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FC Bayern mit Ergebnis-Delle: Welche Folgen hat das für Trainer Hansi Flick?

Ergebnis-Delle beim FC Bayern - mit Folgen für Flick?

Udo Hutflötz

09.12.2019 | 12:52 Uhr

Hansi Flick kassierte mit dem FC Bayern zwei Niederlagen in Folge und rutschte dadurch bis auf Platz sieben ab.
Image: Hansi Flick kassierte mit dem FC Bayern zwei Niederlagen in Folge und rutschte dadurch bis auf Platz sieben ab.  © Imago

Erstmals in dieser Saison kassiert der FC Bayern zwei Pleiten in Folgen und rutscht auf Rang sieben ab - zu wenig für die Ansprüche des Rekordmeisters. Und auch zu wenig für eine Weiterbeschäftigung von Trainer Hansi Flick über den Winter hinaus?

"Wir haben in der ersten Halbzeit gesehen, dass es läuft. Nein, da hat sich nichts verändert", schildert Sportdirektor Hasan Salihamidzic nach der 1:2-Niederlage gegen Spitzenreiter Borussia Mönchengladbach den weiteren Trainer-Fahrplan beim FC Bayern und stärkte damit gleichzeitig Flick den Rücken.

Dieser wird auf jeden Fall bis zur Winterpause das sportliche Zepter an der Säbener Straße inne haben, wie Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge auf der Jahreshauptversammlung Ende November erklärte. Auch die beiden jüngsten Misserfolge haben daran offensichtlich nichts geändert.

Hoffmann: Auch Flick wird an Ergebnissen gemessen

Allerdings ist Fußball bekanntlich ein Ergebnissport und diese stimmten zuletzt nicht mehr. "Der FC Bayern hat sieben Punkte Rückstand auf die Spitze und es sind mehrere Mannschaften, die sich vor dem FC Bayern tummeln. Natürlich wird auch ein Hansi Flick an diesen Resultaten gemessen", schildert Sky Reporter Torben Hoffmann.

Nachdem es in den ersten vier Spielen unter Flick nicht nur sportlich gut funktionierte, sondern auch die bislang unzufriedenen Spieler wie Thomas Müller und Jerome Boateng wieder Spaß an der täglichen Arbeit gefunden haben, überraschte der Übungsleiter gegen Gladbach mit einem personellen Schachzug. Der bislang gesetzte Benjamin Pavard rutschte auf die Bank, dafür verteidigte Joshua Kimmich auf der rechten Verteidigerposition.

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Sky Reporter Torben Hoffmann am Trainingsgelände des FC Bayern nach dem Spiel gegen Gladbach.

Eine Entscheidung, die Sky Experte Dietmar Hamann nicht ganz nachvollziehen konnte. "Ich hätte gerne Pavard auf der rechten Seite hinten gesehen und Kimmich auf der Sechs", schiebt aber direkt hinterher: "Ich glaube aber, dass die Aufstellung keinen Einfluss auf das Ergebnis hatte. Hinterher ist man immer klüger. Allerdings kommt so etwas immer auf den Trainer zurück, aber er kann die Tore ja nicht selbst erzielen."

Hoffmann: Darf Flick nicht an den Pranger stellen

Hat sich Flick also vercoacht? Blickt man auf die Statistik und sieht das Spiel über die gesamten 90 Minuten, kann dies verneint werden. "Wenn man in die Analyse der beiden Niederlagen geht, muss man festhalten, dass die Bayern klar besser waren, den Gegner größtenteils dominiert, aber eben die Chancen nicht genutzt haben. Das jetzt aber auf den Trainer abzuwälzen und zu sagen, der macht das nicht richtig und nicht gut, wäre der falsche Ansatz. Was soll Flick draußen machen, wenn eine Vielzahl an Chancen nicht genutzt wird", erklärt Hoffmann.

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Und weiter: "Die Art und Weise, wie die Mannschaft spielt, ist nach wie vor gut und man sieht die Handschrift des Trainers. Wenn man die Stimmen aus der Mannschaft hört und sieht wie die Bayern auftreten, kann man jetzt trotz der beiden Niederlagen Flick nicht an den Pranger stellen. Vielmehr muss man auch mal die Jungs hinterfragen, die solche Hochkaräter liegen lassen", nimmt der Sky Reporter besonders die Spieler in die Pflicht.

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Wie geht es beim FC Bayern auf der Trainerposition weiter?

Bestandsaufnahme im Winter - fehlende Trainer-Alternativen

Doch hat sich trotz bislang guter und über weite Strecken erfolgreicher Arbeit die Situation für Flick nun verschlechtert? Sind die Chancen auf eine Beschäftigung als Bayern-Cheftrainer über den Winter hinaus gesunken? Nicht für Hoffmann: "Die Situation hat sich nicht großartig verändert - trotz der beiden Niederlagen. Sie machen die Bestandsaufnahme im Winter und schauen, wie die Mannschaft performt und wo man in der Tabelle steht. Ich glaube nach wie vor daran, dass es bei den Verantwortlichen auch die Denkweise gibt, mit Flick in die Rückrunde zu gehen."

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Ein Grund dafür könnten weiter die fehlenden Alternativen sein, wie der Sky Reporter ergänzt. "Was wollen die Bayern? Eine Prämisse ist, dass der Trainer deutschsprachig ist. Doch wer steht da zur Verfügung? Da werden immer wieder Erik ten Hag und Thomas Tuchel genannt, die aber noch bei anderen Vereinen unter Vertrag stehen. Deswegen wird es auch schwer sein, im Winter einen Trainer an die Säbener Straße zu lotsen - vor allem einen, den die Bayern auch haben wollen."

Flick hat Weiterbeschäftigung in der eigenen Hand

Nichtsdestotrotz ist auch Flick im restlichen Jahr noch gefordert und muss sich eine Weiterbeschäftigung mit guten Spielen und Ergebnissen verdienen. "Er muss zusehen, dass er gegen Tottenham gewinnt und auch die restlichen drei Spiele in der Bundesliga für sich entscheidet."

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