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Eintracht Frankfurt: Fixe Transfers, Abgänge und offene Personalien

Alexander Bonengel

13.06.2019 | 16:25 Uhr

Rebic, Jovic und  Haller haben in dieser Bundesligasaison insgesamt 41 Treffer erzielt.
Image: Rebic, Jovic und Haller haben in dieser Bundesliga-Saison ganze 41 Treffer erzielt. Jovic geht sicher - Rebic und Haller könnten folgen. © DPA pa

Eintracht Frankfurt muss in diesem Sommer wohl einige schmerzhafte Abgänge verkraften. Welche Transfers sind fix? Welche Personalien sind noch offen? Sky Reporter und Eintracht-Experte Alexander Bonengel gibt einen Überblick.

Fixe Zugänge

Bisher ist Eintracht Frankfurt in Sachen Verpflichtungen auf dem Transfermarkt noch nicht in Erscheinung getreten. Noch ist die Perspektive diverser Schlüsselpositionen unklar: Trapp, Hinteregger und Rode waren Leihspieler. Was passiert mit Rebic? Was passiert mit Haller? Erst wenn das Fundament geklärt ist, macht es Sinn, die anderen Teile neu aufzubauen. Es gilt für das sportliche Kompetenzteam um Sportvorstand Fredi Bobic, Sportdirektor Bruno Hübner und Kaderplaner Ben Manga, mit Weitsicht zu handeln. Vorbereitet aber sind sie, haben für jeden Fall auch einen Plan B oder Plan C in der Tasche.

Fixe Abgänge

Luka Jovics Wechsel zu Real Madrid schmerzt, ist aber für Eintracht Frankfurt unterm Strich vor allem eine große Erfolgsgeschichte: Zwischen 60 und 70 Millionen Euro hat die Ablöse eingebracht. Das verschafft Sicherheit und Handlungsspielräume, auch wenn die Frankfurter dem Vernehmen nach 30 Prozent der Ablöse an Jovics Ex-Verein Benfica Lissabon abgeben müssen. Jovic ist ein Beispiel für eine der ganz großen Stärken der Eintracht: Entwicklung. Neben Jovic sind auch Haller, Rebic, Kostic und Da Costa erst am Main zu internationaler Klasse gereift.

Getrennt haben sich die Frankfurter schon von Branimir Hrgota, dessen Vertrag nicht verlängert wurde. Keine Perspektive mehr hat auch Eintracht-Urgestein Marc Stendera, dessen Berater zur Zeit den Markt sondiert.

De Facto ab Juli nicht mehr Spieler der Eintracht sind auch die Leihspieler Kevin Trapp, Martin Hinteregger und Sebastian Rode. Bei Trapp ist die Hoffnung groß, ihn verpflichten zu können, auch wenn die Pariser laut kicker ein erstes Angebot abgelehnt haben. Laut Marca buhlen die Franzosen um Keylor Navas von Real Madrid, der unter Zidane nicht mehr zum Zuge kommt. Nummer eins in Paris ist nach wie vor Alphonse Areola. Kevin Trapp spielt in den Planungen von Paris offenbar keine Rolle mehr.

Ungewisser ist die Situation bei Hinteregger, der nach Augsburg zurückkehren musste: Stefan Reuter gilt als knallharter Verhandler und hat für Hinteregger viele Angebote. Frankfurt wird sich strecken müssen und wird das sicher auch tun, aber auch keine astronomischen Summen bezahlen. Sebastian Rode spielt beim BVB in den Planungen von Favre keine Rolle und laboriert zur Zeit an einer Knorpelverletzung im Knie aus dem Halbfinal-Rückspiel in Chelsea. Die Chancen für eine dauerhafte Verpflichtung stehen gut. Wie Hinteregger und Trapp auch, hat Rode klar signalisiert, dass er gerne bei der Eintracht bleiben würde. Allerdings muss man bei Rode auch den Verlauf der Genesung abwarten.

Auf welcher Position besteht noch Bedarf?

