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Saison 2017/18 unter Verdacht

Belgien-Skandal: Spiele möglicherweise manipuliert

Von Mark Schnell

11.10.2018 | 22:03 Uhr

5:10
Sportredakteur Mike Notermans spricht über den Korruptionsskandal in Belgien

Ergebnisse aus den Ermittlungen der Bundesstaatsanwaltschaft ergeben, dass zwei Spiele der ersten belgischen Liga unter Manipulationsverdacht stehen.

Ermittlungen der belgischen Bundesstaatsanwaltschaft haben Hinweise ergeben, dass möglicherweise zwei Spiele der ersten Liga manipuliert wurden.

Es soll sich um Partien aus der Saison 2017/18 handeln. Ermittlungen laufen unter anderem zwar gegen die Topklubs RSC Anderlecht und FC Brügge, aber bei den beiden Spielen soll es sich um Duelle im Abstiegskampf handeln.

Leko verbringt Nacht im Gefängnis

Brügges Trainer Ivan Leko soll am Donnerstag dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden. Das sagte sein Anwalt Walter Van Steenbrugge am Dienstagabend. Er kündigte an, dass sein Mandant "schon bald wieder auf dem Fußballplatz zu sehen sein wird". Der Brügge-Coach musste die Nacht zum Donnerstag im Gefängnis verbringen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft werden alle Personen, die vorläufig festgenommen wurden, als Verdächtige und nicht als Zeugen verhört. Mogi Bayat, der als Spielerberater der mutmaßliche Strippenzieher der kriminellen Machenschaften sein soll, und sein Kollege Dejan Veljkovic sollen am Donnerstag ausführlich verhört werden.

Richter spricht Haftbefehle aus

Die Staatsanwaltschaft in Brüssel ermittelt im Zuge des massiven Korruptionsskandals im belgischen Fußball gegen insgesamt 22 Verdächtige, darunter ein Top-Schiedsrichter. Der verantwortliche Richter sprach am Donnerstag zudem zwei internationale Haftbefehle aus. Das teilte eine Sprecherin des Staatsanwaltes mit.

Am Mittwoch hatte es eine groß angelegte Razzia gegeben, bei der 44 Durchsuchungen im ganzen Land durchgeführt wurden und zahlreiches Beweismaterial sichergestellt wurde. Insgesamt wurden die Räumlichkeiten von zehn Erstligaklubs zwecks Beweissicherung ins Visier genommen.

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Zweitliga-Spieltag abgesagt

Im Zuge des massiven Korruptionsskandals im belgischen Fußball ist der für das Wochenende geplante zehnte Spieltag der zweiten Liga abgesagt worden. Die Entscheidung sei in Absprache mit dem Verband getroffen worden, teilte die zuständige Pro League mit. Spielplangestalter Nils Van Branteghem sagte der Nachrichtenagentur Belga, es müsse "wieder Ruhe einkehren".

Die Absage ist eine direkte Folge der Anschuldigungen gegen den Zweitligisten KV Mechelen, der in der vergangenen Saison vergeblich versucht haben soll, mit Manipulationen von zwei Spielen den Abstieg zu verhindern. Belgischen Medien zufolge fürchtet die Liga Proteste von Mechelen-Fans. Anhänger des Klubs hatten bereits am Donnerstag am KV-Stadion gegen die Klubführung protestiert.

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