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Bundesliga: Union feiert mit Kruse einen echten Transfercoup

Max Kruse - Big City Player in Köpenick

Sky Sport

08.08.2020 | 14:02 Uhr

0:42
Transfercoup für Union: Max Kruse unterschreibt bei Union Berlin und düst stilecht im E-Motorrad vor (Videolänge: 42 Sek.).

Max Kruse und die Hauptstadt - das passt. Aber Max Kruse und Union Berlin? Das verwundert dann doch. Den Köpenickern ist mit dem 32-Jährigen der Transfercoup des Sommers gelungen.

Eisern? Nur die Nerven!

Mit Kruse kommt ein völlig neuer Spielertypus zu Union: Laut, auf und neben dem Platz. Der Spieler hat alleine eine größere Social-Media-Reichweite als der ganze Klub! 410.000 Menschen folgen Kruse auf Instagram, Union Berlin auf Instagram, Facebook und Twitter zusammen 403.000. Und er ist sich nicht zu schade, seine Reichweite für Spaß-Aktionen wie dem Stuttgart-Transfergerücht einzusetzen.

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Extravagant. Wer kommt sonst schon im tarnfarbenen Maserati zum Training? Nebenbei hat Kruse auch ein eigenen Rennteam - "Max Kruse Racing", das in der NLS-Serie um Siege fährt.

Die Extravaganz von Lebemann Max Kruse

Cool. Kruse ist ein Lebemann, seine Pokerausflüge haben Kultstatus. Sein Lebensstil ist ausschweifend, er genießt seine Prominenz und sein Geld. Aus Versehen vergaß er knapp 70.000 Euro in einem Taxi und verspielte so seine Nationalmannschaftskarriere.

Und eben auch ein bisschen speziell. Kruse hatte einen Auftritt bei der türkischen Ausgabe von "The Voice", obwohl er deutlich besser kicken als singen kann. Union Berlin kann sich zumindest in einer Sache sicher sein: Mit Max Kruse wird es definitiv nicht langweilig.

Spielgestalter in Malocher-Team

Sportlich ist die Verpflichtung von Kruse hochinteressant. Auch mit 32 Jahren gehört Kruse zu den spielstärksten Offensivspielern der Liga, bei Fenerbahce lieferte er in 23 Spielen 15 Torbeteiligungen. Am stärksten ist Kruse hinter den Spitzen, als „schwimmende Neun", als Dreh- und Angelpunkt des Spiels. Seine Position gab es im Team bislang nicht, Unions Stil wird sich durch Kruse ändern.

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In Bremen hatte Florian Kohfeldt das Spiel auf Kruse ausgerichtet und die Mannschaft um ihn herum gebaut. Mit Kruse verpasste Werder hauchzart die Europa League, im Jahr nach Kruse folgte der sportliche Absturz. Union Berlin setzt viel auf lange Bälle und Standardsituationen, über die Hälfte der Tore der Eisernen fielen so.

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Mit Kruse gewinnen die Eisernen eine spielerische Komponente, die ihnen bislang gefehlt hat. Aber wie gut harmoniert der spielerische Kruse mit dem eher rustikalen Union-Stil? In Sachen Einsatz leben die Eisernen Wille und Opferbereitschaft vor, vom Neuzugang ist das nicht zu erwarten.

Hauptstadt ja, Glamourklub nein

Max Kruse hatte andere Optionen, sein alter Klub Werder bot sogar mehr Geld. Und die Bremer waren sicher nicht die Einzigen, die den ablösefreien Spielgestalter haben wollten. Gepasst hätte Kruse zu den Ansprüchen des selbsternannten "Big City Club" Hertha, geworden ist es nur die Stadt, nicht der Klub.

Geld allein macht Kruse nicht mehr glücklich, für ihn geht es im Herbst seiner Karriere um mehr. Bei Union ist er der große Star, Berlin als Wohnort hat ihm die Entscheidung sicher erleichtert. Kruse sucht neue Reize, eine echte Herausforderung. Bei den Eisernen hat er sie gefunden.

Stolz präsentiert Unions Sportdirektor Oliver Ruhnert (r.) seinen Königstransfer für diesen Sommer: Angreifer Max Kruse.
Image: Stolz präsentiert Unions Sportdirektor Oliver Ruhnert (r.) seinen Königstransfer für diesen Sommer: Angreifer Max Kruse.  © Imago

Und was macht das mit Union Berlin? Im zweiten Bundesliga-Jahr geht es darum, sich in der Liga zu etablieren. Die furiose Transferphase mit den Neuzugängen Robin Knoche, Niko Gießelmann, Andreas Luthe und Königstransfer Kruse macht Union stärker als vergangene Saison.

Die Eisernen gehen mit Kruse ins Risiko, verändert er doch die Statik des Unioner Spiels. Aber Kruse ist auch eine große Chance, sich sportlich weiterzuentwickeln. Es ist mit Max Kruse wie so oft: Man weiß nicht, was man kriegt. Aber langweilig wird es auf keinen Fall.

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