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Bayern vs. BVB: Süle, Hernandez, Schlotterbeck & Upamecano im Vergleich

Innenverteidigung im Vergleich: BVB läuft Bayern den Rang ab

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BVB-Legende Jürgen Kohler spricht im Exklusiv-INterview mit Sky über die Defensive der Dortmunder, die vielen Gegentore und wie die beiden Neuzugänge Niklas Süle und Nico Schlotterbeck die Borussia besser machen können.

Mit Nico Schlotterbeck hat sich Borussia Dortmund nach Niklas Süle erneut in der Innenverteidigung verstärkt. Ist der BVB mit dem neuen Duo nun in der defensiven Zentrale sogar besser aufgestellt als der FC Bayern? Das sagt die Statistik.

Das Ziel jeder Defensive eines Spitzenklubs ist vor jeder Saison im Grunde gleich. Möglichst oft zu Null spielen und am Ende weniger Gegentore als Spiele aufweisen. Gelingt dies, hat man hervorragende Chancen auf eine gute Platzierung oder sogar auf den Titel.

Beispiel gefällig? Als Borussia Dortmund 2010/11 und 2011/12 letztmalig Deutscher Meister wurde, kassierte der BVB 22 und 25 Gegentore. In den zehn Saisons seitdem gelang es den Dortmundern nicht ein einziges Mal, dieses Ziel zu erreichen. Zum Vergleich: Der FC Bayern München hatte im gleichen Zeitraum stolze acht Mal weniger Gegentreffer als Spiele und feierte unter anderem auch deshalb zehn Meistertitel in Serie.

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50 Gegentore für BVB nicht zu akzeptieren

Natürlich: Eine gute Defensive besteht natürlich nicht nur aus einem soliden Torhüter und der Kette davor. Das ganze Team muss nach hinten mitarbeiten, aber dennoch sind ein guter Schlussmann und vor allem eine starke Innenverteidigung essenziell, wenn eine gewisse Stabilität gewährleistet sein soll.

Dies haben auch die BVB-Bosse erkannt und sich bereits im vergangenen Sommer mit Gregor Kobel zwischen den Pfosten verstärkt. Für die kommende Spielzeit nahmen der scheidende Sportdirektor Michael Zorc und sein Nachfolger Sebastian Kehl nun die Innenverteidigung ins Visier, denn die 50 Gegentore nach bisher 32 Spieltagen in der laufenden Saison sind für die eigenen Ansprüche inakzeptabel.

Das sieht auch BVB-Legende Jürgen Kohler im exklusiven Interview mit Sky so: "50 Gegentoren Saison sind zu viel. Das lag aber sicherlich nicht nur an der Verteidigung, sondern insgesamt am Defensivverhalten des BVB." Der Schlüssel zum Erfolg sei, so wenig Gegentore wie möglich zu bekommen, "nur so hat man eine große Möglichkeit, den ein oder anderen Titel nach Dortmund zu holen."

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Hartnäckige Verletzungen bei Mats Hummels und Manuel Akanji - der Wunschbesetzung in der defensiven Zentrale - waren sicherlich ein Grund für die Gegentorflut. Es war auch nicht hilfreich, dass Backup Dan-Axel Zagadou nur auf 13 Ligaspiele kam und der vierte gelernte Innenverteidiger Marin Pongracic keine echte Alternative darstellte.

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Marco Rose wurde somit immer wieder gezwungen zu improvisieren und oftmals mussten mit Axel Witsel und Emre Can Spieler in der letzten Reihe aushelfen, obwohl sie eigentlich im Mittelfeld zu Hause sind.

Süle und Schlotterbeck gehört die BVB-Zukunft

Doch die Abwehrmisere nur auf Verletzungen zu schieben wäre falsch, denn auch mit Akanji und Hummels war die BVB-Defensive oftmals zu löchrig. Die BVB-Bosse mussten also handeln, zumal der risikofreudige Schweizer Akanji eine Vertragsverlängerung ablehnte und Weltmeister Hummels dieses Jahr schon 34 Jahre alt wird.

