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FC Barcelona News: Ansu Fati, Pedri brillieren - Abwehr macht Sorgen

Das neue Barca unter Koeman: Spannende Jungstars & alte Probleme

Robert Gherda

24.10.2020 | 10:54 Uhr

Ansu Fati (l.) und Trincao zählen zu den Hoffnungsträgern beim FC Barcelona.
Image: Ansu Fati (l.) und Trincao zählen zu den Hoffnungsträgern beim FC Barcelona. © Getty

Beim FC Barcelona hat sich unter Ronald Koeman innerhalb kurzer Zeit einiges geändert. Zwei Jungstars konnten sich unter dem neuen Coach besonders profilieren, doch einige Probleme machen Koeman nach wie vor zu schaffen. Sky Sport stellt das neue Barca vor.

Im Champions-League-Spiel gegen Ferencvaros Budapest schrieb der FC Barcelona gleich doppelt Geschichte. Zunächst erzielte Lionel Messi gegen die Ungarn das Tor zum 1:0 und traf in seiner 16. (!) Königsklassen-Saison in Folge. Einsamer Rekord. Danach trugen sich auch Ansu Fati (zum 2:0) und Pedri (zum 4:1) in die Torschützenliste ein. Erstmals erzielten damit zwei 17-Jährige im gleichen CL-Spiel ein Tor für einen Verein.

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Fati und Pedri sorgen für Furore

Überraschend kommt die Entwicklung nicht, denn Fati ist unter Koeman gesetzt und hat den nächsten Schritt seiner atemberaubenden Entwicklung genommen. Der spanische Nationalspieler stand mit einer Ausnahme immer in der Startformation der Katalanen und erzielte bereits vier Tore und bereitete zwei Treffer vor.

Auch Pedri, der vor der Saison für kleines Geld von UD Las Palmas nach Barcelona wechselte, hat es Koeman angetan. Dabei sollte der Youngster ausgeliehen werden - unter anderem Borussia Mönchengladbach und sogar der FC Bayern bekundeten Interesse - aber der neue Coach setzt auf Pedri und stellte ihn sogar schon einmal in die Startformation.

Die beiden Jungstars sind ein gewaltiger Grund, warum die Katalanen nur wenige Monate nach dem blamablen 2:8-Debakel gegen den FC Bayern wieder optimistischer in die Zukunft schauen. Vor allem Fati, jüngster Torschütze in Barcas LaLiga- und Champions-League-Geschichte sowie in der spanischen Nationalmannschaft gilt bereits als legitimer Messi-Nachfolger.

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Champions League, 1. Spieltag: FC Barcelona hat in Gruppe G seine Pflichtaufgabe gegen Ferencvaros Budapest trotz eines Platzverweises für Abwehrchef Gerard Piqué mit einem 5:1-Erfolg erfüllt.

Messi im Sommer vor Abschied

Vor fast genau 16 Jahren - am 16. Oktober 2004 - feierte dieser sein Profidebüt für Barcelona und prägte die erfolgreichste Ära in der Vereinsgeschichte. Diese steht aber unmittelbar vor dem Ende. Zwar blieb Messi trotz Wechseltheater im Sommer noch bei seinem Herzensklub, aber derzeit deutet nicht viel darauf hin, dass der 33-Jährige seinen auslaufenden Vertrag im Sommer noch einmal verlängern wird.

Es wird spannend zu sehen, wie Barcelona ohne den Superstar funktioniert und vor allem, ob die Youngster tatsächlich bereits in der Lage sein werden, die hinterlassene Lücke zu schließen. Die Messidependencia - die Abhängigkeit von La Pulga - war in der Vorsaison schließlich so groß wie selten zuvor. Doch in dieser Spielzeit gibt es vorsichtige Anzeichen, dass es Koeman zumindest teilweise gelingt, die Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen.

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Dazu rückte der Coach vom in Barcelona heiligen 4-3-3 ab und lässt sein Team im 4-2-3-1 spielen. Dies hat den Vorteil, dass Koemans Landsmann Frenkie De Jong endlich im Zentrum agieren kann und neben entweder Sergio Busquets oder zuletzt Neuzugang Miralem Pjanic seine Stärken als Box-to-Box-Spieler hervorragend ausspielen und die Offensive mit seiner Kreativität unterstützen kann. Seine Vorlage auf Fati verdient das Prädikat Weltklasse.

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Coutinho plötzlich gesetzt

Doch auch Philippe Coutinho profitiert von der neuen Formation und ist auf der Zehn plötzlich gesetzt. Im zweiten Anlauf bei Barca könnte der Edeltechniker somit doch noch zur Verstärkung werden. Bisher gelangen dem Ex-Bayern-Star in fünf Spielen zwei Treffer und zwei Assists.

