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BVB startet mit Auswärtsspiel in Leipzig

BVB: Favres Baustellen vor dem Rückrundenstart

Udo Hutflötz

13.01.2019 | 09:21 Uhr

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Sky Reporter Jesco von Eichmann spricht über die Probleme in der Dortmunder Verteidigung und wirft einen Blick auf das kommende Wochenende (Video-Länge: 33 Sekunden).

Borussia Dortmund hat sein Trainingslager in Marbella beendet. In einer Woche heißt es wieder Bundesliga-Alltag, wenn der BVB in Leipzig gastiert. Sky Sport blickt vor dem Rückrundenstart auf die Baustellen bei den Schwarz-Gelben.

"Wir haben gut gearbeitet, hatten gute, intensive Einheiten und insgesamt ein sehr, sehr gutes Trainingslager", zieht BVB-Coach Lucien Favre nach dem erfolgreichen Testspiel-Doppelpack gegen Willem II (3:2) und Feyenoord Rotterdam (2:1) ein positives Fazit.

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Borussia Dortmund müht sich gegen Willem II zum Last-Minute Sieg. (Videolänge: 0:41 Min.).

Doch auch wenn der Trainer sich zufrieden zeigt, gibt es bei Borussia Dortmund eine Woche vor dem Rückrundenstart gegen RB Leipzig (Samstag ab 17:30 Uhr live und exklusiv auf Sky Sport Bundesliga 1 HD) einige Baustellen.

Neue Sorgen im Sturm

Im Wintertrainingslager entstanden für den BVB neue Sorgen im Angriff. Kapitän Marco Reus, der seine womöglich beste Halbserie seiner Karriere spielte, konnte im spanischen Marbella fünf Tage lang krankheitsbedingt keine einzige Trainingseinheit absolvieren. Auch bei den drei Testspielen, die allesamt gewonnen wurden, wirkte der Offensivspieler nicht mit.

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Am letzten Tag in Marbella kehrte Reus wieder auf den Platz zurück, konnte aber nur leicht trainieren und weist damit einen Rückstand auf, den es bis zum Leipzig-Spiel aufzuholen gilt.

Ob Mario Götze bei dieser Partie mitwirken kann, ist ebenfalls fraglich. Der WM-Held von 2014 erhielt im Test gegen Rotterdam einen Schlag auf den Fuß und musste ausgewechselt werden. Gar nicht zum Einsatz kam Paco Alcacer. Der Spanier erlitt kurz vor der Winterpause einen Muskelfaserriss und konnte so bei den Testspielen nicht mitwirken. Hinter einem Einsatz gegen Leipzig steht weiterhin ein großes Fragezeichen.

Verletzungssorgen in der Abwehr

Noch gravierender fallen die Probleme in der Abwehr aus. Dort kämpft Favre mit einem regelrechten Personalmangel. Manuel Akanji plagt sich weiterhin mit Schmerzen an der Leiste herum und droht noch länger auszufallen, Dan-Axel Zagadou spielte ebenfalls keine einzige Minute in den Testspielen. Auch für den zuletzt angeschlagenen Abdou Diallo reichte es nur zu insgesamt 45 Minuten in beiden Spielen, obwohl Favre jedem Akteur 90 Minuten Spielzeit geben wollte.

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So kam es, dass Julian Weigl, der nach Sky Infos heftig von Paris Saint-Germain umgarnt wird, wie bereits im letzten Hinrundenspiel gegen Borussia Mönchengladbach in der Innenverteidigung ran musste. Der eigentliche Offensivspieler Marius Wolf wurde zudem als Rechtsverteidiger getestet, Jeremy Toljan - eigentlich Außenverteidiger - musste aufgrund der personellen Engpässe in der Innenverteidigung auflaufen.

Keine optimalen Voraussetzungen für die Rückrunde, zumal Favre davon ausgeht, dass die verletzten und angeschlagenen Spieler "noch Zeit brauchen." Das ist auch ein Grund, warum der BVB wohl in der Defensive mit der Verpflichtung von Leonardo Balerdi (Boca Juniors) nachlegen wird.

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Nach dem letzten Test im Trainingslager in Marbella spricht BVB-Trainer Lucien Favre über die verletzten und angeschlagenen Spieler bei Borussia Dortmund (Video-Länge: 30 Sekunden).

Droht schlechte Stimmung?

Neben den Verletzungssorgen könnte es trotz anhaltenden Erfolgs zu einer schlechten Stimmung innerhalb der Mannschaft kommen. Mit Julian Weigl, Jeremy Toljan, Marius Wolf, Shinji Kagawa und Maximilian Philipp sind nach wie vor Profis im Kader, die aufgrund fehlender Spielzeit mit ihrer eigenen Situation nicht zufrieden sein können.

Deutlich weniger englische Wochen als noch in der Hinrunde machen zudem ein häufiges Rotieren obsolet, so dass sich die Chance auf Einsätze und einen Stimmungsaufheller bei den betroffenen Akteuren nicht unbedingt verbessert hat.

Erhöhte Erwartungshaltung als möglicher Stolperstein

Als weiterer Stolperstein könnte sich die gestiegene Erwartungshaltung entwickeln. Vor der Saison ging der BVB ob des Umbruchs im Kader inklusive eines neuen Coaches recht unbeschwert ins Rennen. Die Schwarz-Gelben waren in den Spielen gegen Konkurrenten wie Leipzig, Hoffenheim und Co. nicht automatisch Favorit.

Nach der sensationellen Hinrunde hat sich dies nun geändert. Fans und Medien freuen sich endlich wieder auf einen spannenden Meisterschaftskampf - und das mit dem BVB aufgrund von sechs Punkten Vorsprung sogar in der Pole Position. Favre möchte dieser Entwicklung aber entgegenwirken und die Erwartungen etwas nach unten schrauben. "Favorit? Es gibt viele sehr gute Mannschaften. Wir haben das bereits in der Hinrunde festgestellt, als wir viele enge Spiele haben. Es wird sehr schwierig und wir müssen weiter von Spiel zu Spiel denken."

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BVB-Trainer Lucien Favre äußert sich zum Favoritenstatus, den die Borussia in der Bundesliga für die Rückrunde inne hat (Video-Länge: 33 Sekunden).

Damit kann der BVB am kommenden Samstag anfangen. In Leipzig wird sich zeigen, ob die Borussia direkt an die ersten 17 Spiele anknüpfen und die entstandenen Baustellen beseitigen kann.

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