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FC Bayern News: Herbert Hainer bei Sky90 über Flick & Salihamidzic

Zoff zwischen Flick & Salihamidzic? Hainers Versuch der Beruhigung

Robin Schmidt

12.04.2021 | 17:48 Uhr

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Präsident Herbert Hainer erwartet, dass Hansi Flick auch in den kommenden Spielzeiten Trainer des FC Bayern München ist. (Länge: 2:15 Minuten)

Beim FC Bayern herrscht seit Wochen große Unruhe. Grund dafür sind die offensichtlichen Dissonanzen zwischen Trainer Hansi Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidzic. Präsident Herbert Hainer startet einen Versuch zur Beruhigung, verzichtet aber auf ein Machtwort. Eine kommentierende Analyse.

Der Auftritt von Herbert Hainer bei "Sky90 - Die Unibet Fußballdebatte" wurde mit großer Spannung erwartet. Diejenigen, die sich ein Machtwort des Bayern-Präsidenten im Zwist zwischen Trainer Hansi Flick und Hasan Salihamidzic erhofft hatten, wurden jedoch enttäuscht. Vielmehr versuchte der Hoeneß-Nachfolger, das schwierige Verhältnis der beiden Protagonisten zu relativieren.

Obwohl für die Öffentlichkeit offensichtlich, sprach Hainer in erster Linie von einem "vermeintlichen Konflikt": "Das sind zwei meinungsstarke Typen, das finde ich auch ganz okay", sagte er und betonte anschließend. "Die müssen auch kein Liebespaar sein, wichtig ist, dass sie professionell zusammenarbeiten und für den Erfolg des FC Bayern München."

Das würden die beiden auch machen. "In den letzten 18 Monaten haben die beiden eine Mannschaft aufgebaut, die sechs Titel geholt hat und attraktiven Fußball spielt. So schlecht kann das nicht sein."

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Bayern-Präsident Herbert Hainer spricht bei Sky90 über das Verhältnis zwischen Hasan Salihamidzic und Hansi Flick. (Länge: 37 Sekunden)

Hainer: Flick wusste über Boateng-Aus Bescheid

Zweifelsohne liegt der deutsche Rekordmeister sportlich voll im Soll, selbst in der Champions League ist das Erreichen des Halbfinals trotz der 2:3-Hinspielniederlage gegen Paris St. Germain kein Ding der Unmöglichkeit. Dennoch gibt der eigentliche Vorzeigeverein in der Außendarstellung seit Wochen ein schlechtes Bild ab, wie jüngst bei der öffentlichen Verkündung des Abschieds von Jerome Boateng durch Salihamidzic.

Flick ließ durchblicken, dass er sich bei dieser Entscheidung übergangen gefühlt habe. Laut Hainer wusste er aber über das Boateng-Aus Bescheid. "Für alle verantwortlichen Personen, die mit der sportlichen Leitung zu tun haben - inklusive Hansi Flick - war es klar, dass wir den Vertrag von Jerome nicht verlängern."

Hamann deutlich: "Momentane Lage ist kein Zustand"

Auch aufgrund dieser Posse sei die momentane Lage aus Sicht von Sky Experte Didi Hamann kein Zustand. Dass es in den vergangenen Monaten Differenzen zwischen Flick und Salihamidzic unter anderem in puncto Kader-Zusammenstellung gegeben hat und gibt, ist hinlänglich bekannt. Für Hainer stellen unterschiedliche Meinungen in der Transferpolitik aber kein Problem dar - im Gegenteil.

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Der 66-Jährige sieht ein gegebenes Spannungsfeld zwischen Trainern und Managern. "Der Trainer will immer die beste Mannschaft für das nächste Spiel. Als Verein musst du aber auch die mittelfristige Zukunft im Auge haben", erklärt Hainer und verweist zugleich darauf, dass dem FC Bayern durch die Corona-Pandemie rund 150 Millionen Euro an Einnahmen fehlen.

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Herbert Hainer erklärt bei Sky90, warum sich der FC Bayern mit David Alaba nicht auf eine Verlängerung einigen konnte. (Länge: 2:16 Minuten)

War das Machtwort von Rummenigge notwendig?

Intern sei das Verhältnis ganz anders, als es oftmals nach außen dargestellt werde, reagierte Hainer ganz im Stile eines Vereinsrepräsentanten - gelassen und professionell. "Wir gehen damit ganz entspannt um, es ist nicht die erste und die letzte Aufregung, die es beim FC Bayern gegeben hat. Es wird auch eine Menge hineininterpretiert", sagte er und stellte klar: "Es ist definitiv nicht so, wie es öffentlich dargestellt wird."

Wenn dem allerdings nicht so ist, hätte es dann das öffentliche Machtwort von Karl-Heinz Rummenigge, der zur Räson aufrief, gebraucht? Ein Widerspruch ist in diesem Punkt nicht von der Hand zu weisen. Auch die Opferrolle, in der Hainer den FC Bayern bei der Bundestrainer-Frage sieht, ist nicht ganz nachvollziehbar.

Dass für die Löw-Nachfolge nur die besten Trainer (und die arbeiten zumeist beim FC Bayern) in Frage kommen, versteht sich von selbst. Mit einer klaren Absage à la Jürgen Klopp würde sich Flick wahrscheinlich längst nicht mehr im Zentrum der Nachfolge-Diskussion befinden. Der Verein ist daher auch selbstverschuldet in diese prekäre Situation gekommen.

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Bayern-Präsident Herbert Hainer sieht die Verwicklung des FC Bayern und von Trainer Hansi Flick in die Nachfolgediskussion um Bundestrainer Joachim Löw kritisch. (Länge: 2:19 Minuten)

Hainer glaubt an Zukunft mit Flick und Salihamidzic

Ist der entstandene Zwist nach all den Aussagen nun überhaupt noch zu kitten? Der Ansicht von Hamann ("Die Fronten sind so verhärtet, das kann ich mir nicht vorstellen") widerspricht Hainer.

Auf die Frage, ob Flick seinen bis 2023 laufenden Vertrag erfüllen werde, sagte er: "Davon gehe ich fest aus". Der frühere Adidas-Chef glaubt auch weiterhin an eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Salihamidzic. "Wir sind ganz klar der Überzeugung, wir wollen mit beiden arbeiten. Ich bin fest davon überzeugt, das können wir auch in der Zukunft haben."

Hainer hat den seriösen Auftritt bei Sky90 genutzt, um für etwas Ruhe in der Causa Flick/Salihamidzic zu sorgen. Ob ihm das wirklich gelungen ist, werden erst die nächsten Tage zeigen.

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