Vor allem das Zusammenspiel mit Fati, der links offensiv agiert, funktioniert hervorragend. Auf der anderen Seite haben Neuzugang Trincao und Ousmane Dembele aktuell die Nase vorn. Der Ex-BVB-Star spielte nach seiner Einwechslung in der Champions League groß auf und legte das 4:1 bärenstark auf und markierte den Schlusspunkt selbst.

Komplettiert wird die Offensive durch Messi, der unter Koeman als falsche Neun fungiert, aber alle Freiheiten genießt. Leidtragender der aktuellen Entwicklung ist Antoine Griezmann, der zu Saisonbeginn noch über den rechten Flügel kam, aber nicht überzeugen konnte und zuletzt von Koemann öffentlich zurechtgestutzt wurde.

Innenverteidigung als Problemzone

Doch auch ohne den Franzosen konnte die neue Barca-Offensive bisher meist überzeugen. Dreimal erzielte der spanische Vizemeister bereits mindestens drei Treffer. Auch beim 1:1 gegen den FC Sevilla und bei der 0:1-Schlappe in Getafe, als zweimal Alu im Weg stand, hatte Barca die Chance auf den Sieg, auch wenn noch Luft nach oben ist.

Dies gilt allerdings auch für die Innenverteidigung, wo Koeman - ähnlich wie sein Vorgänger Quique Setien - auf Clement Lenglet und Gerard Pique setzen muss. Mögliche Verstärkungen waren schlicht nicht zu realisieren. Barca hatte vor Kurzem Verluste in Höhe von 97 Millionen Euro für die abgelaufene Saison bekanntgegeben - der Schuldenberg wuchs sogar auf 488 Millionen Euro an. Wunschspieler wie Eric Garcia von Manchester City oder Leicesters Caglar Soyüncü blieben Wunschdenken und sind frühestens im kommenden Sommer wieder ein Thema.

Vielleicht aber auch nicht, denn Barca gab nach dem Ferencvaros-Sieg die Vertragsverlängerung von vier Spielern bekannt. Neben Marc-Andre ter Stegen (bis 2025) und De Jong (bis 2026) wurden überraschenderweise auch die Arbeitspapiere von Lenglet (2026) und Piquet (2024) ausgedehnt. Dabei konnte das Duo, das auch bei der 2:8-Schmach gegen die Bayern "verteidigte", nicht immer überzeugen.

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Nächster Platzverweis für Barca

Piquets Geschwindigkeitsdefizite wurden bei seinem Platzverweis gegen die Ungarn in der Königsklasse ein weiteres Mal deutlich. Bereits beim Ligaspiel gegen Celta Vigo hatte der Ex-Nationalspieler nach einer ähnlichen Situation Rot gesehen. Damals hatte er allerdings das Glück, dass Denis Suarez knapp im Abseits stand. Damals erwischte es dann wenig später Lenglet mit Gelb-Rot, nachdem dieser ein Laufduell verloren hatte.

Alternativen hat der Übungsleiter aber kaum: Samuel Umtiti plagt sich nach wie vor mit Verletzungen und sonst steht mit uruguayischen Youngster Ronald Araujo nur noch ein weiterer gelernter Innenverteidiger im Kader.

Fairerweise muss jedoch erwähnt werden, dass sämtliche Spieler kurzfristig auf Geld verzichten, um die horrenden Gehaltsausgaben des Klubs zu entlasten. Als Gegenleistung gibt es langfristige Verträge, wobei Piques Deal nur in Kraft tritt, wenn er 2021/22 auf eine gewisse Anzahl von Spielen kommt.

Clasico steht an

Ob der Routinier in den langfristigen Planungen der Katalanen tatsächlich eine Hauptrolle spielt, ist - anders als bei Sergino Dest - offen. Der Außenverteidiger hat sich rasch eingelebt, war zuletzt gesetzt und deutete an, dass er vor allem im Vorwärtsgang eine Verstärkung ist. Zunächst verteidigte Dest rechts, nach der Verletzung von Jordi Alba auf der linken Seite. Dieser ist aber auf dem Weg der Besserung und soll im Clasico am Samstag in Barcelona gegen Real Madrid wieder mitwirken.

Doch auch mit dem Stamm-Linksverteidiger wird die Defensive weiter die Problemzone bleiben. Koeman wird hoffen, dass seine spannenden Jungstars so stark aufspielen, dass dies am Ende nicht weiter ins Gewicht fallen wird.

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