-Experte aus.

Es sei "normal, dass die ersten Wochen sehr gut funktionieren, man dann aber mal in ein kleines Loch fallen kann". Genau das sei jetzt bei Süle der Fall. Wie viele andere Leistungsträger habe der robuste Abwehrmann keine wirkliche Sommervorbereitung gehabt.

"Gewicht an sich ist nicht das Problem"

Zuletzt war dem Nationalspieler angelastet worden, er sei mit zwei Kilo Übergewicht vom DFB-Team zurückgekommen und Flick habe ihn deshalb aus dem Team genommen. "Wie Sie es interpretieren, ist Ihre Sache", meinte der Bayern-Trainer vor dem Salzburg-Spiel.

4:25
UEFA Champions League: Der FC Bayern hat mit einem 3:1 gegen Salzburg am 4. Spieltag vorzeitig das Achtelfinale erreicht. Nach dem Spiel spricht Bayern-Trainer Hansi Flick am Sky Mikro (Videolänge: 4:25 Min.).

Hoffmann will das Thema nicht überbewerten. "Sein Gewicht ist an sich nicht das Problem, sondern man lässt ganz einfach im Fitnesszustand ein bisschen nach, wenn man immer nur spielt, regeneriert, spielt und regeneriert." Da gelte es anzusetzen und daran arbeite Süle jetzt auch.

Rotation wohl erst in Madrid

Auf seinen nächsten Einsatz für den deutschen Rekordmeister werde Süle aber wohl noch etwas warten müssen, glaubt der Sky Reporter.

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Flick werde am Samstag im Bundesliga-Spiel in Stuttgart wahrscheinlich noch nicht zu sehr rotieren, das werde dann aber im Rückspiel in der Champions League bei Atletico Madrid der Fall sein.

"Ich bin mir sehr sicher, dass der eine oder andere Spieler die Reise gar nicht antreten wird, sondern dass sie von Samstag bis Samstag die Möglichkeit haben zu regenerieren."

Nächste Gegner haben es in sich

Mit einer guten Leistung in Madrid könnte sich Süle also wieder für die Startelf empfehlen.

Bundesliga-Spielplan 2020/21

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Für Flick und die Bayern-Abwehr wäre ein fitter Süle eine wichtige Stütze, denn die nächsten Gegner sind nicht zu unterschätzen: Am 10. Spieltag kommt RB Leipzig in die Arena und danach geht es zum Überraschungsteam Union Berlin.

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