Zunächst gelang es den Verantwortlichen, dem ablösefreien Niklas Süle einen Wechsel von der Isar an den Borsigplatz schmackhaft zu machen. Doch nicht nur dass, denn seit dem gestrigen Montag steht fest, dass der BVB auch Nico Schlotterbeck vom SC Freiburg für sich gewinnen konnte. Der Nationalspieler kostet nach Sky Informationen rund 20 Millionen Euro, wobei die Summe durch Bonuszahlungen noch auf 25 Millionen anwachsen kann.

Mit dem 26-jährigen Süle, der bis 2026 in Dortmund unterschrieb, und dem 22 Jahre alten Schlotterbeck, der sich sogar noch ein Jahr länger bis 2027 zum BVB bekannte, hat der Tabellenzweite nun seine Innenverteidigung der Zukunft und muss sich um die Position vorerst keine Gedanken machen, zumal man Hummels und das 18-jährige Toptalent Soumalia Coulibaly noch in der Hinterhand hat.

Dortmunds Duo sogar besser als das der Bayern?

Ist der BVB in der Innenverteidigung vielleicht sogar besser aufgestellt als der große Rivale aus München? Dort hatte man im ersten Jahr unter Julian Nagelsmann ebenfalls mit zu vielen Gegentoren zu kämpfen und verliert nun ja auch noch Süle nach Dortmund.

Aktuell scheinen in München daher Lucas Hernandez und Dayot Upamecano mehr denn je gesetzt zu sein. Und das, obwohl Hernandez, der einst für 80 Millionen Euro von Atletico verpflichtet wurde und Upamecano, der RB Leipzig immerhin noch eine Ablöse von 42,5 Millionen Euro einbrachte, zwar das mit großem Abstand teuerste Abwehrpärchen der Bundesliga darstellt, aber in der abgelaufenen Spielzeit nur bedingt überzeugen konnte.

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Wenn man die vier Innenverteidiger aus München und Dortmund vergleicht, fällt auf, dass Schlotterbeck das mit Abstand beste Gesamtpaket liefert. Der Youngster kann zwar in den Bereichen Ballaktionen pro 90 Minuten, Pässe pro 90 Minuten und Passquote nicht mit dem Rest mithalten, aber dies liegt zu einem Großteil daran, dass Schlotterbeck beim SC Freiburg in einem Team spielte, das deutlich weniger dominant auftritt als die Bayern oder Dortmund.

Seine Werte in den drei Kategorien (73 Ballaktionen. 54 Pässe und 81 Prozent Passquote) sind aber keinesfalls schlecht. Nur eben nicht so herausragend wie bei Süle (96 Ballaktionen, 85 Pässe, 90% Zweikampfquote), Upamecano (104 Ballaktionen, 91 Pässe, 90% Passquote) oder Hernandez (100 Ballaktionen, 84 Pässe, 89% Passquote).

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Schlotterbeck dominiert in den meisten Kategorien

In fast allen anderen Bereichen dominiert der 1,91 Meter große Hüne jedoch. Schlotterbeck gewinnt mit 69 Prozent der Zweikämpfe mehr als die Konkurrenz (Süle: 68%, Hernandez 66%, Upamecano nur 62%) und ist auch in der Luft stark, denn dort gewinnt nur Süle mehr als die 73 Prozent der Luftzweikämpfe. Sein zukünftiger Teamkollege kommt hier sogar auf 76 Prozent, während Hernandez (63%) und Upamecano (60%) deutlich abfallen. Schlotterbeck fängt auch die meisten Bälle (Im Schnitt 1,8). In dieser Kategorie belegen die beiden Bayern-Profis übrigens auch wieder die Plätze drei (Upamecano mit 1,3) und vier (Hernandez mit 1,2) noch hinter Süle mit 1,4.

