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Bundesliga News: Bayern lässt Punkte gegen Werder liegen

Fehlende FCB-Balance: Systemumstellung & Rotation zur Unzeit?

Florian Poenitz

22.11.2020 | 17:52 Uhr

Der FC Bayern hat nach der Länderspielpause überraschend Punkte liegen gelassen. Gegen Werder Bremen kam der FCB nicht über ein 1:1 hinaus. Dabei ließ Trainer Hansi Flick gleich mehrere Stammkräfte auf der Bank sitzen, zudem stellte er das System auf einen Sechser um. War dies im ersten Spiel ohne den verletzten Joshua Kimmich zu viel des Guten?

Wie heißt es so schön: 'Jede Serie geht einmal zu Ende.' Diese Erfahrung musste nun auch der FC Bayern machen. Gegen den Lieblingsgegner aus Bremen riss die Serie von zuletzt 19 Siegen in Folge. Damit fehlen dem deutschen Rekordmeister zwei fest eingeplante Punkte im Titelrennen.

Bremen mit besseren Chancen als die Bayern

''Wir müssen mit dem Unentschieden umgehen, aber wir haben selber deutlich mehr erwartet'', analysierte ein enttäuschter Thomas Müller das 1:1 gegen Werder. Besonders in Halbzeit eins zeigte der auf vielen Positionen veränderte FCB eine durchweg schwache Leistung, die mit dem späten Gegentreffer durch Maximilian Eggestein (45.) fast schon folgerichtig bestraft wurde.

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Werder Bremen holt beim FC Bayern einen Punkt. Nach dem Match sprechen Werders Geschäftsführer Sport Frank Baumann und Bayerns Urgestein Thomas Müller am Sky Mikro (Videolänge: 40 Sek.).

Besonders bemerkenswert: Der amtierende Triple-Sieger schoss in den ersten 45 Minuten kein einziges (!) Mal auf das Bremer Gehäuse. Dies sollte sich in der zweiten Hälfte zwar ändern, doch der erwartete Ansturm blieb aus. Nach dem Ausgleich von Kingsley Coman (62.) hatten die Gäste aus Bremen sogar die gefährlicheren Torchancen.

''Am Schluss war Bremen vielleicht sogar dem 2:1 näher als der FC Bayern'', verdeutlichte Sky Experte Lothar Matthäus. Trainer Hansi Flickt sprach am Ende von einer gerechten Punkteteilung: ''Heute war ein Gegner da, der es in der Defensive gut gemacht hat und deshalb verdient einen Punkt mitgenommen hat.''

Flick überrascht mit Systemumstellung

Hat sich Flick in seinem 50. Spiel als Bayern-Trainer womöglich verzockt? Mit Leon Goretzka, Serge Gnabry und Leroy Sane saßen drei Leistungsträger auf der Bank. Zudem stellte Flick sein System auf einen Sechser und zwei Achter um.

Dort, wo normalerweise Joshua Kimmich und Goretzka die Fäden im Mittelfeld ziehen, agierte Routinier Javi Martinez. Wohlgemerkt alleine. Vor ihm spielten Thomas Müller und Youngster Jamal Musiala.

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Nach der Partie rechtfertigte der Bayern-Coach seine Aufstellung mit der hohen Anzahl an Spielen bis Weihnachten. ''Wir haben neun Spiele in vier Wochen. Daher ist es ganz klar, dass wir die Belastung der Spieler steuern müssen. Wir haben einen breiten Kader und auch Qualität. Die, die angefangen haben, haben die Qualität, um auch Bremen zu schlagen'', so Flick auf der obligatorischen Pressekonferenz.

Doch seine ungewöhnliche Aufstellung brachte nicht den erhofften Erfolg. Im Gegenteil. Die Bayern taten sich sehr schwer, in der Bremer Fünferreihe Lücken zu finden, und hatten viele Ballverluste. Besonders in der Rückwärtsbewegung offenbarten die Münchner gegen Rashica & Co. große Schwächen.

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Dass Lucas Hernandez bereits nach 19 Minuten angeschlagen den Platz verlassen musste, kam zu allem Überfluss auch noch dazu. Für ihn rückte David Alaba auf die linke Außenbahn. Martinez wurde dafür in die Innenverteidigung beordert.

Kimmich-Ausfall macht sich bemerkbar

''Bei den Bayern hat man gemerkt, dass die Mannschaft nicht eingespielt war'', untermauerte Matthäus. Das Fehlen von Taktgeber Kimmich, der wegen einer Verletzung am Außenmeniskus wohl bis Januar 2021 nicht zur Verfügung stehen wird, war nicht zu übersehen.

Flick muss sich sicherlich die Frage gefallen lassen, warum er von seiner altbewährten Doppel-Sechs abgewichen ist - gerade dann, wenn ein so wichtiger Spieler wie Kimmich ausfällt. ''Sie hatten eine Startaufstellung mit fünf offensiven Spielern, da leidet die Balance ab und zu darunter'', erklärte Sky Experte Didi Hamann.

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Bayern-Trainer Hansi Flick zum Remis gegen Werder Bremen

Klar ist: Die Bayern haben nicht viel Zeit, um an ihrer Stabilität zu arbeiten. Am Mittwoch geht es bereits in der Champions League gegen Salzburg weiter, bevor am Samstag das Gastspiel beim formstarken Aufsteiger aus Stuttgart ansteht.

Straffes Programm bis Weihnachten

Von einer zu hohen Belastung will Flick derweil nichts wissen: ''Wir haben jetzt noch acht Spiele, auf die müssen wir uns einstellen. Wir lassen uns nicht einreden, dass es jetzt zu viel des Guten ist.'' Immerhin sollten mit Bouna Sarr und Corentin Tolisso zwei Akteure in den kommenden Tagen wieder zum Team stoßen, wie der FCB-Coach andeutete.

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Vor allem Tolisso könnte in den nächsten Wochen ein wichtiger Baustein werden, wenn es darum geht, Kimmich im zentralen Mittelfeld zu ersetzen und die gegen Bremen anfällige Defensive zu stabilisieren. Dann werden die Fragen zu Rotationen und Spielsystemen auch automatischer weniger...

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