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BVB News: Der Balanceakt zwischen Bundesliga und Champions League

Die zwei BVB-Gesichter: Restsaison wird zum Drahtseilakt

Lars Pricken

08.04.2021 | 14:16 Uhr

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Champions League, Viertelfinale: Trotz deutlicher Leistungssteigerung unterlag das Team von Trainer Edin Terzic dem englischen Starensemble mit 1:2, wahrte aber seine Chance auf das Rückspiel am kommenden Mittwoch

Der BVB hat gegen Manchester City wieder das gezeigt, was viele Fans lange vermisst haben. Doch die Kehrtwende könnte zu spät kommen. Das aktuelle Auf und Ab wird für die Dortmunder noch zu einem Balanceakt.

Drei Tage nach dem verlorenen "Endspiel" gegen Eintracht Frankfurt in der Bundesliga hat der BVB in der Champions League eine Reaktion gezeigt. Zwar verloren die Dortmunder das Viertelfinal-Hinspiel gegen Manchester City ebenfalls mit 1:2, doch dabei zeigten die Westfalen wieder Herz und Leidenschaft.

Attribute, die der Truppe von Noch-Trainer Edin Terzic schon komplett abgesprochen wurden. Gegen die "aktuell wahrscheinlich stärkste Mannschaft der Welt, in der besten Form", wie der BVB-Coach vor dem Spiel zu bedenken gab, eine derartige Leistung abzurufen, grenzte dementsprechend an ein kleines Fußballwunder.

CL-Kampf zeigt, dass der BVB es kann

Der große Coup des Remis' blieb am Ende verwehrt. Teils durch Ärger mit dem Schiedsrichter, Unkonzentriertheiten vor beiden Gegentreffern und auch dem fehlenden Quäntchen Glück, das sich City gegen Ende des Spiels schlichtweg erarbeitet hat. Doch gerade die guten Leistungen von in der Kritik stehenden Akteuren, wie Youngster Jude Bellingham oder Mahmoud Dahoud (beide Sky Note 2), imponierten.

Im Kollektiv wehrten die Schwarz-Gelben die Angriffswellen des englischen Star-Ensembles ab, scheuten dabei nicht vor Körpereinsatz zurück. Meistens jedenfalls. Die Gegentreffer zeigten, dass auch dort noch Luft nach oben ist. Spielerisch wiederum legten die Borussen eine enorme Steigerung hin. Zwar kam es auch hier nicht zu unzähligen Chancen, doch immer wieder setzten die Kreativspieler um Marco Reus, Raphael Guerreiro oder eben Dahoud, der als Spielmacher eine seiner besten Partien im BVB-Dress machte, Nadelstiche.

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Borussia Dortmund unterliegt knapp 1:2 bei Manchester City. Sky Reporter Sascha Bacinski analysiert die Partie (Video-Länge: 2:43 Minuten).

Lustlos-Auftritt gegen Frankfurt offenbart zweites BVB-Gesicht

Doch woher kommt dieser Wandel im Auftreten der Profis und die wichtigste Frage: warum erst jetzt? Am Samstag stand für die Dortmunder das vielleicht wichtigste Spiel der Saison auf dem Plan. Im direkten Duell mit der Eintracht aus Frankfurt hätte die Terzic-Elf bis auf einen Punkt auf den vierten Platz heranrücken können. Durch die Niederlage sind es sieben, die bei ebenso vielen verbleibenden Spielen kaum noch einholbar sind. Die Champions-League-Teilnahme für die kommende Spielzeit damit fast ausgeschlossen.

Viel bitterer als dieser Fakt, ist der Weg, den die Borussen dorthin gemacht haben. Im Spiel selbst zeigten die Schwarz-Gelben einen lustlosen Auftritt. Symbolisch dafür Reus, der als Kapitän mit hängendem Kopf schleppend den Platz verließ und seine Binde einfach auf den Platz warf - beim Stand von 1:1. Eine Aktion, für die er erstmals auch indirekt von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der sich "enttäuscht" zeigte und die Mannschaft "nicht mehr in Schutz nehmen konnte", Kritik einstecken musste.

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Vier Teams jagen Dortmund - auch Europa League in Gefahr

Nicht die erste Form-Achterbahnfahrt, die in diesem Jahr in Dortmund stattfand. Immer wieder schien man auf dem Weg der Besserung, ehe unnötige Niederlagen die Westfalen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückwarfen. Geht dieses Auf und Ab weiter, könnte der BVB noch ein großes Problem bekommen.

Schaffen die Borussen es nicht, sich wie in der Königsklasse zu fokussieren, könnte auch die Teilnahme an der Europa League nicht garantiert sein. Leverkusen mit dem neuen Trainer Hannes Wolf ist wieder ins Rennen eingestiegen. Dahinter warten mit Union Berlin und dem VfB Stuttgart zwei Überraschungsteams, die ihr Soll für aktuelle Saison schon erfüllt haben. Dazu kommt ausgerechnet Borussia Mönchengladbach mit Bald-BVB-Trainer Marco Rose. Alle vier Teams sind noch in unmittelbarer Schlagdistanz.

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Nach Kapitäns-Kritik: Reus geht endlich voran

Für die Dortmunder ist es nun wichtiger denn je, das eigene Talent in Leistung umzuwandeln, auf den Platz zu bringen und gerade in Sachen Mentalität Stärke zu beweisen. Aussagen, wie Emre Cans "Keinen-Bock-auf-Europa-League"-Spruch, sind ganz nett, um die eigenen Ansprüche zu verdeutlichen. Doch sie werden belanglos, wenn wenige Tage später ein Führungsspieler wie der Nationalspieler mit seinem kolossalen Bock das 0:1 gegen City einleitet.

Für den BVB zählen Taten. Reus hat den Anfang gemacht. Nach der starken Kritik an seinen Führungsqualitäten war es ausgerechnet der 31-Jährige, der den zwischenzeitlichen Ausgleich gegen City schoss und die Mannschaft danach anpeitschte. Dieser CL-Ruck muss nun auch in der Bundesliga stattfinden.

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Dortmunds Innenverteidiger Mats Hummels äußert sich nach der CL-Pleite bei Manchester City (Videolänge: 2:23 Min.).

Subtile Hummels-Kritik schwört Team auf Restsaison ein

Das fängt im Training an, wie Mats Hummels nach der City-Partie klarstellte und so gleichzeitig subtile Kritik äußerte: "Wir waren mutig, fußballerisch mutig. Haben Engagement gezeigt und waren in den Zweikämpfen da. So will ich uns sehen. Man erarbeitet sich das im Training. Wenn man das jeden Tag im Training zeigt, zeigt man das auch auf dem Platz."

Der BVB muss nun eine Balance aus dem durchaus noch realistischen Weiterkommen in der Königsklasse und den restlichen Liga-Spielen finden. Hinzu kommt auch noch die Chance im DFB-Pokal. Es liegt an Spielern wie Hummels, Can und Reus, die Anspannung aufrecht zu erhalten und an Trainer Terzic, die Mannschaft auch auf Gegner wie den VfB Stuttgart (Samstag, ab 17:30 Uhr live und exklusiv auf Sky Sport 1 und mit Sky Ticket im Stream) vorzubereiten, als wäre es Manchester City.

Nur so können die Dortmunder in dem dreifachen Drahtseilakt aus Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League noch ein wenig die Balance halten und der bisher überwiegend schwarzen Saison ein wenig gelb hinzufügen.

Mehr zum Autor Lars Pricken.

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