Zum Inhalte wechseln

BVB-News: Dortmund nach Sieg gegen Zenit erleichtert

Favre & Dortmund atmen auf! BVB bereit für die "B-Wochen"

Sport-Informations-Dienst (SID)

02.11.2020 | 17:13 Uhr

2:59
Champions League, 2. Spieltag: Dortmund schlägt St. Petersburg mit 2:0 (Videolänge: 2:59 Min).

Borussia Dortmund atmet nach dem trostlosen Geister-Heimspiel gegen Zenit St. Petersburg auf. Trainer Lucien Favre coacht ungewohnt emotional.

Lucien Favre lachte in der Geisternacht und schlug mit Marco Reus die Fäuste aneinander, Michael Zorc ließ erleichtert Dampf ab. "Es war Druck auf dem Kessel", sagte der Sportdirektor von Borussia Dortmund nach dem mühsamen 2:0 (0:0) im vollkommen trostlosen Heimspiel gegen Zenit St. Petersburg am Sky Mikro: "Das wird nicht in die Fußballgeschichte eingehen, aber die drei Punkte nehmen wir gerne mit. Alles in Ordnung."

Welche Bedeutung dieser erste Champions-League-Erfolg nach dem missratenen Auftakt bei Lazio Rom (1:3) auf mehreren Ebenen hatte, war allen Beteiligten anzumerken - zuvorderst Favre, der an der Seitenlinie in seinem 100. BVB-Pflichtspiel ungewohnt emotional gebrüllt und mit den Armen gerudert hatte. Seine Rufe hallten gespenstisch durch das leere 80.000-Zuschauer-Stadion.

So siehst Du die CL-Gruppenphase 20/21 auf Sky - alle Spiele im Überblick

So siehst Du die CL-Gruppenphase 20/21 auf Sky - alle Spiele im Überblick

Sky zeigt Dir die Gruppenphase der UEFA Champions League 2020/21 live im TV und Stream. Ein Überblick über alle Konferenzen und exklusiven Einzelspiele.

BVB-Noten zum Sieg gegen Zenit

  1. ROMAN BÜRKI:
    Image: ROMAN BÜRKI: Bemüht sich zu Beginn der Partie einige Male, das Spiel schnell zu machen. Sieht bei einer Flanke, die der Schweizer unterschätzt, nicht gut aus. Bleibt sonst aber ohne Herausforderungen und Fehler. NOTE: 3 © Getty
  2. THOMAS MEUNIER:
    Image: THOMAS MEUNIER: Versucht sich mehr in die Offensive einzuschalten als zuletzt. Viel Zählbares kommt dabei aber nicht herum. Seine gute Flanke in der 78. Minute führt dann zur Elfmeter-Situation. Hinten bis auf einen Wackler sicher. NOTE: 3 © Getty
  3. MANUEL AKANJI:
    Image: MANUEL AKANJI: Der Fels in der Brandung. Ein erneut souveräner Auftritt des Schweizers, der sich die meisten Bälle unter den Dortmundern vom Gegner schnappt (12). Muss sich über weite Strecken aber auch nicht sonderlich anstrengen. NOTE: 3 © Getty
  4. MATS HUMMELS:
    Image: MATS HUMMELS: Lässt wie sein Defensiv-Partner wenig anbrennen und macht ein souveränes Spiel. Tritt offensiv allerdings nicht in Erscheinung. NOTE: 3 © Getty
  5. RAPHAEL GUERREIRO:
    Image: RAPHAEL GUERREIRO: Nach dem quirligen Auftritt im Revierderby ist gegen Zenit nur wenig vom Portugiesen zu sehen. Verliert hinten 60 Prozent seiner Zweikämpfe, seine Flanken finden selten einen Abnehmer. NOTE: 4 © Getty
  6. AXEL WITSEL:
    Image: AXEL WITSEL: Übernimmt auf der Doppel-Sechs mit Dahoud den defensiveren Part und fängt eine Menge Bälle und Gegner ab. Fehlerloser Auftritt, ohne Ausschläge in irgendeine Richtung. NOTE: 3 © Getty
  7. MAHMOUD DAHOUD:
    Image: MAHMOUD DAHOUD: Ist erneut Ankerpunkt im Spiel der Borussia. Hat mit 119 Aktionen die meisten Ballkontakte bis zu seiner Auswechslung. Leistet sich defensiv keine Fehler, fällt mit Ausnahme eines guten Fernschusses aber auch vorne nicht auf. NOTE: 3 © Getty
  8. JADON SANCHO:
    Image: JADON SANCHO: Rennt immer wieder in Gegner hinein und leistet sich zusätzlich einige unnötige Fehlpässe und Ballverluste (insgesamt 27!). Hat zwei gute Gedanken im ersten Durchgang (39./42.), bleibt beim Elfmeter dann immerhin souverän. NOTE: 4 © Getty
  9. MARCO REUS:
    Image: MARCO REUS: Findet kaum Zugriff auf das Spiel. Tritt erstmals mit einem platzierten Freistoß in Erscheinung (27.) und legt mit einer vergebenen Chance aus spitzem Winkel nach (39.). Bis zur Auswechslung dann wieder blass. NOTE: 4 © Getty
  10. GIOVANNI REYNA:
    Image: GIOVANNI REYNA: Sorgt nicht für die großen Momente und versprüht wenig Esprit. Verliert insgesamt 18 Mal den Ball an die Russen und ist an keiner der wenigen schwarz-gelben Chancen direkt beteiligt. NOTE: 4 © Getty
  11. ERLING HAALAND:
    Image: ERLING HAALAND: Müht sich lange an der Spitze und wartet vergeblich auf Zuspiele. Kommt in der 42. Minute zur vorerst besten Chance der Dortmunder und vergibt deutlich. Macht es in der Nachspielzeit dann besser und trifft trocken. NOTE: 3 © Getty
  12. THORGAN HAZARD: In der 66. Minute für Mahmoud Dahoud eingewechselt. Versucht sofort Vollgas zu geben und bringt sich im Angriffspiel ein. Holt dann den Elfmeter und damit die Erlösung für die Dortmunder heraus. NOTE: 2
    Image: THORGAN HAZARD: In der 66. Minute für Mahmoud Dahoud eingewechselt. Versucht sofort Vollgas zu geben und bringt sich im Angriffspiel ein. Holt dann den Elfmeter und damit die Erlösung für die Dortmunder heraus. NOTE: 2 © Getty
  13. JULIAN BRANDT (Bild), THOMAS DELANEY, JUDE BELLINGHAM: Alle nach der 70. Minute eingewechselt. Keine Bewertung.
    Image: JULIAN BRANDT (Bild), THOMAS DELANEY, JUDE BELLINGHAM: Alle nach der 70. Minute eingewechselt. Keine Bewertung. © Getty
  14. Die BVB-Noten im Überblick.
    Image: Die BVB-Noten im Überblick. © Sky