Schlotterbeck traf in der abgelaufenen Saison zudem schon vier Mal und damit doppelt so oft wie Upamecano. Süle und Hernandez konnten noch kein Tor erzielen. Abschließend der vielleicht noch wichtigste Fakt:

Das Duo Süle/Schlotterbeck leistete sich in der aktuellen Spielzeit nicht einen einzigen Fehler vor einem Gegentor und noch nicht einmal vor einem gegnerischen Torschuss. Ganz anders sieht das an der Isar aus. Upamecano alleine verschuldete zwei Gegentore und hatte noch Glück, dass sechs Patzer vor gegnerischen Torschüssen kein weiteres Gegentor bedeuteten. Hernandez leistete sich einen weiteren Bock vor einem Torschuss des Gegners.

Innenverteidigung im Vergleich: BVB vs. FC Bayern

  • Schlotterbeck sticht bei leistungsbezogenem Kategorien heraus
  • Neue BVB-Zentrale klar stärker im Zweikampf (Luft und Boden)
  • Bayern-Profis dominieren Kategorien mit Ball aufgrund dominanter Spielweise
  • Hummels & Nianzou nur Backup? Vorteil Dortmund
  • Upamecano als großer Unsicherheitsfaktor 2021/22

Für Kohler sind die beiden Neuzugänge auf alle Fälle eine Verbesserung: "Schlotterbeck und Süle bringen mehr Geschwindigkeit in die Innenverteidigung, zudem auch eine gewisse Robustheit und Kopfballstärke." Ein Vorteil des Freiburgers sei zudem, dass er "den linken Fuß hat, dann kann er auch ein besseres Aufbauspiel betreiben", das käme auch den defensiven Mittelfeldspielern auf ihren Positionen zugute, so die BVB-Legende und Weltmeister von 1990 weiter.

BVB-Coup für ein Sechstel der Bayern-Ablöse

Diese Zahlen zeigen eindrucksvoll, dass der Noch-Freiburger bereits ist für den Sprung zu einem Top-Team und zusammen mit Süle, den den Sky Experte als "besten BVB-Transfer der letzten zehn Jahre" bezeichnete, gut harmonieren dürfte. Linksfuß Schlotterbeck muss aber in Dortmund nicht die gesamte Last schultern, denn Rechtsfuß Süle hat beim FC Bayern demonstriert, dass er ein echter Abwehrchef und Führungsspieler ist.

Dass es den BVB-Verantwortlichen gelang, zwei deutsche Nationalspieler, die ihre beste Zeit noch vor sich haben, für rund ein Sechstel (!) der gezahlten Ablöse zu verpflichten, die die Bayern-Bosse für das eigene Innenverteidigergespann zahlten, ist ein Coup für sich. Dass das Duo aber anhand der Statistiken der laufenden Saison leistungsmäßig auch noch besser abschneidet, sollte BVB-Fans zuversichtlich stimmen. Gemäß dem Motto: Geld allein verteidigt keine Tore.

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Dreierkette oder Hummels als Backup? BVB im Vorteil

Zudem sollte bedacht werden, dass Dortmunds Hummels trotz seines leicht fortgeschrittenen Alters und einer sehr durchwachsenen Saison noch klare Vorteile gegenüber Bayern-Backup Nianzou hat. Auch bei einer möglichen Dreierkette dürfte der BVB somit besser aufgestellt sein als die Münchner.

Der FC Bayern könnte allerdings personell noch nachlegen. Nach Sky Informationen führen die Bosse aktuell Gespräche mit Ajax-Star Timber. Zudem könnte Benjamin Pavard in Zukunft nach innen rücken, denn der Serienmeister wie geplant mindestens einen neuen Rechtsverteidiger verpflichtet. Noussair Mazraoui steht nach Sky Informationen bei den Bayern im Wort.

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Den BVB dürfte das alles nur noch marginal interessieren, denn die eigene defensive Zentrale ist aktuell so gut besetzt wie vielleicht der letzten Meistersaison des BVB mit einem jungen Hummels und Neven Subotic nicht mehr.

Damals gelang es ja auch bekanntlich zum letzten Mal, weniger als ein Gegentor pro Spiel zu kassieren. Vielleicht ist es 2023 ja wieder soweit und man erreicht das Ziel jeder Defensive eines Spitzenklubs...

Datenquelle: opta

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