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Clemens Tönnies mit hartem Fazit: "Abgeschmiert wie noch nie!"

FC Schalke 04

Udo Hutflötz

20.05.2019 | 13:30 Uhr

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Bei 'Wontorra - der o2 Fußball-Talk' möchte Schalke-Boss Clemens Tönnies nicht gegen den ehemaligen Sportvorstand Christian Heidel nachtreten, benennt aber dennoch einen entscheidenden Fehler des 55-Jährigen (Video-Länge: 1:23 Minute).

Der FC Schalke 04 hat eine Horror-Saison hinter sich. Nach der Vizemeisterschaft belegten die Knappen in der vergangenen Spielzeit nur Rang 14. Boss Clemens Tönnies erklärt die Gründe für den Absturz.

"Vor Saisonstart gab es niemanden, der mir nicht gratuliert hat zur Mannschaft", berichtet Tönnies bei "Wontorra - der o2 Fußball-Talk" auf Sky Sport News HD. Die Zusammenstellung des Kaders wurde im Schalker Umfeld also als richtig erachtet, die Neuzugänge als Verstärkungen gewertet.

Doch bereits nach wenigen Wochen wurde diese vorherrschende Meinung schnelle revidiert. "Das Team hat nicht zusammengepasst. Hinzu kam, dass wir mit Domenico Tedesco einen ganz jungen Trainer hatten, den ich überaus schätze. Er hätte Hilfe gebraucht und wenn ich Christian Heidel etwas vorwerfen muss, dann dass er nicht nah genug beim Trainer war", übt der Aufsichtsratsvorsitzende eine leise Kritik an Ex-Sportvorstand Heidel.

Clemens Tönnies bei ''Wontorra - der o2 Fußball-Talk'' 0:51
Clemens Tönnies stellt sich den Fragen von Jörg Wontorra (Länge: 51 Sekunden).

Tönnies über Heidel: " ... mussten Zusammenarbeit eben beenden"

Tönnies möchte dies allerdings nicht als Nachtreten verstanden wissen und nimmt sich auch selbst nicht aus der Kritik aus, nachdem er sich in den letzten Jahren etwas aus dem operativen Geschäft zurückgezogen hat.

"Wenn ich die Entscheidung nochmal treffen müsste, würde ich sie nicht mehr so treffen. Ich würde mich mehr einmischen - nicht nach außen, aber nach innen. Ich habe Heidel nicht täglich angerufen. Das Ergebnis haben wir jetzt. Ich möchte aber nicht nachtreten. Ich habe ihn gefragt, ob er sich noch tagtäglich motivieren kann. Er hat Nein gesagt. Dann mussten wir die Zusammenarbeit eben beenden", erklärt der 62-Jährige die Trennung von Heidel.

Tönnies erklärt S04-Neuausrichtung - Heldt "kein Kandidat"

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Nach dem enttäuschenden 14. Platz in dieser Saison gibt es bei Schalke 04 für die kommende Spielzeit eine personelle Neuausrichtung. S04-Boss Clemens Tönnies erklärt bei "Wontorra - der o2 Fußball-Talk", wie diese aussieht.

Tönnies bewertet Saison der Schalker mit einer 4-

Tönnies selbst wollte Heidel bei seiner Arbeit helfen, indem er ihn weitere Man-Power zur Seite stellt. Dies habe Heidel allerdings stets abgelehnt. "2017 hat es ein Treffen gegeben. Ich wollte seine Arbeit entlasten. Es war einfach zu viel - nicht, dass ich an seiner Qualität gezweifelt hätte. Du brauchst in der heutigen Zeit einfach mehrere Schultern. Das hat er aber abgelehnt. Dann kam 2018 die Vizemeisterschaft. Die hat uns vernebelt. Die Erwartungen für diese Saison waren groß und wird sind dann abgeschmiert wie noch nie!"

Letztendlich konnte S04 nach der Trennung von Heidel und Trainer Tedesco sowie nach der Installation von Huub Stevens als Interimscoach doch den Abstieg verhindern. "Ich habe zum Klassenerhalt 200 Glückwunsch-Schreiben bekommen. Hätte mir das jemand vor der Saison gesagt, hätte ich geantwortet: 'Du spinnst doch!' Durch den Derbysieg fällt meine Bewertung noch um eine Note besser aus. Letztendlich würde ich der Saison eine 4- geben."

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