"Ich bin immer so. Sie müssen die Augen öffnen", sagte Favre später schelmisch grinsend - und im Wissen, dass dies nicht ganz richtig ist. Die Dortmunder wandeln seit Jahren stets hart am Rande einer Trainerdiskussion, da war dieser Sieg auch angesichts der finanziellen Bedeutung der Königsklasse in der Pandemie wohltuend: Ein Scheitern wäre in der vergleichsweise einfachen Gruppe F eine teure Blamage. Ohnehin kostet jedes Heimspiel ohne Zuschauer den BVB mehrere Millionen Euro.

Der Vater des späteren Dortmunder Stürmerstars Stephane Chapuisat hatte 1985 mit dem brutalsten Foul der Schweizer Fußballgeschichte Favres Spielerkarriere beendet. Im zähen Geduldsspiel gegen den russischen Meister hätte der Borussia-Trainer seine Schuhe 35 Jahre danach am liebsten wieder geschnürt. "Sie haben zwei Busse vor dem Tor geparkt. Wir müssen schneller spielen und intelligenter. Ich war selbst Mittelfeldspieler", sagte Favre: "Ich weiß, wie das ist."

B-Wochen warten auf BVB

Wäre der BVB am St. Petersburger Abwehrbeton gescheitert, wäre es eng geworden, die Borussen hätten sich fragen lassen müssen, warum sie einen unterlegenen Gegner nicht auseinanderspielen können. Jadon Sanchos später Foulelfmeter (78.) und Erling Haaland (90.+1) verhinderten dies im ersten Europapokal-Geisterheimspiel der Vereinsgeschichte.

Favre konnte nach vorne schauen: auf Bielefeld, Brügge und Bayern. "Wir mussten unbedingt gewinnen, wir haben unseren Job gemacht und es geht weiter", sagte er. Bis Januar wird es im corona- und EM-bedingt gedrängten Terminkalender Schlag auf Schlag gehen.

Mehr dazu

4:30
Die nächsten Spiele von Borussia Dortmund. (Videolänge: 4:30 Minuten)

Spielerische Leichtigkeit fehlt weiter

Der BVB ist gefordert, bessere spielerische Lösungen zu finden als das Ballgeschiebe vom Mittwochabend. Favre warf im strömenden Regen immer wieder die Arme auseinander: "Es war geplant, mehr auf der Seite zu spielen. Das war zu einfach zu verteidigen." Zorc lobte den Trainer ausdrücklich: "Lucien hat sie immer wieder angetrieben. Das war wichtig."

Am Saisonende läuft Favres Vertrag in Dortmund aus, Gespräche über eine Verlängerung finden laut Zorc derzeit nicht statt. Unruhe ist also programmiert. Namen wie der von Julian Nagelsmann oder Marco Rose geistern schon wieder um den Signal Iduna Park.

2:19
Sky Experte Didi Hamann und Steffen Freund diskutieren nach dem mühsamen Sieg des BVB gegen Zenit über die Zukunft von Trainer Lucien Favre bei den Dortmundern. (Video: 02:19 Minuten)

Sportlich könnte die "Vernachlässigung der Außenpositionen" (Zorc), verbunden mit Ideenlosigkeit und Formschwäche beispielsweise von Sancho, zum Problem werden. Defensiv hingegen bleibt die Hoffnung, dass es keine Scheinstabilität ist. "Wieder keinen Torschuss zugelassen, wieder zu null", zählte Zorc auf - aber Schalke 04 und Zenit prüften die Abwehr auch nicht annähernd ernsthaft.

Sport-Informations-Dienst (SID)

Weiterempfehlen: