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FC Bayern München News: Die Erkenntnisse aus dem Test gegen Marseille

Pavard-Ersatz, Süle & Co.: Die Erkenntnisse der Bayern-Generalprobe

Udo Hutflötz

04.08.2020 | 09:45 Uhr

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Der FC Bayern gewinnt dank Serge Gnabry das Testspiel gegen Olympique Marseille. (Länge: 59 Sekunden)

Der FC Bayern München bestreitet seinen ersten und einzigen Test vor dem Re-Start der Champions League erfolgreich. Am Ende heißt es 1:0 gegen Olympique Marseille. Neben dem Ergebnis liefern andere Aspekte einige Erkenntnisse für die bayerische Triple-Mission.

Samstag, 8. August, ist der bayerische Stichtag! Dann empfängt der FC Bayern München im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League den FC Chelsea in der heimischen Allianz Arena (Hinspiel 3:0 für Bayern). Das Duell mit den Londonern (LIVE und EXKLUSIV ab 19:30 Uhr auf Sky Sport 1 HD) soll aber nur ein Zwischenschritt zum großen Ziel sein: dem Triumph in der Königsklasse beim Finalturnier in Lissabon.

Darauf haben die Münchner nach der kurzen Sommerpause in den letzten Tagen hingearbeitet. Erst mit Cyber-, dann Kleingruppen- und zuletzt mit Mannschaftstraining. Der Test gegen Olympique Marseille galt im Anschluss als Generalprobe für die harten europäischen K.o-Duelle, die auf den Double-Sieger warten. Ist der FC Bayern dafür gewappnet? Das Ergebnis war positiv. Doch es gibt noch zahlreiche andere Aspekte, die Trainer Hansi Flick und Co. aus dem Test ziehen können. Sky Sport fasst zusammen.

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Dieses Video zeigt eine Analyse des des Testspiels FC Bayern gegen Marseille. (Länge: 2:54 Minuten)

1. Pavard-Ausfall kann kompensiert werden

Eine der spannendsten Fragen vor dem Testspiel gegen Olympique Marseille war die nach dem Ersatz für Benjamin Pavard, der sich vor einigen Tagen im Training am Sprunggelenk verletzt hatte und zumindest für das Rückspiel gegen Chelsea ausfallen wird.

Trainer Flick lieferte die Antwort. Joshua Kimmich wurde aus dem zentralen, defensiven Mittelfeld abgezogen und rückte auf seine alte Position rechts hinten. Und wie gewohnt zeigte der deutsche Nationalspieler einen souveränen Auftritt, ließ defensiv bei einer starken Zweikampfquote von 75 Prozent wenig bis gar nichts anbrennen - ähnlich wie Pavard sonst auch. Doch offensiv lieferte Kimmich dem FC Bayern einen Mehrwert im Vergleich zum Franzosen. Zwar gehört Pavard mit vier Toren und sieben Assists in wettbewerbsübergreifend 46 Spielen zu der Kategorie "torgefährlicher Verteidiger", doch Kimmich zeigte sich im Spiel gegen Marseille noch offensivfreudiger.

Insgesamt schlug der 25-Jährige elf Flanken ins Zentrum und damit mit Abstand die meisten aller Bayern-Profis. Zum Vergleich: Alphonso Davies, sein Pendant auf der linken Seite, brachte es gerade einmal auf eine Flanke. Zudem tauchte Kimmich immer wieder gefährlich im Sechzehner auf und schrieb sich mit einem Torschuss und einer Torschussvorlage in die Statistikbücher ein. "Kimmich hat das gut gemacht", lobte Flick nach dem Spiel kurz und trocken bei Magenta Sport.

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Somit kann der verletzungsbedingte Ausfall für den FC Bayern im Hinblick auf die anstehenden Spiele sicherlich nicht als Nachteil gesehen werden - zumindest auf der betroffenen Position rechts hinten.

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2. Thiago - als wäre er nie weg gewesen

Doch die Abwesenheit von Pavard hat auch Folgen für die Mittelfeldzentrale. Denn durch die Versetzung von Kimmich wurde der Platz neben Leon Goretzka frei. Diesen hat gegen Olympique Thiago eingenommen und damit nach längerer Verletzungspause sein Startelf-Comeback gefeiert - in beeindruckender Art und Weise.

Der Spanier schaltete und waltete in altbekannter und gewohnter Manier, bestimmte das Tempo des Bayern-Spiels und zeigte in jeglicher Situation eine starke Übersicht. Auch die Zahlen bestätigen den hervorragenden Auftritt des Spaniers, der in zahlreichen Statistiken bester Münchner Akteur war: Ballaktionen (88), Pässe (73), erfolgreiche Pässe (65).

