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Neuzugang steht vor seinem Pflichtspiel-Debüt

BVB mit Alcacer: Die Rückkehr der Torgarantie?

von Udo Hutflötz

14.09.2018 | 19:21 Uhr

Paco Alcacer soll bei Borussia Dortmund seine Knipserqualitäten ins Spiel bringen.
Image: Paco Alcacer soll bei Borussia Dortmund seine Knipserqualitäten ins Spiel bringen. © DPA pa

Nach der Länderspielpause eröffnet der BVB den 3. Spieltag der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt (ab 19:30 Uhr im Liveblog auf skysport.de). Sein Pflichtspiel-Debüt für die Schwarz-Gelben könnte dabei Paco Alcacer geben. Der Neuzugang soll die zuletzt aufkommende Harmlosigkeit vor dem Tor vergessen machen.

Zum Saisonauftakt fackelte Borussia Dortmund unter seinem neuen Coach Lucien Favre beim 4:1-Sieg gegen RB Leipzig ein regelrechtes Feuerwerk ab. Die Erkenntnis aus den starken 90 Minuten: In der Offensive greifen die Rädchen bereits hervorragend ineinander.

BVB gegen Frankfurt ohne Trikotsponsor

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Borussia Dortmund wird am Freitag im Spiel gegen Eintracht Frankfurt ohne Hauptsponsor Evonik auf der Brust auflaufen.

Dieser Eindruck konnte sich jedoch nicht verfestigen, was eine Woche später beim offensiv mageren 0:0 gegen Hannover 96 offensichtlich wurde. Weder Maximilian Philipp noch Marco Reus überzeugten in vorderster Front. Nicht, weil sie sich nicht am Spiel beteiligt haben und Kombinationsspiel vermissen ließen, sondern weil vor dem Tor der entscheidende Killerinstinkt fehlte. Vor allem Reus ließ gegen Hannover beste Chancen liegen.

BVB-Wunschstürmer Paco Alcacer: Der Anti-Aubameyang

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Mit der Verpflichtung von Paco Alcacer schließt Borussia Dortmund seine Lücke im Sturm. Der 24-Jährige tickt völlig anders als seine Vorgänger.

Favre lobt Alcacer

Den fehlenden Killerinstinkt soll ab jetzt Neuzugang Paco Alcacer einbringen. Der spanische Angreifer, der vom FC Barcelona verpflichtet wurde, absolvierte in der Länderspielpause seine ersten Minuten im BVB-Trikot beim Test gegen den Drittligisten VfL Osnabrück. Dabei zeigte sich schnell, auf welchen Spielertypen sich die Anhänger der Schwarz-Gelben einstellen können.

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Das ist BVB-Wunschstürmer Paco Alcacer

"Er spielt gerne mit seinen Kollegen. Man kann gut mit ihm kombinieren. Er spielt Fußball und ist vor dem Tor geschickt", zeigt sich Favre mit dem Angreifer zufrieden, fügt aber noch leicht mahnend an: "Wir müssen ihn peu a peu integrieren."

Alcacer: Mitspielender Angreifer mit Torinstinkt

Nach der Beschreibung von Favre ähnelt der Spielertyp Alcacer auf den ersten Blick den bisherigen Sturmspitzen Reus und Philipp. Bei genauerer Betrachtung lässt sich aber doch ein vielleicht entscheidender Unterschied erkennen. Während Reus und Philipp sich auf den Flügeln deutlich wohler fühlen als in der Sturmspitze, ist Alcacer ein gelernter Neuner.

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Favre lobt die Fähigkeiten von Neuzugang Alcacer

Auf dieser Position hat er auf seinen bisherigen Stationen beim FC Valencia und bei Barca durchaus zu überzeugen gewusst. Für die Katalanen erzielte der 25-Jährige in 50 Spielen 15 Tore und bereitete acht weitere vor. Und auch bei Valencia zeigte Alcacer Torjägerqualitäten - 47 Tore und 17 Vorlagen in 124 Spielen.

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Größe als einzige Schwäche?

Trotz dieser Werte ist er nicht gänzlich unumstritten. Als Schwäche wird dem Spanier seine Größe ausgelegt. Mit 1,76 Meter hat Alcacer nicht das Gardemaß für einen klassischen Mittelstürmer.

Götze beim BVB: Gefangen in der Warteschleife

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Am Freitag empfängt der BVB zum Auftakt des 3. Spieltags Eintracht Frankfurt mit dem Ziel, sich vorübergehend auf Platz eins festzusetzen. Ob Mario Götze dabei mithelfen wird, ist aus sportlichen Gründen eher unwahrscheinlich.

Die Zahlen belegen jedoch, dass dies den Angreifer nicht am Toreschießen hindert. 13 Kopfballtore stehen in seiner Vita - heißt: jedes fünfte Tor erzielte Alcacer mit dem Kopf.

Unterstützung für Alcacer bei langen Bällen

Somit kann der Angreifer bei Flanken auch hoch angespielt werden. Im Spielaufbau will Favre aber weiterhin auf flaches Kombinationsspiel setzten. "Wir probieren weiter im Aufbau über den Torhüter zu kombinieren. Manchmal müssen wir aber auch lang spielen und die Bälle vorne halten. Dann müssen wir schnell nachrücken und helfen", fordert Favre Unterstützung für die Sturmspitze.

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Favre fordert Unterstützung für Sturmspitze

Sollte dieses taktische Konzept aufgehen, stehen die Chancen gut, dass Alcacer seine Stärken gegen Eintracht Frankfurt (ab 19:30 Uhr im Liveblog auf skysport.de) voll entfalten, seine technischen Fertigkeiten und Knipserqualitäten einbringen und Dortmunds zuletzt abhanden gekommene Torgefahr beenden kann. Vorausgesetzt, Favre lässt den Neuzugang spielen.

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