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Coronavirus: Gladbachs Sportdirektor Max Eberl im Sky Interview

Gladbachs Eberl über Corona-Krise: "Es wird Einschnitte geben"

Sky Sport

25.03.2020 | 18:25 Uhr

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Das Coronavirus legt die Bundesliga lahm, an Fußball ist aktuell nicht zu denken. Gladbachs Sportdirektor Max Eberl spricht im Sky Interview über den Umgang mit der Krise und den Gehaltsverzicht seiner Spieler.

Didi Hamann: Wie schwer ist es für Euer Trainerteam, die Mannschaft zu trainieren, ohne zu wissen, wann es weitergeht?

Max Eberl: Für den Trainerstab ist es gerade nicht angenehm. Die Jungs trainieren zu Hause, auf Fahrrädern oder machen Waldläufe. Momentan ist es eine schwierige Situation, aber auch die werden wir meistern. Ich denke mal, dass auch bis Ende April definitiv kein Spiel stattfinden wird. Dementsprechend weiß man auch dann noch nicht, wann es wieder losgehen wird. Ich hoffe, dass die Gesellschaft die großen Probleme meistert und wir im Fußball unseren kleinen Beitrag dazu leisten können, damit wir wieder zur Normalität zurückkehren. Darauf bereitet sich auch das Trainerteam vor.

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Michael Leopold: Kann diese Krise ein Regulativ sein, um die eine oder andere Schraube auch ein Stück weit zurück zu drehen?

Eberl: Es ist schon so, dass es für alle Vereine sehr einschneidend ist. Wir wissen nicht was passiert. Wir werden große Beträge verlieren. Dementsprechend sind die Vereine gerade dabei, diesen Notstand vorzubereiten. In der letzten Woche haben wir in Gladbach sehr viel dafür gearbeitet und mit Mitarbeitern über Themen wie Kurzarbeit gesprochen. Nach der Corona-Krise wird es auf jeden Fall eine andere Situation geben. Wie diese aussehen wird, kann ich nicht sagen. Aber ich bin mir sehr sicher, dass es Einschnitte geben wird.

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Gladbachs Manager Max Eberl über die aktuelle Situation bei der Borussia und mögliche Auswirkungen der Coronakrise.

Leopold: Ihre Profis haben sehr schnell einen Gehaltsverzicht erklärt und öffentlich mitgeteilt. Wer kam da auf wen zu? Wer hatte die Idee?

Eberl: Nach der DFL-Sitzung (vergangene Woche Montag, Anm. d. Red.) habe ich am Dienstag zunächst dem Mannschaftsrat und dann der gesamten Mannschaft mitgeteilt, auf welche Probleme der Verein stoßen kann. Der Mannschaftsrat hat dann sofort erklärt, dass das Team für die Mitarbeiter da sein will. Alle waren sofort mit dabei. Jetzt geht es darum, den Menschen, die uns geholfen haben, diese Erfolge hier zu ermöglichen, zu helfen. Wir möchten keinen verlieren und gemeinsam durch diese Krise kommen.

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Leopold: Haben Sie einen persönlichen Wunsch, was wir aus dieser Krise lernen müssen?

Eberl: Dieses Wort "Solidarität" ist groß. Ich hoffe, dass das in allen Bereichen Einzug behält. Ich glaube, da sind wir am Anfang. Zuletzt haben wir das ein Stück weit schleifen lassen. Viele haben mehr nach sich als nach anderen geschaut. Ich wünsche mir, dass dieses große Wort "Solidarität" dann auch nach der Krise mit Leben gefüllt wird.

Leopold: Kommen wir zum Sportlichen. Welches Zwischenfazit ziehen Sie für die aktuelle Saison?

Eberl: Wenn wir über Borussia Mönchengladbach sprechen, dann muss man sagen, dass wir bisher eine sehr gute Saison mit sehr schönem Fußball und guten Resultaten spielen. Viele Entscheidungen, die wir im Sommer getroffen haben, haben sich ausgezahlt. Das betrifft sowohl die Wahl von Spielern als auch den neuen Trainer.

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Leopold: Unter anderem kamen in dieser Saison immer wieder Gerüchte um einen Abgang von Denis Zakaria auf. Kann man in der aktuellen Situation überhaupt für Transfers planen?

Eberl: Das ist dann aktuell der vierte oder fünfte Punkt, den man zu bedenken hat. Wir haben gerade ganz andere, nicht so schöne Themen zu bearbeiten. Wir würden uns freuen, wenn wir wieder über Transfers sprechen können, denn dann haben wir einen großen Schritt aus der Corona-Krise gemacht.

Leopold: Sie haben uns im Vorgespräch Ihre Top-3-Fußballer, die Sie persönlich am meisten inspiriert haben, übermittelt. Und das sind Berti Vogts, Lothar Matthäus und Sören Lerby. Was müssen wir beispielsweise über Berti Vogts wissen? Warum hat er Sie inspiriert?

Eberl: Ohne, dass ich jetzt anmaßend sagen will, dass ich genauso gut war wie er, habe ich ihm in seinem Spielstil geähnelt. Dieses terrierhafte, hartnäckige und unangenehme Eigenschaft kam meinem Spielstil schon sehr nahe. Dementsprechend war Berti Vogts früher auf dem Bolzplatz immer mein Vorbild. Als ich dann bewusster Fußball geschaut habe, wurden es Lothar Matthäus und Sören Lerby. Beide durfte ich als Balljunge im Olympiastadion beobachten und beide haben mich sehr inspiriert.

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