Doch nicht nur offensiv konnte Thiago glänzen, auch defensiv führte er das Team an und übernahm damit mit Bravour den etwas defensiveren Sechser-Part von Kimmich. Er führte mit zwölf Zweikämpfen die meisten Privat-Duelle auf dem Platz. Zwei Drittel dieser entschied er für sich und hatte so einen großen Anteil am Zu-Null-Sieg der Münchner. Wie die rechte Seite in der Abwehr-Viererkette ist somit auch die Mittelfeldzentrale für die anstehenden Aufgaben gut gerüstet.

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3. Süle feiert Comeback und vergrößert Flicks Optionen

Gerüstet hat sich auch Niklas Süle für sein langersehntes Comeback nach seinem Kreuzbandriss im vergangenen Oktober. "Ich bin schon eine ganze Weile wieder im Mannschaftstraining. Ich habe mich gut reingearbeitet, um heute auf dem Platz zu stehen. Es war sicher keine ganz so einfache Zeit. Es hat länger gedauert, als ich gedacht habe. Ich konnte mir jetzt aber die Zeit nehmen, um voll zu regenerieren und bin jetzt froh, wieder mit meinen Kollegen auf dem Platz zu stehen", erklärte ein sichtlich zufriedener Süle nach der Partie.

In der 61. Minute war es soweit. Flick brachte den deutschen Nationalspieler, der im Abwehrzentrum Jerome Boateng ersetzte. Eine Passquote von knapp 98 Prozent und eine 50-prozentige Erfolgsquote bei den Zweikämpfen sind ein guter Anfang für die ersten Spielminuten nach langer Pause, doch Süle weiß selbst, dass ihm noch etwas fehlt.

"Es ist klar, dass noch nicht alle Abläufe sitzen oder die hundertprozentige Spritzigkeit da ist, aber ich fühle mich gut. Ich habe gut gearbeitet und brauche jetzt Spielzeit, um an meine alte Stärke anzuknüpfen. Körperlich bin ich topfit. Der Spielrhythmus fehlt mir noch ein bisschen. Wir werden sehen, wie ich der Mannschaft während des Turniers oder vielleicht schon am Samstag gegen Chelsea helfen kann." Die Zuversicht, dass dies der Fall sein wird und er dazu in der Lage ist, strahlt Süle auf jeden Fall aus. "Ich habe viel investiert und mich fit gemacht. Wenn ich gebraucht werde, bin ich da!"

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In Transfer Update - die Show analysiert Transfer Experte Max Bielefeld die Aussagen von Bayern Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge (Videolänge: 5:03 Min.).

Die Optionen im Abwehrzentrum sind für Flick mit der Rückkehr von Süle deutlich angestiegen. Ein Umstand, der den Übungsleiter freut. "Wir freuen uns alle, dass er wieder auf dem Platz steht. Er hat lange gebraucht, bis er wieder dabei war. Es ist heute ein schöner Tag, weil er wieder da und eine Option für uns ist."

4. Pause hat den Bayern-Profis (fast) nicht geschadet

Eine ganzheitliche Betrachtung des Tests gegen Marseille zeigt zudem, dass die Pause von knapp zwei Wochen keine negativen Folgen auf die Leistung und die Spielweise der Bayern-Profis hatte. "Es war wichtig zu sehen, dass die Mannschaft viel Tempo gegangen ist, Intensität an den Tag gelegt und den Gegner unter Druck gesetzt hat. Wenn Marseille eine Chance hat, dann ist das schon viel. Wir haben das defensiv gut gemacht, haben den Ball gut laufen lassen", zeigte sich Flick sehr zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft.

Doch einen kleinen Makel hatte die Generalprobe doch: die Chancenverwertung. 14 Schüsse gaben die Münchner insgesamt auf den Kasten von OM-Keeper Steve Mandanda ab, doch nur einer fand den Weg ins Netz. "Wir hätten die eine oder andere Chance mehr machen können. Diese Details müssen wir trainieren", fand Flick doch noch Ansätze für die kommende Trainingsarbeit.

Sollte dann auch dieser negative Punkt beseitigt werden, steht dem FC Bayern eine erfolgreiche Reise nach Lissabon bevor - mit dem Höhepunkt am Sonntag, den 23. August, wenn aus dem Triple-Traum dann Triple-Realität werden kann.

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