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Champions League: Favre vor Endspiel nach BVB-Pleite in Barcelona

Letzte Chance Berlin! Favre-Ideen bei Barca gehen erneut schief

Jonathan Reinders

03.12.2019 | 19:10 Uhr

3:07
Champions League, 5. Spieltag: Lehrstunde im Schicksalsspiel: Auf Lionel Messis Zauberbühne ist Borussia Dortmund lange zum staunenden Statisten degradiert worden.

In Barcelona kann man verlieren. Auch mit 3:1. Das passiert den Besten. Doch in der aktuellen Situation kommt Lucien Favre diese Niederlage schwer zu stehen. Seine taktischen Ideen fruchten nicht. Und dann gibt es da noch ein Rätsel um Jadon Sancho.

"Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen werden. Ich habe Vertrauen." Das sagte Lucien Favre am Sky Mikrofon, nur wenige Minuten, nachdem sein Team im Camp Nou mit 1:3 gegen den FC Barcelona verloren hatte. Worte, die der Schweizer seit einigen Wochen bemüht.

Nach dem 3:3 gegen Paderborn. Nach dem 0:4 in München. Die Pleite in Barcelona war zwar zu erwarten, trotzdem entspricht der Auftritt im Camp Nou nicht den Dortmunder Ansprüchen. Die Frage ist: Wie lange bekommt er noch das Vertrauen der Verantwortlichen des BVB?

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Was hat sich Favre vorzuwerfen?

Favre wählte eine defensive Ausrichtung im Camp Nou: 4-2-3-1. Mit zwei Flügelspielern, Schulz und Hakimi, die eigentlich Außenverteidiger sind. Mit einer Spitze, nämlich Julian Brandt, der eigentlich als Kreativspieler im Zentrum gilt und als Stürmer schon einige Male in dieser Saison ziemlich auf verlorenem Posten stand. Eine defensive Ausrichtung an sich ist nachvollziehbar. Schließlich spielten auf der anderen Seite Messi, Suarez und der Ex-Dortmunder Dembele.

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Borussia Dortmunds Trainer Lucien Favre spricht nach der 1:3-Niederlage beim FC Barcelona über seine Entscheidung, Jadon Sancho erst spät zu bringen (Dauer: 3:33 Min.).

Doch macht die Offensive nur einen Teil des Barcelona-Spiels aus. Der andere Teil, das ist eine Mannschaft, die hinten durchaus verwundbar ist. Den Katalanen fehlten drei von vier Stammspielern in der Defensive. Aber um Barcas Schwächen in der Rückwärtsbewegung offenzulegen, hätte der Borussia Mut in ihren Offensivbemühungen gut getan.

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Rätsel um Nicht-Berücksichtigung von Sancho

Dabei hätte vor allem einer dem BVB-Spiel geholfen: Jadon Sancho. Doch Favre lässt Top-Scorer anfangs draußen. Der Trainer begründet die Nicht-Berücksichtigung damit, dass er nur Spieler gebrauchen könne, "die auf dem Platz fokussiert und bereit sind".

Stattdessen spielt Schulz auf der linken Offensiv-Seite. Das klappt nicht wirklich. Schulz bleibt ungefährlich, vergibt in der 1. Minute eine große Chance, die das Spiel in eine völlig andere Richtung hätte lenken können. In der Halbzeit beendet Favre sein gescheitertes Experiment mit Schulz, bringt Sancho.

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Der Engländer ist nach seiner Einwechslung DER Aktivposten bei der Borussia, verkürzt in der 77. Minute zum 1:3 und erzielt kurz vor Schluss fast noch sein zweites Tor an diesem Abend - doch Marc-Andre ter Stegen lenkt den Ball noch an die Latte.

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Sky Reporter Jesco von Eichmann schätzt die Lage zur Nicht-Berücksichtigung von Jadon Sancho ein (Videolänge 0:54)

Es wird Gründe gehabt haben, warum er nicht von Beginn gespielt hat. Mats Hummels sagte nach der Partie auf Nachfrage: "Das Thema möchte ich nicht kommentieren. Ich finde, er hat in der zweiten Halbzeit mit einem schönen Tor eine gute Reaktion gezeigt."

Worauf er die Reaktion gezeigt hat, bleibt im Unklaren. "Das wirkt alles etwas kryptisch. Feststeht, dass Jadon Sancho derzeit zwar eine umstrittene Personalie ist, aber sportlich können sie eigentlich nicht auf ihn verzichten", sagt Sky Reporter Jesco von Eichmann.

Leistungsträger hängen durch

Dem BVB fiel ohne Sancho gerade in der ersten Hälfte nicht viel ein und brachte sich durch den ein oder anderen Bock selbst in die Bredouille. Allen voran der Schnitzer von Routinier Mats Hummels, der durch einen Fehlpass das 0:2 nach 33 Minuten einleitete. "Mein Fehlpass hat ein tiefes Loch gegraben, aus dem wir nicht mehr herausgekommen sind. So ein Fehler darf nicht passieren. Wenn man so einen Fehler macht, verliert man zu Recht. Das wurmt mich extrem", sagte Hummels danach.

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BVB-Verteidiger Mats Hummels gibt sich nach dem 1:3 gegen den FC Barcelona selbstkritisch (Dauer: 3:01 Min.).

Ein Aufbäumen, ein sich wehren, war nicht zu sehen. Die Leader der Mannschaft, wie Axel Witsel oder Kapitän Marco Reus, tauchten über weite Strecken unter. Und das nicht zum ersten Mal in dieser Saison.

Endspiel in Berlin

Die Pleite in Barcelona war zwar zu erwarten, trotzdem entspricht der Auftritt im Camp Nou nicht den Dortmunder Ansprüchen. Der BVB hat das Erreichen der K.o.-Runde nicht mehr in der eigenen Hand. Am letzten Spieltag muss der BVB gegen Prag mehr Punkte holen als Inter gegen Barcelona.

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Es kriselt weiter beim Revierklub. Auf Favre wartet am Samstag ein Endspiel in Berlin. "Da wollen wir die Trendwende und den Anschluss an die oberen Plätze schaffen", sagte Sportdirektor Michael Zorc. Aber das Vertrauen in Favre bröckelt dahin.

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