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DFB News: Fragen und Antworten zur Situation beim DFB

Keller, Curtius & Co.: Alle Fragen und Antworten zur DFB-Krise

SID

03.05.2021 | 20:24 Uhr

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Sky Reporter Marc Behrenbeck im DFB-Talk über Präsident Fritz Keller, die Skandale an der Spitze und die Struktur im Verband (Videolänge: 13:16 Minuten).

DFB-Boss Fritz Keller und Generalsekretär Friedrich Curtius ist das Vertrauen entzogen worden. Doch was ist passiert und wie geht es beim Deutschen Fußball-Bund weiter? Hier gibt es alle Fragen und Antworten.

Was ist passiert?

Der Showdown in Potsdam wurde für Fritz Keller zur krachenden Niederlage. Die Chefs der Landes- und Regionalverbände forderten den Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nach seinem Nazi-Vergleich zum Rücktritt auf und schmetterten seinen Wunsch nach der Einberufung eines außerordentlichen Bundestags ab. Auch Generalsekretär Friedrich Curtius wurde im Rahmen des zweitägigen Krisengipfels das Vertrauen entzogen.

Vizepräsident Rainer Koch und Schatzmeister Stephan Osnabrügge sprachen die Landesfürsten hingegen ihr Vertrauen aus. In Potsdam kam es auch zu einer persönlichen Aussprache, nachdem Keller Koch in einer Sitzung mit dem Nazi-Richter Roland Freisler verglichen hatte. Koch wollte die Entschuldigung des Präsidenten erneut nicht akzeptieren.

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Nach Nazi-Vergleich: DFB-Präsident Fritz Keller entschuldigt sich beim DFB-Vizepräsident Rainer Koch. (Videolänge: 4:53 Minuten)

Muss Fritz Keller nach dem Misstrauensvotum zurücktreten?

Nein, Keller muss dem Gesuch der Landesfürsten nicht folgen. Die Konferenz ist formal nicht befugt, über die Führungsjobs im DFB zu entscheiden. Dennoch hat ihr Votum Gewicht und setzt den Präsidenten unter Druck. Keller will offenbar zunächst die Einlassungen der Ethikkommission zu seinem Freisler-Vergleich abwarten.

Wie könnte Fritz Keller ansonsten abberufen werden?

Gemäß den Statuten ist der DFB-Vorstand berechtigt, den DFB-Präsidenten aus dem Amt zu werfen. Dem Vorstand gehören neben den 21 Vertretern der Landesverbände und den fünf Präsidenten der Regionalverbände die 15 Mitglieder des DFB-Präsidiums und 12 Vertreter der Deutschen Fußball-Liga (DFL) an. Auch Bundestrainer Joachim Löw gehört dem Vorstand an, ist aber nicht stimmberechtigt.

Sollten die Ligavertreter geschlossen für Keller stimmen und die Amateurvertreter bei ihrem Votum bleiben, könnte es sogar eine knappe Mehrheit für Keller geben. Allerdings erscheint dies sehr unwahrscheinlich und Keller müsste sich fragen, ob er gegen den Willen der Amateure weiter regieren möchte.

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Sky Reporter Marc Behrenbeck sieht auch die Lage von Vizepräsident Rainer Koch beim DFB kritisch. (Video: 00:42 Sekunen)

Wie geht es mit Friedrich Curtius weiter?

Der Generalsekretär hat sich wie Keller nach dem Misstrauensvotum Bedenkzeit erbeten, brach aber am Montagnachmittag sein Schweigen. Er nehme das Votum "sehr ernst" und stehe "für Gespräche zu konstruktiven Lösungen für den DFB jederzeit zur Verfügung, dies umfasst selbstverständlich auch meine Funktion", teilte der 44-Jährige mit.

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Damit bot Curtius als höchster hauptamtlicher Mitarbeiter des DFB indirekt schonmal seinen Abschied an. Es dürfte nun nur noch um die Höhe der Abfindung gehen. Auf eine Kampfabstimmung des DFB-Vorstands wird es Curtius wohl nicht ankommen lassen, eine Mehrheit für ihn erschiene dort angesichts des Gegenwinds von den Landesfürsten und der Ligavertreter auch utopisch.

Wer sind die Gewinner des Krisengipfels?

Auf den ersten Blick sind Vizepräsident Koch und Schatzmeister Osnabrügge die Gewinner. Vor allem Koch kann sich nach wie vor mehrheitlich der Unterstützung der Amateure sicher sein. Es scheint, als würde er auch den Sturz des dritten DFB-Präsidenten überstehen. Doch sollte es im DFB-Vorstand tatsächlich noch zu einem weiteren Showdown kommen, könnte sich das Blatt wenden.

Vor allem die Ligavertreter gelten nicht als Befürworter von Koch. Seine Rolle im Machtkampf und in der Causa um einen hochdotierten Vertrag eines Kommunikationsberaters wird äußerst kritisch gesehen. In einer Kampfabstimmung könnte das Pendel durchaus gegen ihn und auch Osnabrügge umschlagen.

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Wer kommt als möglicher Nachfolger für Fritz Keller in Frage?

Bei einem Rücktritt oder einer Abberufung Kellers würden sich laut Statuten die Vizepräsidenten Koch und Peter Peters als Doppelspitze interimsmäßig um seine Aufgaben kümmern. Neuwahlen gäbe es erst auf dem nächsten DFB-Bundestag, doch schon jetzt werden Kandidaten gehandelt.

Es werden unter anderem Leute wie Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß, Rudi Völler oder Philipp Lahm gehandelt. Auch die Berufung einer Frau an die Verbandsspitze erscheint nicht ausgeschlossen, als geeignete Kandidatinnen gelten Dagmar Freitag oder Nadine Keßler.

Sport-Informations-Dienst (SID)

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