Eintracht Frankfurt hat sich nicht nur in Deutschland sondern in ganz Europa einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Mit Volldampf-Fußball, aggressivem Pressing und blitzschnellen Gegenstößen konnten die Adler auch auf internationalem Top-Niveau begeistern, mussten allerdings in der Bundesliga im Endspurt Federn lassen. Es ist wenig rotiert worden, wohl auch weil Coach Hütter im Kader zu wenige adäquate Alternativen gesehen hat. Kostic und Da Costa zum Beispiel waren auf den Außenbahnen praktisch unersetzbar. Gerade auf diesen Positionen werden spielstarke Alternativen benötigt.

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Zudem tut die Eintracht gut daran, im Zentrum nachzulegen: Hatten die Gegner lange Bälle in die Spitze sowie die Flügel im Griff, kamen über die Schnittstelle im Mittelfeld meist zu wenig Impulse. Nicht, dass De Guzman, Gacinovic oder Fernandes einen schlechten Job gemacht hätten - doch auf dem Top-Niveau der vergangenen Eintracht-Saison ist im kreativen Mittelfeld am meisten Luft nach oben.

Welche Namen sind im Gespräch? Wer könnte noch kommen?

Max Kruse hält sich in den Meldungen als möglicher Neuzugang hartnäckig, scheint aber vor allem aufgrund seiner Forderung von 6 Millionen Euro Gehalt als Kandidat auszuscheiden. Aus Spanien wird großes Interesse der Eintracht an Ruben Pardo (26) von Real Sociedad vermeldet. Pardo könnte helfen, das Vakuum im Mittelfeld zu schließen. Ähnliche Motive könnten für eine Verpflichtung von Rafinha (26) vom FC Barcelona sprechen. Der Bruder des Bayern-Stars Thiago laboriert jedoch zur Zeit an den Folgen eines Kreuzbandrisses. In Kombination mit seinem Marktwert von geschätzten 15 Millionen Euro wäre seine Verpflichtung ein gewisses Risiko, ein Leihgeschäft aber durchaus denkbar.

Die L'Equipe aus Frankreich vermeldet, dass die Hessen ihre Fühler nach Bertrand Traore (23) von Olympique Lyon ausgestreckt hätten. Der Spieler ist sowohl auf den Flügeln als auch im Zentrum einsetzbar. Eine Verpflichtung, die vor allem dann passen würde, wenn Ante Rebic den Klub verlassen sollte.

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Wer könnte noch gehen?

Zur Zeit überschlagen sich die Gerüchte um einen Abgang von Ante Rebic: Für Atletico Madrid sei er als Ersatz für Antoine Griezman in der engeren Auswahl sein. Auch Inter Mailand sei interessiert, vermeldet die Bild. Prinzipiell ist ein Abgang von Rebic nicht auszuschließen. Allerdings würden die Frankfurter ihn wohl nur im Falle einer hohen Ablösezahlung ziehen lassen, 40 Millionen stehen hierbei laut diverser Medienberichte im Raum. Rebic ist mit seiner Wucht und Schnelligkeit ein enorm wichtiger Faktor für die Eintracht. Laut Sky Informationen hat es aber bisher noch keinerlei Kontaktaufnahme von Atletico Madrid und Inter Mailand gegeben.

Vor Wochen hatte Sportvorstand Fredi Bobic schon angedeutet, dass es sein könnte, dass das gesamte "magische Dreieck" Jovic, Rebic und Haller den Klub verlässt. Sebastian Haller wurde durch einen Bericht von ESPN bei Manchester United ins Gespräch gebracht. Er könnte dort den abwanderungswilligen Lukaku ersetzen. Hallers Marktwert wird zur Zeit auf 40 Millionen Euro geschätzt. Gut möglich, dass United sogar noch ein bisschen mehr drauflegen müsste, denn ein Verkauf von Lukaku könnte 85 Millionen Euro oder mehr einbringen.

Neben Stendera ist auch davon auszugehen, dass Spieler wie Falette, Tawatha und Willems, die unter Hütter eher weniger zum Zuge kamen, den Klub bei entsprechenden Angeboten verlassen.

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