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Rummenigge gibt Erlaubnis für Wechsel

FC Bayern: Fünf Fragen zum möglichen Boateng-Abschied

von Robin Schmidt

19.06.2018 | 07:24 Uhr

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Image: Jerome Boateng darf den FC Bayern im Sommer verlassen. © DPA pa

Jerome Boateng liebäugelt mit einem Wechsel ins Ausland und darf den FC Bayern im Sommer verlassen. Was sind seine Optionen und wer kann den Weltmeister ersetzen? Sky Sport beantwortet die fünf wichtigsten Fragen.

1. Welche Bedingungen müssen für einen Wechsel erfüllt werden?

Es ist - wie so oft im Fußball - eine Frage des Geldes. Karl-Heinz-Rummenigge bestätigte, dass es eine finanzielle Schmerzgrenze gebe: "Da mache ich kein Hehl draus. Die wird sicher auch nicht niedrig sein." Nur bei einer passenden Ablösesumme im hohen zweistelligen Millionenbereich darf der Innenverteidiger den Rekordmeister vorzeitig verlassen. Das schränkt den Kreis der möglichen Abnehmer ein...

Rummenigge erteilt Boateng Wechselerlaubnis

Rummenigge erteilt Boateng Wechselerlaubnis

Bayerns-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge wird Jerome Boateng keine Steine in den Weg legen, sollte der Nationalspieler an seinen Wechselabsichten festhalten.

2. Welche Vereine kommen für Boateng in Frage?

Gleich drei potenzielle Abnehmer kommen aus der Premier League: Manchester United benötigt dringend Verstärkung in der Abwehr, um endlich wieder eine ernsthafte Chance auf den Gewinn der Meisterschaft zu haben. Daneben wird auch der FC Chelsea gehandelt.

Möglich ist aber auch, dass Boateng der Gedanke an eine Rückkehr zu Manchester City reizt. Der Nationalspieler spielte von 2010 bis 2011 bei den Citizens, konnte sich dort aber - auch wegen Verletzungen - nicht durchsetzen. Zudem pflegt er noch ein enorm gutes Verhältnis zu seinem Ex-Trainer Pep Guardiola.

In Spanien kämen nur der FC Barcelona und Real Madrid in Betracht, beide Vereine haben in der Innenverteidigung derzeit aber kaum Bedarf. Womöglich wird man auch in Paris hellhörig. Immerhin steht dort mit Thomas Tuchel ein deutscher Trainer an der Seitenlinie. Und genügend Geld ist sowieso vorhanden.

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3. Was würde Boatengs Abgang für den FC Bayern bedeuten?

Boateng hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Weltklasse-Verteidiger entwickelt. Sein verletzungsbedingtes Fehlen machte sich vor allem im Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid (1:2/2:2) sowie im DFB-Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt (1:3) deutlich bemerkbar. Ohne ihn wirkte die Bayern-Defensive alles andere als sattelfest.

Mit dem gebürtigen Berliner würden die Münchner zudem einen Führungsspieler verlieren, der sich auch nicht davor scheut, in der Öffentlichkeit Klartext zu reden.

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4. Wer könnte Boateng überhaupt ersetzen?

Aus dem aktuellen Kader setzen die Bayern-Verantwortlichen große Stücke auf Niklas Süle. Der WM-Teilnehmer ersetzte Boateng bereits in der Saisonendphase. "Der wird ein super Spieler, Weltklasse und in ein paar Jahren der begehrteste Innenverteidiger im europäischen Fußball", prophezeite Ex-Bayern-Trainer Jupp Heynckes.

Zudem könnte auch Javi Martinez wieder eine Position nach hinten rücken, zumal das Mittelfeld für die kommenden Saison derzeit überbesetzt ist. Möglicherweise setzt der neue Trainer Niko Kovac in Zukunft auch wieder vermehrt auf eine Dreierkette: "Das System hat viele Vorteile. Diese Option zu haben, finde ich hervorragend", sagte Mats Hummels zuletzt in der Sport Bild.

Als Neuzugänge könnten die beiden Top-Talente Benjamin Pavard (VfB Stuttgart) und Matthijs de Ligt (Ajax Amsterdam) verstärkt in den Fokus rücken.

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5. Wie sieht der FCB in der kommenden Saison aus?

Boateng kann gehen, Lewandowski will gehen: Der polnische Superstar hat die Bayern-Bosse um seine Freigabe gebeten. Dennoch steht ein Verkauf des Torjägers aktuell nicht zur Debatte, versicherte Rummenigge: "Ich habe schon vor Wochen gesagt, ich nehme Wetten auf Lewandowskis Verbleib bei uns an - die nehme ich heute noch an. Es hat alles Bestand, was wir schon seit Wochen sagen."

Für einen Wechsel von Thiago, der mit einer Rückkehr zum FC Barcelona liebäugelt, wäre Rummenigge dagegen offen. "Bei uns hat sich kein Klub gemeldet, und auch Thiago nicht. Wir planen weiter mit ihm", sagte er und fügte an: "Wobei ich sagen muss, dass wir sehr viele Mittelfeldspieler im Kader haben. Für neun Mann, glaube ich, haben wir je nach System nur drei bis vier Positionen zu vergeben."

Möglicherweise stehen an der Säbener Straße also doch größere Umbauarbeiten auf dem Plan, als noch vor einigen Wochen angenommen.

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